KevinMacPhee – „Schön, wieder hier zu sein“

Kevin MacPhee

Genau zwei Jahre ist es her, da ging der Amerikaner Kevin MacPhee am selben Ort durch ein beispielloses Wechselbad der Gefühle. Im Ballsaal des Berliner Hyatt-Hotel wurde er erst vom Überfall überrascht, plädierte als Chipleader dann lange für den Abbruch des Turniertages um dann nur einen Tag später eine Million Euro zu gewinnen.

Kevin MacPhee hat deutlich an Gewicht verloren. Seinen Bart trägt er nicht mehr, dafür nun ein schwarzes Sakko. Den Platz, an dem er hier an Tag 3 der EPT 2012 immer noch im Main Event sitzt, kennt er sehr gut. Im Ballsaal des Hyatt hat er vor genau zwei Jahren eine echte Achterbahnfahrt der Gefühle absolviert. Vergessen hat er diesen Platz nicht. Als er einen Gegner auf dem River böse aussuckt, lacht er und sagt: „Schön wieder hier zu sein.“

Auch letztes Jahr war er in Berlin. Aber da wurde nicht im Hyatt gespielt. „Ich stand vor ein paar Tagen zum ersten Mal wieder hier und war wirklich noch mal berührt. Diese beiden Tage werde ich wohl nie vergessen. Es ist schon komisch, wie konkret meine Erinnerungen immer noch sind.“

Die Million, die er damals gewonnen hatte, haben sein Leben allerdings nicht großartig verändert. „Die Million hat eigentlich nur mein Pokerleben stabilisiert. Ich wohne immer noch da wo ich herkomme. Ich habe mir kein großes Haus oder kein superteures Auto gekauft. Aber pokertechnisch wäre ich mit Sicherheit nicht da, wo ich jetzt bin.“

MacPhee hat sich vor allem viele Reisen gegönnt. Und viele Pokerturniere in Übersee. Seit dem Black Friday fliegt er in der turnierfreien Zeit gelegentlich auch nach Vancouver, um sein „Einkommen aufzufrischen.“

Dabei verzichtet er, für einen Spieler seiner Klasse untypisch komplett auf Cash Games. Die liegen ihm nicht, da fühle er sich auch nicht wohl. Bei MTTs hingegen habe er einen einzigartigen Erfahrungsschatz. Etwa 15.000 Turniere auf PokerStars und weitere 5000 Turniere auf Full Tilt hat er gespielt. Auf dem Gebiet, so der 32-Jährige, mache ihm so schnell keiner was vor.

Auch nicht ein alter Kumpel, von dem er einst seinen bekannten Online Nick ImaLuckSack geklaut hat. „Mein College-Buddy Dylan Linde, mit dem ich früher häufiger Magic The Gathering gespielt habe. Das war sein Nick auf PartyPoker. Und dann als er zu PokerStars wechselte, habe ich den Namen leicht modifiziert. Nun ist er ImaLucSack und ich ImaLucksack.“

Doch online spielt MacPhee nicht mehr so häufig, wie vor dem Black Friday. Viel lieber ist er in Europa und spielt EPT`s. Die Turniere bezeichnet er gern als „good moneymakers“. Und dort wird er natürlich auch häufiger auf seine einzigartige Story angesprochen. „Ich stelle mich zwar nicht vor, und sage, hey, ich bin der Typ, der die EPT mit dem Überfall gewonnen hat. Aber die Storys um diese Tage erzähle ich natürlich trotzdem gern. Immerhin erlebt man so etwas wahrscheinlich nur einmal im Leben.“

Ganz sicher ist das nicht, zumindest was den Sieg bei einem EPT Main Event betrifft. Kevin MacPhee ist nach dem dritten Tag der EPT noch dabei und startet mit 430.000 Chips in Tag 4.

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