Joe Cada ist neuer WSOP-Champion!!!

Joseph Cada

Nach knapp 100 Händen ließen beide Spieler sich auf ein All-in pre-Flop ein! Cada zeigte ein Paar Neunen, Darvin Moon QJs. Das Pocket Paar hielt und macht Cada zum jüngsten WSOP-Champion aller Zeiten. Ein Rekord, den Peter Eastgate erst im letzten Jahr gebrochen hatte. Cada gewinnt $8.500.000.

Cada war mit einem deutlichen Chipvorsprung in das Heads-up gegangen (135 Mio : 60 Mio.), aber Moon gewann gleich in der ersten Hand einen mächtigen Pot mit Damen gegen Neunen und arbeitete sich danach mehr und mehr heran.

Es dauerte nur 20 min, bis Moon sich den Chiplead zurückeroberte. Danach wurde es ein ausgeglichenes Duell, in dem beide Spieler sich den Chiplead immer wieder erarbeiteten. Moon gelang es zwar nach einiger Zeit, sich mit 140 Mio. Chips etwas abzusetzen, aber wie so oft im Poker genügten Cada ein oder zwei Hände, um wieder heranzukommen. Knapp drei Stunden dauerte es bis zur finalen Konfrontation:

Cada raist vom Button auf 3 Mio., Moon: Re-Raise auf 8 Mio., Cada: All-in, Moon: Call.

Joseph Cada
WSOP-Sieger Joe Cada.

Cada:

Moon:

Flop:

Turn:

River:

Nach zehn Tagen kommt Darvin Moons unglaublicher Lauf zu einem plötzlichen Ende. Der Mann, der praktisch ununterbrochen gute Hände bekam und das Board mit traumwandlerischer Sicherheit traf, hat seinen Meister gefunden in Joe Cada, einem junge Online-Profi, der allein am Finaltisch mehr Zwei-Outer traf als Moon auf dem Weg dorthin.

Dass die letzte Hand mit einem Coin Flip endet, ist keine Überraschung. Am Final Table jedoch schien das Glück in diesem Jahr eine größere Rolle zu spielen als das Können und Geschick der Teilnehmer.

Der neuntplatzierte James Akenhead könnte dazu mehr sagen. Nach einem glücklichen Triple-up lief er einmal mehr mit Königen gegen Asse bei Kevin Schaffel. Eric Buchman geschah wenige Hände später dasselbe, doch er fand Quads auf dem Board und schickte Schaffels Asse nach Hause. That's Poker? Schon, aber trotzdem…

Moon spielte einfach weiter wie bisher: Gute Karten kriegen und das Board treffen. Gute Karten heißt, es müssen nicht die besten sein. Es würde Moon einfach nicht einfallen, A-Q pre-flop zu folden. Damit geht er all-in (und findet auf dem River ein Ass gegen Begleiters Damen) oder er bezahlt ein All-in (von Ivey mit A-K und findet die Dame gleich auf dem Flop). Spektakulär sind solche Hände schon, aber aus der Sicht eines Spielers nicht unbedingt zum Zunge schnalzen.

Darvin Moon
Sympathischer Verlierer - Darvin Moon.

So wurde es in diesem Jahr ein fernsehgerechtes Event mit einem Finale zweier Spieler, wie sie unterschiedlicher kaum sein konnten. Der bescheidene Darvin Moon gratulierte dem jungen Cada, nachdem er seinen Unglauben darüber, das Board verpasst zu haben, ein wenig überwunden hatte. Er ist ein sympathischer Verlierer, der mit dem zweiten Platz vielleicht besser bedient ist als mit dem ersten, wenn man bedenkt, welcher Rummel auf den Champion zukommt und welche Aufgaben er zu bewältigen hat.

Außerdem hat er immerhin gerade über fünf Millionen Dollar gewonnen.

Er selbst sprach des Öfteren davon, dass er für das, was sich in den letzten Tagen des Main Events abgespielt hat, gar nicht bereit gewesen ist. Joe Cada dagegen dürfte während seiner zwölfmonatigen „Regentschaft" ein guter Pokerbotschafter sein.

Cada hat sich hier als glücklicher, aber jederzeit fairer Spieler gezeigt und wurde nicht zufällig von vielen prominenten Spielern, darunter z. B. Vorjahressieger Peter Eastgate, zum Favoriten des Finaltisches erklärt.

Nun wird er ein Jahr lang im Rampenlicht stehen und bei allen großen Turnieren der Gejagte sein.

Nachdem Cada erst ein wenig um Fassung ringen musste, äußerte er sich vor allem lobend über seinen Gegner:

"Ich wusste, dass Darvin große Pots spielen wollte, während ich sie lieber kleiner halten wollte. Er hat jede Menge Druck ausgeübt und einen tollen Job gemacht. Er hat mich mehrere Male in sehr unangenhme Situationen gebracht. Er ist eindeutig ein sehr schwer ausrechenbarer Spieler. Man bekommt kaum einen Read auf ihn. Das war ein klasse Gegner."

Für ihn nahm das Finale einen besonders dramatischen Verlauf: Bis auf zwei Millionen Chips war sein Stack schon zu einem frühen Zeitpunkt des Finales geschrumpft, aber dann kam Cada zurück und machte daraus innerhalb weniger Stunden über 135 Mio.

Ähnliches war ihm schon früh im Turnier passiert, als sein Stack auf 2000 Chips geschrumpft war. Wir werden sehen, ob Cada sich schon bereit fühlt, mit den Sharks aus High Stakes Poker in der nächsten Staffel an einem Tisch zu sitzen. Die Bankroll hätte er jetzt ja. Zumindest für zwei oder drei Folgen.

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Björn R. 2010-04-23 12:36:22

Sehr interessantes aber dafür rasant schnelles Heads-Up ;)