Korvers Comeback krönt König von Monte Carlo

Winnar!
Pieter de Korver - Sensationeller Sieger der EPT Monte Carlo 2009.

Sensationelle Comeback-Qualitäten bewies Pieter de Korver bei seinem Sieg bei der EPT Monte Carlo. Das Grand Final in Monaco war ein Turnier der Rekorde. Vanessa Rousso gewann das $25k High Roller Event.

Als sich die letzten acht Spieler gestern an den Tisch setzten, wurde eigentlich nur eines schon früh deutlich: Der erste, der gehen muss, ist Pieter de Korver. Er hatte schon früh einen großen Teil seiner Chips verloren und war auf nur noch etwa 10 Big Blinds gefallen, und es schien unwahrscheinlich, dass er noch lange durchhalten konnte, wenn er nicht schnell seine Chips in die Mitte bzw. in die Waagschale warf. Stattdessen waren es die beiden Chipführenden am Final Table der EPT Monte Carlo, die sich den ersten großen Schlagabtausch lieferten. Pre-Flop gingen alle Chips all-in, und die Damen des Norwegers Dag Mikkelsen hielten gegen den Big Slick des Ungarn Peter Traply. Damit ging Mikkelsen mit etwa 12 Mio. Chips in Führung, mehr als doppelt so viele wie der Zweitplatzierte.

Alem Shah
Bester Deutscher wurde Alem Shah.

Daniel Zink und Alem Shah, die beiden deutschen Vertreter am letzten Tisch des EPT Grand Finals, schieden als nächste aus. Beide gingen mit jeweils einem schlechteren As all-in, als zuerst Mikkelsen und dann der Russe Michail Tulchinsky jeweils ein besseres hielten. Das Glück bzw. Board war ihnen nicht hold. Die ganze Grausamkeit von Poker zeigte sich beim Ausscheiden des Franzosen Eric Qu. Mit K-Qs lag er vor dem Flop gegen A-K von Tulchinski natürlich weit zurück, aber nach einem ereignislosen Flop erschien der König auf dem Turn und versetzte Qu in höchste Euphorie, die jedoch in blankes Entsetzen umschlug, als auf dem River das As fiel. De Korver dagegen tat einfach 20 min lang gar nichts und erreichte so sichtlich erfreut die Runde der letzten Vier.

Bei noch vier Spielern kristallisierte sich eine Dreiklassengesellschaft am Tisch heraus: Mikkelsen hielt mit ca. 16 Mio. über die Hälfte der Chips, im „Mittelfeld" lagen Tulchinski und der Amerikaner Mark Woodward mit je ca. 5 Mil., und de Korvers 400.000 nahmen sich gegen den Chipwall de Norwegers eher lustig aus. Und doch sollte es unglaublicherweise der Norweger sein, der als Nächster den Tisch verlassen musste, denn nun begann das Comeback des Holländers: Mit Q-4 ging er all-in, und weder Woodward noch Mikkelsen, die beide bezahlten, konnten gegen das mächtige Viererpärchen, das de Korver auf dem Board traf, etwas ausrichten.

Dag Martin Mikkelsen
Tragischer Held - Dag Mikkelsen.

Obwohl de Korver danach noch einmal mit 9-9 gegen K-J auf einem Board x-x-A-Q-T verlor, war sein Aufstieg zum Champion des EPT Grand Finals 2009 nicht mehr aufzuhalten. Eine halbe Stunde später nahm er Mikkelsen, der trotz seines deutlichen Chip Leads am stärksten unter Druck geriet, erstmal die Führung ab, und de Korver war es auch, der Mikkelsen schließlich vom Tisch nahm. Sein Gegner im Heads-up sollte der Amerikaner Woodward sein, der den Russen mit einem Dreierpärchen vom Tisch nahm, da dieser mit Q-Ts auf dem Board keine Hilfe fand.

Nach eine kurzen Pause duellierten sich de Korver und Woodward noch knapp eine Stunde heads-up. Dann konnte Woodwar dem ständig wachsenden Druck von de Krover, der inzwischen einen 2:1 Chiplead erspielt hatte, nicht mehr standhalten: Auf deinem Board T-6-3 setzte Woodward, de Korver raiste zum wiederholten Mal all-in und Woodwar seufzte schließlich den Call. De Korver zeigte 9-6 in Pik, Woodward ebenfalls eine 6 mit der Herz 4 zum Flush Draw. Ein Call, über den man streiten darf. Tuzn und River wollten Woodward jedoch kein Out bescheren, und de Korver triumphierte bei der PokerStars EPT Monte Carlo 2009 mit einem Comeback, wie ihn ein großes Turnier selten sieht.

 

 

Für seinen Sieg erntet Pieter de Korver die Kleinigkeit von 2,3 Mio. Euro, aber vor allem den Ruhm und den Titel Champion des EPT Grand Finals von Monte Carlo 2009. Woodward war enttäuscht, wie es jeder Zweite zunächst ist, doch 1,3 Mio. Euro werden ihn schnell trösten. Damit endet die PokerStars EPT Saison 5. Sie begann mit dem Sieg von Sebastian Ruthenberg bei der EPT Barcelonaund endete gestern Abend mit den zweiten holländischen Sieg in Folge nach Rijkenbergs Triumph in San Remo. 935 Teilnehmer machten das Grand Final zum größten EPT Turnier auf europäischem Boden bisher. Der Sponsor PokerStars hat bereits seine Ambitionen angekündigt, in der nächsten Saison weitere Rekorde zu brechen und die Turnier noch „größer, besser und länger" zu machen.

Vanessa Rousso
Highest Roller Vanessa Rousso.

Vanessa Rousso ist High Roller Königin

Erst vor einigen Wochen kam sie ins Finale der National Heads-up Championship in Las Vegas, jetzt triumphierte sie beim Prestigeturnier am Rande der EPT Monte Carlo: dem $25k „Pokerpromiturnier" mit zahlreichen Größen des Geschäfts. Barry Greenstein, Peter Eastgate, Phil Ivey, Chris Ferguson, Erik Seidel, Gus Hansen, Dave Ulliott und auch Tony G., der immerhin Dritter wurde. In einem langen, spannenden Heads-up setzte Rousso sich schließlich mit 6-7 auf einem Board 3-9-8-5-K gegen K-5 von Randy Dorman durch und gewann den Titel und € 720.000,-. Shooting Star Florian Langmann belegte einen hervorragenden vierten Platz und kassierte € 188.000,-.

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