John Juanda - „Ich bin ein Degenerate“

John Juanda

John Junada über die EPT, High Stakes in Macao, seinen Umzug nach Tokio und die Vergangenheit und Zukunft mit Full Tilt.

John Juanda pflügt durch das Main Event Feld bei der EPT Barcelona. Seit zwei Tagen befindet er sich konstant in den Top Ten des Chipcounts, und nach zwei Levels an Tag 4 hatte er seinen Stack bereits um weitere 50% auf 1,5 Mio. Chips aufgebaut.

Ist es nach dem Sieg im WSOPE Main Event 2008 Zeit für einen weiteren großen Titel in Europa? „Jedenfalls versuche ich es. Die EPTs gehören eigentlich zu meinen Lieblingsturnieren. Als ich noch bei Full Tilt unter Vertrag war, konnte ich sie leider nicht spielen. Full Tilt hatte immer irgendwelche albernen Vorwände, um uns Team-Pros die Teilnahme zu verbieten.“

Juanda genießt seine neue Freiheit. Das heißt aber nicht, dass er nie wieder das Label von Full Tilt tragen würde. „Es käme auf die Bedingungen  an. Letztlich habe ich gerne auf Full Tilt gespielt. Die Software ist klasse, sehr augenfreundlich, sehr schnell,  und es gab die Limits, die ich gerne spiele.“

Vor Kurzem ist John Juanda nach Tokio umgezogen. „Ich liebe das Essen und die Gastfreundlichkeit. Freund habe ich auch da. Anstatt wie früher zehnmal im Jahr dorthin zu fliegen, habe ich mir also gedacht, dann kann ich mir auch gleich eine Wohnung suchen. Es ist eine fantastische Stadt.“

Fragt sich, ob es nur Zufall ist, dass Juanda ausgerechnet jetzt nach Ostasien zieht, da die hohen Cash Games sich von Las Vegas nach Macao zu verlagern scheinen. Juanda zeigt sich nicht gerade als Fan von Las Vegas.

„Ich habe nie wirklich viel in Vegas gespielt. Die Einstellung der Spieler lässt doch sehr zu wünschen übrig. Wenn man deep spielt, kann man natürlich schnell viel verlieren. In Vegas schieben Verlierer gerne die Schuld auf die Dealer oder versuchen sogar, eine Schlägerei mit anderen Spielern anzufangen. Sie benehmen sich wie Kinder, ja fast wie Tiere. In Vegas sind physische Auseinandersetzungen an der Tagesordnung.“

„Dagegen sind die Spieler in Macao echte Gentlemen. Dort wird oft noch viel höher gespielt als in Vegas, also gewinnen und verlieren die Spieler auch viel mehr Geld. Mir persönlich gefällt das deutlich besser.“

Macao hat in den letzten Monaten für eine Menge Schlagzeilen gesorgt. Tom Dwan, Sam Trickett, Patrik Antonius, Gus Hansen wurden mehrfach dort gesehen und forderten die fast schon sprichwörtlich gewordenen „asiatischen Geschäftsleute“ heraus. Die Ergebnisse waren durchaus unterschiedlich.

Wir wollen von John Juanda wissen, welche Limits in Macao wirklich gespielt werden und wie stark sich die Partien von denen in Vegas unterscheiden.

„In Vegas wird normalerweise $3k/$6k in Limit Games gespielt, manchmal auch $4k/$8k. No Limit wird $500/$1000, selten auch $1000/$2000 gespielt, aber dann mit einem Cap von $100.000, sodass man in einer Hand nicht mehr als hunderttausend Dollar verlieren kann.

In Macao spielen wir $10k/20k Hongkong Dollar, das sind ungefähr $1300/$2600. Dazu kommen noch Ante und Live Straddle, und zwar nicht nur einer, sondern oft zwei oder drei. Da sind ein paar wirklich sehr wohlhabende Leute an den Tischen. Durch die ganzen Straddle können in Macao schon hunderttausend Dollar im Pot liegen, bevor überhaupt gedealt wird.“

Wenn es hier weiterhin so gut läuft, werden wir John Juanda also noch häufiger bei EPTs treffen. Es sei denn, bei den High Stakes in Macao geht irgendwann alles schief, denn obwohl die Partien sogar Juanda manchmal an den Rand seiner Comfot Zone bringen, denkt er nicht ernsthaft ans Aufhören.

„Manchmal sind die Einsätze so hoch, dass ich das Gefühl habe, sie sind sogar für mich zu hoch. Aber ich spiele einfach trotzdem weiter. Ich bin ein Degenerate.“

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