King of Swings: Ashman103

Ashton Griffin

Wie man Millionen gewinnt und wieder verliert, es bis in „Bobby's Room" schafft und noch nicht einmal ein Bier darauf trinken darf. Die Geschichte eines Grinders.

Der junge Mann, der kürzlich in Bobby's Room gegen die besten Spieler der Welt angetreten ist und uns nun gegenübersitzt, heißt Ashton Griffin. Er ist 20 Jahre alt. Eigentlich dürfte er in dem Alter noch gar nicht am Pokertisch sitzen, aber eine leicht „modifizierte" ID macht so einiges möglich im Land der unbegrenzten Möglichkeiten.

„So ungewöhnlich ist es nun auch wieder nicht", sagt Ashton, und in Anbetracht seiner Pokerkarriere in den letzen drei Jahren stimmt das vielleicht sogar, denn Griffin gehört zu den Spielern, die in der Lage sind, in kurzer Zeit große Geldmengen zu gewinnen und diese dann in einer einzigen Session wieder zu verlieren - und zwar mehrmals hintereinander.

Als er in der Highschool war, entdeckte er Poker als Spiel, das nicht nur Spaß machte, sondern auch lukrativ sein konnte, wenn man es ernsthaft betrieb. Wenige Wochen später spielte er bereits „massenhaft $60 SnG und Small Stakes 6-max simultan". Dieses Niveau behielt er bis zum Ende der Schulzeit bei.

Phil Ivey
Vorsicht bei der Wahl des Gegners...

In den Sommerferien ging erstmals alles schief. Griffin stürzte bis auf $200 ab, bevor er schließlich die Reißleine zog. Versuchsweise nahm er einen Job als Landschaftsgärtner an, sah sich aber schon bald in seiner Annahme bestätigt, dass dies nicht der richtige Weg für ihn war.

Poker aber war etwas, worin er richtig gut sein konnte, da war Griffin sich ganz sicher: „Ich sagte mir, dass ich Poker nun ernst nehmen und damit reich würde. Ich hatte ja genug Zeit, mir einen Plan zurechtzulegen und mich darauf zu konzentrieren. Ich machte aus den $200 bis Ende August $10.000 und entschied, die Schule zu verlassen."

Damit war sein Weg aber keineswegs vorgezeichnet, denn Griffins Berg- und Talfahrt sollte nun erst richtig beginnen. Es dauerte nicht einmal ein Jahr, da war aus den ursprünglichen $200 eine Bankroll geworden, die es ihm erlaubte, $25/$50 zu spielen, und zwar „mit großem Erfolg".

Im August 2008, genau ein Jahr nach seinem ersten Absturz, gewann Ashton Griffin 1,2 Mio. Dollar. In der Woche darauf verlor er über $900.000,-. „Ich spielte $200/$400, $300/$600, $500/1000 und $2000/$4000 Mixed Games und PL Omaha 08. Das meiste Geld verlor ich an Phil Ivey und Hac „trex" Dang."

Griffin spielte nicht nur zu hoch, er wählte auch die falschen Partien: Ivey bei NL Hold'em, trex bei Mixed Games und David Benyamine in dessen Spezialdisziplin Omaha Hi-Lo. Also musste Griffin wieder bei fast Null anfangen. Vier Monate später stand seine Bankroll bei $600.000.

Als zusätzlichen Kick setzte er im Forum von 2+2 eine Nebenwette an: Er würde nicht mehr höher als $25/$50 spielen, bis er innerhalb eines Jahres $500.000 Gewinn machte. Wetteinsatz: $20.000. Griffin verlor die Wette im Februar 2008, als er in einer Nacht $400.000 in den Sand setze.

David Benyamine
...sonst zählt er bald dein Geld.

Er ließ sich davon nicht entmutigen, bot die Wette am nächsten Tag erneut an, verlor weiter und suchte im April bereits nach einem Geldgeber. Es gelang ihm, eine Bankroll von $8000 zusammenzukratzen und setzte sich damit an einige $1/$2 Tische: „Ich hatte einen guten Tag. Ende der Woche spielte ich bereits Shortstack $5/$10, Ende des Monats Shortstack $25/$50, und im Monat danach gewann ich auf diesem Level $600.000."

Da er damit die $500.000er-Marke durchbrochen hatte, gewann er außerdem seine Wette und weitere $23.000. Am selben Abend spielte er das $25.000 Buy-in Heads-up Turnier auf Full Tilt, kam bis ins Finale, siegte und erhielt weitere $551.250,-.

Inzwischen hat Griffin auch in Live-Turnieren Erfolge verzeichnet und z. B. bei der PokerStars LAPT in San José den Finaltisch erreicht, aber sein Spezialgebiet bleibt die online Heads-up Partie. Dass die Geschichte sich wiederholen und er wieder abstürzen könnte, glaubt Griffin nicht. Er spiele heute kontrollierter, sagt er, und $200/$400 „spiele ich nur, wenn ich das Gefühl habe, dass der andere Spieler auf Tilt ist, müde oder nicht in Form".

Und was ist mit dem halblegalen Besuch in Bobby's Room? „Ich glaube nicht, dass ich oft dort spielen werde", lächelt Griffin. „Es sei denn, heads-up."

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