Jeffrey Pollack verlässt die WSOP

Jeffrey Pollack
Packt seine Karten ein - Jeffrey Pollack.

Der 45-jährige Chef der World Series of Poker kündigt völlig überraschend drei Tage nach dem Ende der zweiterfolgreichsten Saison in der WSOP-Geschichte.

Offiziell erklärte Pollack, er suche „neue berufliche Herausforderungen", fügte aber hinzu, dass seine Zukunft im Moment „ein weißes Blatt Papier" sei. Konkrete Pläne hat  er also offenbar nicht.

Pollack, der früher als Marketing-Experte bei der NASCAR-Serie und der National Basketball Association gearbeitet hat, kam 2006 zur WSOP und löste erfolgreich die Aufgabe, Poker als feste Größe im Profisport zu etablieren.

Außerdem sorgte er für neue Sponsoren wie die Brauerei Miller, Kraft oder in diesem Jahr dem Trockenfleischproduzenten Jack Link's Beef Jerky. Harrah's, Besitzer der WSOP, hat erst vor sechs Monaten Harrah's Interactive Entertainment gegründet, eine Tochtergesellschaft, die die Aktivitäten der Firma in Übersee und online vorantreiben sollte. Die WSOP wurde dieser Tochtergesellschaft zugeordnet und Pollack zu ihrem Präsident ernannt.

Pollack gab keinen Kommentar dazu ab, ob seine Entscheidung damit etwas zu tun hatte.

„Wir haben viel für die Geschichte und die Tradition getan. Unter Anderem wurde ein Spielerbeirat gegründet", sagte der WSOP-Leiter, für den es nach Angaben von Harrah's vorerst keinen Nachfolger geben wird.

„Die World Series of Poker ist der Marktführer und hat in diesem Jahr alle Erwartungen übertroffen. Wir sind für die Zukunft hervorragend positioniert. Es gibt derzeit keine Pläne, die Rolle des Commissioners neu zu besetzen.", heißt es in einer offiziellen Email.

Pollack zeichnet auch für die Zusammenarbeit mit dem Kabelfernsehgiganten ESPN verantwortlich, die die Fernsehpräsenz von Poker deutlich erhöht und die Popularität gestärkt hat. ESPN hat einen 12-Jahresvertrag mit Harrah's abgeschlossen.

Gebrochen wurde die Pokertradition allerdings dadurch schon im letzten Jahr, als das Main Event erstmals nach Erreichen des letzten Tisches für vier Monate unterbrochen wurde, um ESPN ausführliche Übertragungen des Turnierverlaufs zu ermöglichen. Die Reaktionen darauf sind kontrovers, Spieler neigen eher dazu, ein Turnier bis zum Ende durchzuspielen und empfinden die Pause als  eher unangenehm.

Für Harrah's dürfte der kommerzielle Erfolg jedoch wichtiger sein, denn so konnte in diesem Jahr über 30 Episoden das Main Event dokumentiert und präsentiert werden. In diesem Jahr traten so viele wie nie zuvor, nämlich 60.875 Spieler aus 115 Ländern in 57 Turnieren an und spielten um insgesamt $174.000.000,-.

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