Ivey und Esfandiari vor dem Tor zur Ewigkeit

Phil Ivey
Willst du mich stoppen?

64 Spieler sind noch im Main Event der WSOP 2009. Der Druck auf die Spieler wächst stündlich, 2/3 der gestern noch verbliebenen Teilnehmer sind ausgeschieden. Phil Ivey liegt mit 6,4 Mio. auf Platz 3, Antonio Esfandiari mit 5,6 Mio. auf Platz 6. Letzter Deutscher ist Marco Mattes mit 3,7 Mio. auf Platz 17.

Am Sonntag sah es schon so aus, als sollte Phil Ivey sich aus dem geschichtsträchtigen Event verabschieden. Von mehr als einer Million Chips war der Full TiltProfi auf 235k gefallen und lag plötzlich weit hinten im Feld. Stattdessen ging es von da an steil bergauf. Ivey erarbeitet sich die Chips, wurde von Suck-outs verschont und gewann die Coin Flips. Jetzt steht der Mann, der oft als bester Texas Hold'em-Spieler dieses Planeten bezeichnet wird, kurz vor dem Olymp. Nur zwei Spieler haben mehr Chips als er: Billy Kopp (8,245 Mio.) und Darvin Moon (9,745. Mio.).

Peter Eastgate
Peter Eastgate.

Unglaublich spannend ist es inzwischen geworden beim Main Event. Von 6494 Spielern sind nach Tag 6 noch 64 übrig geblieben. Gestern mussten auch die letzten früheren Champions Peter Eastgate und Joe Hachem die Segel streichen. Als 77. scheiterte er knapp bei dem Versuch, die Performance von Greg Raymer zu wiederholen, der als Titelverteidiger sogar unter die letzten 30 des Folgejahres gekommen war. PokerStars Pro Eastgate war nach seinem Ausscheiden hin- und hergerissen: „Natürlich habe ich alle meine eigenen Erwartungen weit übertroffen. Trotzdem ist es natürlich eine Enttäuschung, so nah an einer weiteren Sensation zu sein, aber so läuft es in Turnieren nun mal." In seiner letzten Hand hatte Eastgate Pech, seine beiden Paare wurden auf dem River von einem Four Flush noch überholt. Der gewaltige Druck machte sich auch beim Titelverteidiger bemerkbar: „Ich bin müde", erklärte er, „Ich bin Las Vegas leid. In den nächsten Tage fliege ich nach Hause."

Joseph Hachem
Joe Hachem.

Ganz andere Worte fand Joe Hachem, der es ebenfalls nicht in Tag 7 schaffte, für das allgemeine Niveau im Main Event: „Es sind so viele verdammte Idioten hier, die keine Ahnung davon haben, was sie hier machen. Sie sollten zuhause bleiben und mit sich selbst spielen", sagte der verärgerte Australier. „Man sieht Leute 450k Chips mit Nichts oder mit Middle Pair in die Mitte schieben, und das gegen eine Made Hand. Diese Typen werden nie ein Turnier gewinnen, wenn sie nicht erst ein bisschen erwachsen werden ... Die wissen gar nicht, wie das geht. Sie können eine Menge Chips ansammeln, und das ist toll für sie, aber was sie nicht verstehen ist, dass man das Main Event nur an einem einzigen Tag gewinnen kann, nämlich dem letzten. Ich finde es zum Kotzen, ehrlich gesagt. Es geht hier um das Main Event, und wer es gewinnt oder auch nur den Finaltisch erreicht, geht in die Pokergeschichte ein. Und hier spielen Affen und Vollidioten, und es wäre gut für Poker, wenn sie gar nicht dabei wären."

Antonio Esfandiari
The Magician.

Gefasst wirkt indes der „Magier" Antonio Esfandiari, der bisher noch nie beim Main Event ins Geld gekommen ist. Nachdem Esfandiari mit K-Q gegen A-K auf einem Flop J-T-9 einen Volltreffer gelandet hatte, wusste er, dass es sein Tag sein würde, einer dieser Tage, an denen einfach nichts schiefgehen kann. „Ich hatte bis heute immer gute Tische. Und heute hatte ich mehrere starke Spieler links von mir. Aber ich habe mich angepasst. Hoffentlich erwische ich morgen wieder einen guten Tisch", sagte Esfandiari, als er in der Nacht seine Chips zählte. „Man braucht Wille und Entschlossenheit, um hier weit zu kommen, und ich habe beides."

Letzter Deutscher im Feld ist Marco Mattes. Er liegt mit 3,47 Mio. Chips auf Platz 17 und ist nicht mehr weit davon entfernt, ein vollkommen neues Leben zu beginnen. Als Letzter der vorigen „November Nine" ist immer Dennis Phillips dabei. Der Mann mit dem LKW-Fahrer Outfit könnte ebenfalls für eine Sensation sorgen, wenn er hier noch einmal den Finaltisch erreicht.

 

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