Sperre für Howard Lederer im Aria?

Er ist vermutlich der meistgehasste Mann im Pokerbusiness und für viele Spieler längst eine persona non grata.

Nach schier unendlichen Beschimpfungen via Internet sieht sich Howard Lederer, der Mitbegründer und ehemalige Mitinhaber von Full Tilt Poker, nun seit einigen Tagen einer neuen Kampagne gegen ihn ausgesetzt.

Poker-Profi und Stammgast Nick DiVella reichte beim renommierten Aria-Casino in Las Vegas eine Petition ein, die dafür sorgen soll, dass Howard Lederer dort nicht mehr pokern darf. DiVella spielt im Aria regelmäßig an den Cashgame-Tischen und ist wie einige andere Spieler der Meinung, dass Lederer an diesen nichts mehr verloren hat.

Im Wortlaut heißt es in der Petition unter anderem, dass das Casino aus Sicht der Spielergruppe die moralische und ethische Verpflichtung hätte, Howard Lederer für das Pokerspiel zu sperren. Komme das Aria dieser Forderung nicht unmittelbar nach, seien die Spieler gezwungen, das Casino künftig zu boykottieren.

Starker Tobak also und wieder einmal etwas völlig Neues in der bunten Pokerwelt. Gleichwohl ist das Ansinnen der von DiVella angeführten Spieler durchaus verständlich.

Als einer der Chefs von Full Tilt Poker war Lederer nicht nur einer der Hauptverantwortlichen für den unbegreiflichen Niedergang des ehemals zweitgrößten Internet-Anbieters, vielmehr half er mit einer Entnahme von 40 Millionen Dollar kräftig bei der Pleite nach.

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Petition von DiVella - "moralische Pflicht des Casinos".
 

Im September wollte Lederer dann nach fünfzehnmonatigem Schweigen in den berühmten Lederer-Files seine Hände im Stile eines Pontius Pilatus von aller Schuld reinwaschen und steigerte damit den Hass der Pokergemeinde noch mehr.

Als Hauptschuldigen für die Pleite bezeichnete Lederer den CEO Ray Bitar, und er wollte die Pokerwelt glauben machen, dass er aus allen Wolken gefallen sei, als er vom tatsächlichen Zustand des Unternehmens erfuhr.

Immerhin trat Lederer den schweren Gang in die Öffentlichkeit an, während sein Spezi Chris Ferguson bis heute wie vom Erdboden verschwunden ist.

Honoriert wurde Lederers Mut aber nicht, stattdessen konzentriert sich die gesamte Wut der Spieler aufgrund seiner widersprüchlichen und uneinsichtigen Aussagen mittlerweile auf ihn.

Bereits im Oktober hatte sich Lederer wieder an den Tischen von Las Vegas blicken lassen und an der Festa al Lago im Bellagio teilgenommen. Die Reaktionen aus der Pokerszene waren verheerend, Profis wie Jason Mercier twitterten daraufhin verächtliche Kommentare und in vielen Pokerforen entluden sich martialische Beschimpfungen, die bis zu Morddrohungen reichten.

Einer der Manager, Leon Wheeler, äußerte sich hinsichtlich DiVellas Petition zurückhaltend: „Wir haben noch keine Entscheidung getroffen, ob Lederer spielen darf oder nicht.“ Laut Casino-Ordnung ist das Aria eigentlich nur berechtigt, Spieler vor die Tür zu setzen, die regelmäßig Ärger verursachen oder betrügen.

Di Vella neben Ivey
Nick DiVella (rechts) - "Lederer hat es nicht verdient."
 

Deshalb haben Security-Mitarbeiter vom Aria inzwischen eingegriffen und Nick DiVella davon abgehalten, seine Petition weiter zu verbreiten.

Für Nick DiVella ist der Fall aber eindeutig. Via Twitter ließ er verlauten. „Lederer hat es nicht verdient, Poker zu spielen. Eventuell ist dies der Anfang einer Schwarzen Liste für Pokerspieler. Die bisherigen Reaktionen auf meinen Vorstoß deuten darauf hin, dass er erfolgreich sein wird. 

Die Position von Nick DiVella und großen Teilen der weltweiten Pokergemeinde ist offensichtlich. Bis auf wenige Ausnahmen wie Doyle Brunson, der bis zuletzt nicht müde wurde, Lederer immer wieder zu verteidigen, will niemand mehr mit dem „Professor“ an einem Tisch sitzen.

Der Gejagte selbst könnte den Hasstiraden ein Ende setzen, indem er seine Pokerkarriere endgültig an den Nagel hängt.

 

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