Joe Hachem – ein Leben im Rampenlicht

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Der einstige WSOP Main Event Champion ist an einem Scheideweg seiner Karriere angelangt.

Nach seinem Sieg bei der WSOP 2005 wurde Hachem zum Poker-Superstar und zum Botschafter des Spiels. Er hat zahllose Turniere gespielt und dabei u. A. einen Titel bei der World Poker Tour gewonnen.

Über die Jahre häufte er Siegprämien von mehr als vier Millionen Dollar an.

Aber die Zeit bleibt nicht stehen, und im letzten Monat kündigte Hachem die Trennung von seinem langjährigen Sponsor PokerStars an, der auch dank ihm zum größten Online-Pokerraum der Welt geworden ist.

Offenbar hat die endlose Tour, auf der Hachem seit so vielen Jahren unterwegs ist, letztlich doch Spuren hinterlassen.

„Ich bin seit sieben Jahren praktisch ständig unterwegs. Ich bin völlig erschöpft“, erklärte Joe Hachem gegenüber PokerListings während der Aussie Millions.

Joe Hachem
Joe Hachem, WSOP Champion 2005.

Das Prunkstück – die Aussie Millions

Hachem ist einer der wenigen Spieler, der Poker für ein ganzes Land entdeckt hat. Nie wird das deutlicher als im Januar, wenn die Aussie Millions anstehen und tausende begeisterter Spieler aus dem ganzen Land anreisen, um dabei zu sein.

„Das ist das Prunkstück hier, um ehrlich zu sein“, sagte Hachem, der in Melbourne lebt. „Es ist ein besonderer Event, und auf seine Art einzigartig, denn die Aussie Millions haben nichts mit EPT, LAPT, WPT oder sonstwas zu tun.“

Es ist fraglich, ob es die Turnierserie überhaupt noch geben würde, wenn Hachem damals in Las Vegas nicht den größten Turnierpreispool der Welt gewonnen hätte.

Es muss weitergehen

Als Hachem der erste australische WSOP-Weltmeister wurde, explodierte Poker in Australien.

In einem Land, das früher nur ein Pokercasino hatte, gibt es nun mehrere in jeder Provinz.

Als PokerStars und Hachem im Dezember ihre Trennung bekanntgaben, war das auch deshalb ein Schock. Für Australier waren Hachem und PokerStars praktisch ein- und dasselbe.

Vor ein paar Tagen schloss Hachem einen neuen Vertrag mit dem in Europa eher unbekannten Online-Pokeranbieter AsianLogic, um diesen bei der Entwicklung zukünftiger geschäftlicher Strategien zu unterstützen.

Eigentlich ein überraschender Spielzug des Australiers, der fraglos auch bei 888poker, Titan Poker und PartyPoker auf der Wunschliste stand.

„Es lag ein Angebot von einem großen Online-Pokerraum auf dem Tisch“, bestätigte Hachem.

„Ich dachte mir, ok, soll ich jetzt als Botschafter für den nächsten Anbieter antreten oder tue ich mich mit einem kleineren, soliden Unternehmen zusammen, das nicht so weit von meinem Lebensmittelpunkt entfernt ist und mir viele Möglichkeiten gibt, ihm bei der Entwicklung zu helfen?“

„Es war eine einfache Entscheidung.“

Hachem fuhr fort, dass er es satt habe, ständig „den Affen zu machen“, sondern lieber am täglichen Geschäft eines Unternehmens beteiligt sein wollte.

AsianLogic war dafür genau der richtige Kandidat.

Öfter mal zuhause bleiben

Sein neuer Vertrag bedeutet für Hachem auch, in Zukunft weniger reisen zu müssen.

Im Moment stehen für ihn die LAPC, WPT Bay 101, WSOP, WSOPE, Epic Poker und die beiden von AsianLogic veranstalteten APT Events an.

Das sind für jemanden, der mehrere tausend Meilen von jedem Turnierstandort außer den Aussie Millions entfernt lebt, eine Menge Flugmeilen.

„Jede Reise dauert mindestens einen Tag“, sagt Hachem. „Man verbringt verdammt viel Zeit in einem Flugzeug.“

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Er hat’s noch drauf

Natürlich könnte man jetzt sagen, dass Hachem seine beste Zeit hinter sich hat und nicht mehr wirklich mithalten kann, aber das verbittet sich der lebhafte Australier.

Erst vor ein paar Tagen wurde Hachem in der $100k Challenge der Aussie Millions Dritter und kassierte dafür satte $330k. Er ließ bei diesem Turnier u. A. Phil Ivey, Tom Dwan und Gus Hansen hinter sich.

Es war sein größter Cash seit 2006, und die größte Summe, die er je in Australien gewonnen hat.

Hachem war immer umstritten, nicht zuletzt wegen seines Hangs dazu, es persönlich zu nehmen, wenn die Karten nicht so fielen wie er wollte.

Die Jungen müssen lernen, wie man sich benimmt

Zwar ist Hachem ein Fan von Nachwuchsspielern wie Jonathan Karamalikis und Jared Graham, aber er hat auch häufig Kritik an junge Spielern geübt, die seiner Meinung nach nicht erwachsen werden wollten.

Hachem ist noch immer der Meinung, dass man mehr als nur Skill benötigt, um in der Pokerwelt ein Star zu werden.

„Viele von diesen Kids besitzen weder Manieren noch Respekt“, sagt Hachem. „Sie sitzen Tag und Nacht am Computer und fühlen sich für nichts verantwortlich.“

In Zukunft wird Hachem also mehr Zeit zuhause verbringen. An die sieben Jahre,  in denen er den Aufnäher von PokerStars am Revers trug, denkt er jedoch gerne zurück.

„Ich hatte großes Glück, eine solche Gelegenheit zu bekommen“, sagt er. „Es war eine tolle Zeit, aber ich habe mir auch den Hintern dafür aufgerissen, der beste Repräsentant und der beste Spieler zu sein, den man sich vorstellen kann.“

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