Die light 3-Bet: Verteidigen Sie sich!

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Falls Sie in letzter Zeit öfters mal shorthanded Cash Games gespielt haben, ist Ihnen wahrscheinlich ein gewisser Trend aufgefallen.

Der TAG (tight-aggressive) Stil, der in den letzten Jahren die Partien dominiert hat, ist langsam einem viel stärker LAG (losse-aggressive) orientierten Spielstil gewichen. Dadurch sind die Partien natürlich härter geworden, und man viel häufiger in knifflige Situationen gezwungen.

Eine Situation, die sehr häufig vorkommt, ist die, dass man einen Pot mit einem Raise eröffnet und dann von einem TAG/LAG ge-3-bettet wird. Nun muss man versuchen einzuschätzen, ob es sich um eine light 3-Bet handelt und wie man am besten darauf reagiert.

Die 3-Bet

Denn, wie oben angemerkt, der vorherrschende Stil ist heutzutage eher loose und aggressiv, und deshalb muss man sich mit dem Trend zur light 3-Bet intensiv auseinandersetzen.

Die Mehrheit der Spieler eröffnet heute pre-Flop mit einer großen Range. Die light 3-Bet ist im Grunde nichts anderes als ein Re-Raise pre-Flop mit einer Hand, die schlechter ist als die Range, mit der man normalerweise für Value 3-betten würde.

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Eine solide Verteidigung. Sehen Sie Ihren Gegner von der Seite an, als ob er verrückt wäre, zu 3-betten.

Dieser Spielzug richtet sich vor allem gegen die aggressiven Spieler, die mit einer sehr breiten Range eröffnen. Der 3-Bettor versucht hier meistens, den Pot schon vor dem Flop mitzunehmen. Er agiert im Bewusstsein, dass der ursprüngliche Raiser in den meisten Fällen nur durchschnittliche Hände hält.

Nun stellt sich die Frage, wie man sich gegen einen Spieler verteidigt, der die light 3-Bet häufig anwendet.

Die einfachste Vorgehensweise, wenn man einen sehr guten Spieler am Tisch hat, der auch noch Position besitzt, ist natürlich, aufzustehen und sich an einen anderen, einfacheren Tisch zu setzen. Lassen wir hier um der Diskussion willen diese Möglichkeit außer Betracht und nehmen stattdessen an, dass ein paar wirklich große Fische auch am Tisch sitzen … oder dass Sie ein Faible dafür haben, andere zu bestrafen.

Verteidigungsstrategien

Es gibt eine ganze Reihe von Spielzügen, mit denen man sich verteidigen kann.

Erstens kann man diese 3-Bets lighter callen als man das normalerweise tun würde. Das ist ein gutes Beispiel dafür, wie hier auf mehreren Ebenen gedacht wird. Wenn wir wissen, dass er weiß, dass wir light eröffnen, dann wissen wir auch, dass er in der Lage ist light zu 3-betten.

Eine Hand wie A-Q sieht gegen die Range eines solchen Spielers wahrscheinlich ziemlich gut aus, während sie gegen einen normalen 3-Bettor ein einfacher Fold ist.

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Bringen Sie Ihren Gegner in eine Situation, in der Fold und Call gleichermaßen falsche Entscheidungen sind.

Ein Problem dieser Vorgehensweise besteht darin, dass man keine Initiative bekommt – man überlässt diese dem Gegner und lässt sich in die Defensive drängen. Außerdem muss man den Flop ziemlich gut treffen, um überhaupt fortsetzen zu können.

Zweitens kann man den Call machen und auf dem Flop eine Donk-Bet ansetzen. Bei einer Donk-Bet handelt es sich um einen Spielzug, bei dem man zunächst einen Raise callt und dann auf der nächsten Straße von vorne setzt. Man kann diesen Spielzug unabhängig davon durchführen, ob man eine starke Hand hält oder nicht.

In viele Fälle führt das dazu, dass ein Gegner, der vor dem Flop light ge-3-bettet hat, nun folden muss. Ist der Gegner allerdings mit dem Spielzug vertraut, kann er aggressiv fortsetzen und unsere Bet mit einem Raise beantworten. Dadurch sind wir gezwungen, uns von dem Geld, das wir investiert haben, zu verabschieden.

Drittens kann man die 3-Bet vor dem, Flop bezahlen und dann auf dem Flop einen Checkraise spielen. Auch hier gilt, das geht mit, aber auch ohne eine Hand. Es ist ein extrem aggressiver Gegenzug, der allerdings den großen Nachteil hat, dass man viel Geld riskiert, wenn es sich nur um einen Bluff handelt.

Die 4-Bet

Und dann gibt es da noch die mega-aggressive light 4-Bet. Dieser Spielzug – auch hier geht es wieder darum, auf mehreren Ebenen zu denken – sollte nur selten angewendet werden, denn er führt mit absoluter Sicherheit zu schwierigen Situationen.

Ich sehe hier davon ab, jede einzelne Denkebene durchzugehen, weil sich das ganze dann anhört wie eine schlechte Komödie (Ich weiß, dass du weißt, dass ich weiß…).

Kurz gesagt, ein Spieler der die 3-Bet extrem light ansetzt, kann mit einer 4-Bet aus exakt demselben Grund attackiert werden, aus dem er selbst angegriffen hat. Der Nachteil ist hier derselbe wie bei allen anderen möglichen Spielzügen: Man riskiert viel Geld, und das häufig auf einen Bluff oder Semi-Bluff.

Nichtsdestotrotz ist jede dieser Methoden gut geeignet, um sich out-of-position gegen Raises zu verteidigen. Eine weitere Methode besteht darin, zunächst vor dem Flop smooth zu callen, dann die C-Bet auf dem Flop zu floaten und schließlich den Turn zu setzen.

Man kann nicht so einfach sagen, welche dieser Vorgehensweisen die beste ist. Die Wahrheit ist, es gibt nie nur eine beste Verteidigung. Man sollte all diese Spielzüge beherrschen und denjenigen anwenden, der gerade am besten in die Situation passt.

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Achten Sie genau darauf, was der Gegner tut. Poker mit schlechtenReads ist Geldverschwednung.

Mit oder ohne Hand

Wenn man keinen guten Read auf den Gegner hat, ist natürlich jeder dieser Spielzüge nur Geldverschwendung. Man muss also den Gegner immer genau beobachten.

Wie häufig setzt er die 3-Bet an? Wie reagiert er selbst auf eine 3-Bet? Wie reagiert er auf eine 4-Bet? Setzt er nach einer 3-Bet grundsätzlich eine C-Bet auf dem Flop an? Gibt er auf, wenn er gecallt wird? Oder checkraist er den Turn?

Man muss die eigenen Reads während des Spiels ständig neu überprüfen.

Es ist Ihnen vielleicht aufgefallen, dass mehrfach die Wendung „mit oder ohne Hand“ benutzt habe. Grund dafür ist, dass Sie in der Lage sein müssen, diese Spielzüge sowohl mit guten wie mit schlechten Händen zumachen. Das nennt man dann „Balancing der Range“.

Wenn Sie 3-Bets nur callen und dann den Flop als Bluff checkraisen, sind Sie leicht auszuspielen. Wenn Sie das aber mit einem Monster, als Bluff oder mit einer marginalen Hand tun können, sind Sie dagegen sehr schwer auszurechnen.

Wenn Sie Ihren Gegner in Situationen bringen können, in denen sowohl ein Call als auch ein Fold nicht korrekt sind, zwingen Sie ihn zu Fehlern. Und wie wir alle wissen, ist ein Gegner, der Fehler macht, bares Geld wert!

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