Ivey verliert Gerichtsprozess und £7,7 Millionen Gewinn

Phil Ivey vor dem Gerichtsprozess

Gestern fand vor dem höchsten Gerichtshof in London der mit großer Spannung erwartete Gerichtsprozess zwischen dem Crockford’s Casino und Phil Ivey statt. Trotz positiver Prognosen, einer starken Verteidigung und der Einschätzung des Gerichts „Ivey sei ein glaubwürdiger Zeuge“, wurde das von ihm verwendete Edge Sorting als Betrug eingeschätzt und so muss das Casino seinen Gewinn in Höhe von 7,7 Millionen Pfund nicht auszahlen.

Was war passiert?

Anfang Oktober 2012 gewann Phil Ivey bei der Baccarat-Variante „Punto Banco“ innerhalb von nur zwei Tagen 7,7 Millionen Pfund, was 9,76 Millionen Euro entspricht.

Das Casino unterstellte Ivey Betrug, da es sich bei Punto Banco um ein Spiel mit relativ großem Hausvorteil handelt, und so überwies man Ivey nur seinen Einsatz in Höhe von einer Million Pfund zurück, behielt die 7,7 Millionen Pfund Gewinn ein, und weigerte sich strickt das Geld auszuzahlen.

Der Vorwurf lautete Ivey habe den Gewinn mithilfe der umstrittenen Technik namens „Edge Sorting“ erzielt. Ivey war dagegen davon überzeugt den Gewinn rechtmäßig erzielt zu haben und reichte Klage ein.

Eine ausführliche Zusammenfassung der Vorfälle

Was ist Edge Sorting?

Beim Edge Sorting nutzt man einen Produktionsfehler der Karten konsequent aus. Die Rückseite dieser Karten ist assymetrisch, d.h. sie weisen ein uneinheitliches Muster auf, wodurch man Rückschlüsse auf ihre Wertigkeit ziehen kann.

Der Prozess

Die einhellige Meinung in der Pokercommunity war: Warum sollten nicht auch die Spieler Vorteile konsequent ausnutzen dürfen, wenn die Casinos genau damit ihr Geld verdienen.

Phil Ivey Cheung Yin Sun
Phil Ivey mit seiner angeblichen Komplizin Cheung Yin Sun.

Barry Greenstein forderte deshalb sogar öffentlich, dass das Crockford’s Ivey auszahlen soll.

Ivey’s Anwalt Richard Spearman sagte im Prozess: „Edge Sorting ist nicht mehr als verfügbare Informationen auf den Rückseiten der Karten zu verwenden, die vom Casino selbst ausgewählt wurden.“

Der Richter sah das allerdings ganz anders: „Was Herr Ivey und Frau Sun getan haben, war, den Dealer davon zu überzeugen, dass einige Karten umgedreht werden und damit war für sie klar, das es Siebener, Achten oder Neuner sind. Hätte der Dealer um die Konsequenzen gewusst, hätte er das Spiel sofort abgebrochen. Herr Ivey hat nicht nur, so wie er behauptet, einen Fehler seitens des Casinos konsequent ausgenutzt, sondern er aktiv die Umstände geschaffen, die ihm einen unlauteren Vorteil verschafften und das ist meiner Meinung nach Betrug.“

Kurz zusammengefasst wertete das Gericht das Umdrehen der Karten als Eingriff und Manipulation  des Spiels und somit als Betrug.


Ivey schwer enttäuscht

Phil Ivey war nach dem Urteil schwer enttäuscht und hatte wenig Verständnis für die Entscheidung. In einem Interview mit CBS 60 Minutes Sports sagte er: „Mache glauben es war Betrug, ich weiß, dass dem nicht so war. Jeder professionelle Spieler weiß, dass dem nicht so war. Ich würde niemals betrügen, denn mein Ruf bedeutet mir alles.“

Laut der BBC wurde eine Berufung bzw. revision vom Gericht nicht zugelassen. Alles, was Ivey nun noch tun kann ist direkt beim Berufungsgericht einen Antrag auf Neuverhandlung zu stellen.

Urteil mit Signalwirkung

Das Urteil ist aus Ivey’s sicht eine mittlere Katastrophe. Nicht nur wurden ihm seine Gewinne in Höhe von 9,76 Millionen Euro versagt, sondern das Urteil durfte auch Signalwirkung für den noch ausstehenden Prozess gegen das Boragta Casino in Atlantic City haben.

High Court London
Der oberste Gerichtshof in London entschied zu Ungunsten von Phil Ivey.

Im April diesen Jahres hatte die Pokerlegende dort beim Baccarat 9,6 Mio Dollar gewonnen und das Geld wurde ausbezahlt. Anschließend verklagte das Casino Phil Ivey auf die Rückzahlung der Gewinne. Auch hier lautet der Vorwurf auf Betrug  beim Baccarat mithilfe von Edge Sorting.

Was sich im Borgata genau abgespielt haben soll erfahrt ihr hier

Das Blatt hat sich gewendet

Nachdem Phil Ivey von den meisten sehr gute Karten für den gestrigen und den noch ausstehenden Prozess bescheinigt wurden, hat sich das Blatt nun auf dramatische Weise zu seinen Ungunsten geändert.

Mit Sicherheit wird sich das Borgata auf die gestrige Entscheidung berufen und die amerikanischen Richter dies bei ihrer Entscheidung berücksichtigen und so stehen die Chancen für Phil Ivey nun alles andere als gut.

Bleibt nur zu hoffen, dass die Richter das nächste Mal beide Seiten sehen und es auch den Spielern zugestehen Vorteile beim Spiel auszunutzen, denn mit nichts anderem verdienen die Casinos seit iher Enstehung Unsummen an Geld.

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