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Die nächste Ausgabe der amerikanischen Ausgabe von Maxim wird sie zieren: Liv Boeree. Die 1984 geborene Engländerin hatte ihren ersten TV-Poker-Auftritt im „Ultimate Poker Showdown". Für den wurde sie aber nicht ausgewählt, weil sie einen Hochschulabschluss in Astrophysik besitzt, sondern aus mehreren anderen offensichtlichen Gründen.
In der Show wurde sie dann von keinem Geringeren als Phil Hellmuth gecoacht. Das würde Sara Underwood auch mal ganz gut tun. Danach begann sie nicht nur, sich intensiv mit Poker zu beschäftigen, sondern auch eine Karriere als Moderatorin verschiedener Pokershows, wo sie über WSOP, WSOP, EPT und andere berichtete.

Liv war bereits bei einigen Pokermagazinen auf dem Cover zu sehen, auch das englische Kultmagazin Loaded hat sie schon vor längerer Zeit entdeckt.
Im Interview mit der Zeitschrift erzählte die talentierte Gitarristin über ihre Jugend auf dem Bauernhof und ihre Lieblingsongs. Außerdem wollte man von ihr wissen, ob sie schon mal ein Schwein masturbiert hat oder das wenigstens machen würde, wenn man sie darum bittet. Solche Fragen könnten eine Erklärung dafür sein, warum die deutsche Ausgabe des Magazins von einem Dreivierteljahr eingestellt wurde.
Allerdings nicht, warum sie auf einer Toilette posiert. Fragen Sie bitte den Fotografen.


Andererseits kennt sich die smarte Boeree auch auf schlüpfrigem Terrain aus: Während der WSOP führte sie ein kurzes Interview mit dem amerikanischen Porno-Altstar Ron Jeremy, in dem sie fragte, ob er lieber 6-9 spiele oder J-Ko („Jack-King-off"; kleines englisches Wortspiel, wer's nicht mitkriegt, schaut im Wörterbuch unter „jerking off" nach). Jeremy, der Poker gerade erst gelernt hatte, begriff den Doppelsinn nicht und antwortet souverän „Jacking off".
Immerhin gehen die sonst doch gerne als prüde hingestellten Amerikaner mit dem Sex-Appeal von Frauen wie Liv Boeree deutlich lockerer um als bei uns. Da schaffen es Pokerspielerinnen eben auch mal auf die Titelseiten der Mainstreammedien. Man denke nur an Shannon Elizabeth oder Jennifer Tilly, die ja dann auch Schauspielerinnen wurden. Oder war es doch umgekehrt?


Bei uns reicht es eben doch nur für ein Interview mit Sandra Naujoks beim Hamburger Abendblatt oder einer kurzen Reportage über Katja Thater bei Brigitte oder Frau TV, deren Redaktion es irgendwie gelingt, Poker zwielichtig dastehen zu lassen (der Moderatorin scheint es schon schwerzufallen, „Poker" überhaupt auszusprechen) und Frau Thater trotzdem ganz toll zu finden.
Na ja, so lange bei uns lieber Frauen wie die Delmenhorster Reihenhausmauerblume Sara „Brüh' im Lichte" Connor oder Heidi „Es reicht dann manchmal doch oft nicht" Klum auf den Titelseiten zu sehen sind, werden auch weiterhin Maxim-ähnliche Formate aus den Regalen verschwinden. Aber so groß ist der Verlust ja auch wieder nicht.
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