Regulierung ist ein notwendiges Übel

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Liv Boeree bei der WPT PRag 2013.

Liv Boeree über kommende Gesetzgebung, warum Männer sich eher den Rücken brechen als Frauen und eine ungewöhnliche Lieblings-Location.

Liv Boeree erschien mit einem Knall in der Pokerszene, nachdem sie die Rekord-EPT in San Remo gewinnen konnte.

Seit Jahren ist die Engländerin nun schon Mitglied im PokerStars-Team. Ihre Kennzeichen: Eine Vorliebe für Stromgitarren, ein Uni-Abschluss in Astrophysik und eine ungebrochene Liebe zu Poker.

PZ: Benutzt du Tracking-Software, wenn du online spielst?

LB: Ja, Hold’em-Manager. Ich will nicht behaupten, dass das die beste Software ist, aber es war einfach die erste, auf die ich gestoßen bin.

PZ: Und wie sieht es mit Analysetools aus?

LB: Ich benutze PokerStove und so ziemlich alle Apps, die es gibt.

PZ: Wie viel Zeit verbringst du mit Analyse?

LB: Nicht genug. Aber in letzter Zeit kümmere ich mich intensiver darum. Derzeit konzentriere ich mich auf mein Post-Flop-Spiel.

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Liv Boeree in Galway - ziemlich gut am Kickertisch.

PZ: Kamst du über ein anderes Spiel zu Poker?

LB: Nein, kein Backgammon, Schach oder so etwas. Ich habe mich immer viel mit Musik beschäftigt. Ich mag Strategiespiele, und ich bin ziemlich gut am Kickertisch.

PZ: Folgst du neuen Trends wie Open Face Chinese Poker?

LB: OFC spiele ich leidenschaftlich gern, aber nur privat mit Freunden.

PZ: Poker steht allen Menschen offen. Warum spielen mehr Männer als Frauen?

LB: Frauen sind anders gepolt als Männer, sie mögen nicht dieselben Dinge. Zum Beispiel muss man unendlich viele Stunden am Computer verbringen, um gut zu werden. Viele Frauen wollen das nicht.

Es dürfte ziemlich schwierig sein, eine Frau zu finden, die die anderen schönen Dinge des Lebens aufgibt, um dafür länger am PC zu sitzen.

PZ: Sitzen die Leute denn nicht genau deshalb am PC, weil es ihnen Spaß macht?

LB: Das stimmt schon, aber wenn ich von mir ausgehe, mir würde es ganz schlecht bekommen, ständig am PC zu sitzen.

PZ: Warum sind Frauen in keiner offenen Spielsportarten dominant?

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Zeit für die schönen Dinge des Lebens - Liv mit Jonathan #duhamel und Daniel Negreanu.

LB: Das hat hauptsächlich sozio-ökonomische Gründe. Frauen werden anders erzogen. Inzwischen ist ein Änderungsprozess angestoßen worden, aber die grundlegenden Unterschiede sind noch immer erkennbar.

Frauen scheuen eher davor zurück, das einzugehen, was man in Poker als „notwendiges Risiko“ bezeichnet. Das hat mentale, aber auch gesellschaftliche Gründe.

Männer vergleichen sich gerne, Frauen sind weniger konkurrenzbetont. Wenn man etwas tun kann, das zwar viel Spaß macht, bei dem man sich aber auch den Rücken brechen kann, dann ist Frauen das Risiko eher zu groß, während Männer es einfach versuchen.

PZ: Wenn Männer risikofreudiger sind, macht sie das dann zu besseren Spielern?

LB: Schon möglich. Mit Sicherheit kann man das nicht beantworten. Wenn man sich nur die Zahlen ansieht, scheint es so zu sein. Allerdings habe ich keine genauen Zahlen. Es ist eher ein Gefühl.

PZ: Könnte dabei eine Rolle spielen, dass die meisten Spiele von Männern gemacht sind?

LB: Ja, durchaus.

PZ: Wie stehst du grundsätzlich zum Thema Regulierung?

LB: Regulierung ist ein notwendiges Übel. Sie hat Vor- und Nachteile, aber es sollte sie geben.

Insgesamt würde sie den Spielern gut tun, denn es würde die Kontrolle vereinfachen, aber auf der anderen Seite würde natürlich viel Geld verloren gehen.

Liv Boeree
Klare Ansage - Liv in Barcelona.

PZ: Würdest du dein Heimatland verlassen, wenn Online-Poker wäre?

LB: Ungern. Ich würde es aber nicht komplett ausschließen. Wenn PokerStars zum Beispiel will, dass cih umziehe, dann würde ich es wahrscheinlich tun, denn ich möchte gerne bei PokerStars beliben.

PZ: Und wo spielst du am liebsten?

LB: In Europa wäre Barcelona meine erste Wahl. Eine großartige Stadt. Und weltweit würde ich Südafrika wählen. Ich habe bei der WSOP in Johannesburg gespielt. Das Land ist unglaublich schön.

Lesen Sie hier, welche Meinung Vanessa Selbst in diesem Zusammenhang vertritt.

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