Ivey, Hellmuth, Negreanu - und wer kommt dann?

ivey negreanu

Wenn Phil Ivey, Phil Hellmuth und Daniel Negreanu die drei besten Spieler der Welt sind, wer ist dann Nummer vier?

Das magische Dreieck ist spätestens seit der Bundesliga-Saison 1996/97 zum geflügelten Wort geworden, als Giovanne Elber, Krassimir Balakov und Fredi Bobic die Liga schwindlig spielten.

Im Poker wäre solches Zusammenspiel selbstredend nicht erlaubt, aber drei Superstars ragen trotzdem aus der Masse heraus.

Diese drei: Daniel Negreanu, Phil Ivey and Phil Hellmuth.

Es geht hier nicht nur um reines Talent (ok, darum auch), sondern vor allem um Einfluss, Präsenz und Bedeutung der einzelnen Spieler. Die Zahl derr Fans. Das Gewicht ihrer Worte.

Eben das, was man unter Star-Appeal versteht. Und da kann eben niemand auf der Welt diesen drei das Wasser reichen.

Aber wer ist der viertbeste? Wer ist der nächstwichtigste Mensch in der Pokerwelt? Unser Gastkolumnist James Guill hat sich mal die wichtigsten Kandidaten angesehen.

Sam Trickett

Sam Trickett

Sam Trickett ist nach Meinung vieler das moderne Gesicht der Pokerwelt, also der Spieler, die die junge Generation am besten repräsentiert - zumindest die in Großbritannien.

Seit seinem Auftauchen im Jahr 2010 ist Trickett eine der dominierenden Figuren im Pokerzirkus. In jedem Jahr gewann er mehr als eine Million Dollar.

Es gibt nur einen Spieler, der in dieser Zeit mehr gewonnen hat als er, und das ist derjenige, der ihn im Heads-up des One Drop 2012 geschlagen hat: Antonio Esfandiari.

Trickett kann noch einen weiteren lukrativen zweiten Platz vorweisen: Bei der $250.000 Super High Roller Challenge der Aussie Millions 2012. Ach ja, ein Jahr später gewann er den Event.

Antonio Esfandiari

Antonio Esfandiari

Da wir gerade Antonio Esfandiari erwähnt haben. Er ist der Führende der ewigen Poker-Geldrangliste. Muss man noch mehr sagen?

Auf seiner Turniergehaltsliste stehen $24,14 Millionen - das sind eine Menge Nullen.

Natürlich spielen die 18 Millionen aus dem One Drop im vergangenenJahr eine entscheidende Rolle, Tatsache ist aber auch, dass Esfandiari zwei WPTs und drei WSOP-Events gewonnen hat.

Außerdem arbeitet er regelmäßig als Co-Kommentator bei ESPN und ist derzeit der Repräsentant der ersten lizenzierten Online-Pokerräume in den Vereinigten Staaten.

Michael "The Grinder" Mizrachi

Michael Mizrachi

Im Jahr 2006 hätte Mizrachi sich allein durch seine Dominanz an den Tischen ins Gespräch bringen können.

Danach fiel er jedoch dramatisch ab. Drei Jahre lang hörte man fast nichts mehr von ihm, und die Erinnerung begann bereits zu verblassen, als die WSOP 2010 begann.

In jenem Jahr gewann Mizrachi die Players Championship, erreichte den Finaltisch bei zwei weiteren Championship Events und wuirde dann auch noch Fünfter im Man Event.

Danach gewann er ein weiteres WSOP-Bracelet in Europa und wurde 2012 der erste Spieler, der die Players Championship ein zweites Mal gewinnen konnte.

Früher ein reiner NLHE-Spezialist, ist Mizrachi inzwischen zum Allround-Könner geworden, für alle Profis der Ritterschlag, der sie zu den wahren Elitespielern macht.

Erik Seidel

Erik Seidel

Seidel ist auch als der "stille Champion" bekannt. Er ist nicht der Typ, der auffällt, sei es durch albernes Zelebrieren gewonnener Pots oder geschmacklose Kleidung - wenn man mal von seiner Baseballmütze im Heads-up gegen Johnny Chan absieht.

Dafür fällt er durch seine seit Jahrzehnten am oberen Rand liegenden Leistungen auf. Vor allem 2011 gewann er gleich serienweise High Roller Events.

Afugrund der Art, wie er seine Tische dominierte, wurde ihm in diesem Jahr der Spitzname "Seiborg" verpasst.

Seidel besticht durch seinen Sinn für Humor, seine Bescheidenheit und einen der lustigsten Twitter-Accounts überhaupt. Es ist schwierig, ihn nicht zu mögen.

Mike "The Mouth" Matusow

Mike Matusow

Man muss ihnnicht mögen, aber man kann ihm seine Fähigkeiten nicht absprechen. Jedenfalls, wenn er in der Lage ist, sich zu konzentrieren.

Mike Matusow hat schon viele schwierige Zeiten mitgemacht. Er hatte Höhen und Tiefen, aber die Tiefen dauerten eindeutig länger.

Derzeit ist er aber wieder obenauf. Allein 2013 hat er schon die NBC Heads-up Championship gewonnen und ein WSOP-Event für sich entscheiden können. Es war bereits sein viertes.

Und was den Wiedererkennungswert betrifft, ist Matusow sowieso unschlagbar.

Doyle Brunson

Doyle Brunson

"Texas Dolly" ist nicht nur der aktivste Rentner, sondern auch der bekannteste Pokerspieler der Welt.

Manche argumentieren, da er sich aus dem Turnierpoker zurückgezogen hat, verdient er in dieser Liste keinen Platz mehr.

Aber sehen Sie sich mal die Reaktion der Spieler und Nichtspieler an, wenn Brunson auch nur den raum betritt, dann wissen Sie, warum er hier sehr wohl vertreten sein sollte.

Der "Pokerpate" ist so beliebt wie kaum ein anderer, und seine Verdienste für das Spiel werden von ausnahmslos allen Spielern in den höchsten Tönen gelobt.

Fragen Sie eine beliebige Person in der Pokerwelt, wer die Geschichte von Poker am meisten beeinflusst hat, und sie werden fast immer seinen Namen als Antwort bekommen.

Phil Galfond

Phil Galfond

Hört man sich in der jüngeren Generation ein bisschen um, wer heute die besten Spieler der Welt sind, dann ist Phil "OMGClayAiken" Galfond immer dabei.

Laut Highstakes.db ist Galfond der drittbeste Spieler aller Zeiten, hinter Phil ivey und Patrik Antonius.

Vielen gilt Galfond als bester PLO-Spieler der Welt, und er hat bereits ein Bracelet gewonnen, obwohl er an Turnieren gar nicht so oft teilnimmt.

Galfond hat Humor und ist immer bemüht, alle Anfragen von Fans und Interressierten zu beantworten. Was ihm fehlt, ist ein bisschen mehr Fernsehpräsenz.

Tom Dwan

Tom Dwan

TWer Online-POker sagt, denkt dabei an Tom Dwan.

Seit Jahren ist er der Spieler in der High Stakes Welt, der die Tische zum Vibrieren bringt. Im Fernsehen gewann er den bisher größten Pot aller Zeiten, in der Sendung High Stakes Poker, die inzwischen leider abgesetzt wurde.

Seine durrrr-Challenges sorgten für Schlagzeilen, und zahllose Railbirds saßen stundenlang vor den Moniotoren, um dabei zu sein, wenn Dwan sich mit Patrik Antonius und später Daniel Cates Duelle auf Messers Schneide lieferte.

Ein WSOP-Bracelet besitzt er noch nicht, kam aber schon einmal bis auf einen Platz heran.

Derzeit hält er sich hauptsächlich in Macau auf, der momentan heißesten Stadt der Pokerwelt. Eine Zeitlang war Dwan auch häufig im Fernsehen präsent, aber die Kameras haben Asien noch nicht so erobert die Las Vegas, weshalb Dwan etwas aus den Schlagzeilen verschwunden ist.

Jason Mercier

Jason Mercier

Jason Mercier ist in mehrfacher Hinsicht ein interessanter Spieler - und ein vielseitig begabter.

Mal sehen: PokerStars-Pro? Ja. Seit sechs Jahren kontanter Millionengewinner? Auch, mal abgesehen vom letzten Jahr, als es etwas holprig zuging.

Merhfacher Bracelet-Gewinner? Ja. EPT-Titel? Ja? Irrer OFC-Spieler? Zweimal ja.

Und jetzt fängt er auch noch an, sich ordentlich anzuziehen.

Man sagt Mercier gerne nach, dass er ein Glückspilz ist, und wenn er mit Königen gegen Asse antritt, sei das ein "Mercier Coin Flip", aber niemand zweifelt sein außerordentliches Können an.

Bleibt die Frage, ob er eine ähnnliche Fan-Basis aufbauen kann wie ein Mike Matusow oder ein Johnny Chan.


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Heinz K. Nather 2013-06-27 00:33:56

Ihre genannten 3 "Stars" sind hauptsächlich Stars der Pokerblätter. Phil Helmut und Neagranu gewinnen deswegen so oft, weil sie bei fast allen Turnieren mitspielen. Ivey war beeindruckend
durch sein Spiel mit Gelddruck auf die Anderen und wurde durch die Anderen zu sehr hochgejubelt.
Esfandari hatte emmenses Glück beim Drop in, hat aber für Poker zu wenig Herz und Esprit.
Matusow legte in seiner Karriere gute Bluffs hin, ging aber auch schon 4,5 bankrott dabei. Tom Dwan
ist ein sehr guter Spieler, spielt aber auch hauptsächlich mit Druck durch Geld.
Doyle Brunson ist zwar eine Legende, aber im heutigen Poker spielt er keine Rolle mehr. Beteiligt sich am Pot auch nur mehr mit Broadwayhänden. Phil Galfond ist auch ein sehr guter Spieler, konnte
sich aber nie im Spiel mit Anderen Topspielern beweisen. Mizrachi schwemmte durch eine unglaubliche Glückssträhne nach oben, aber versank danach im Niemandsland. Der Rest der
High Stakes Spieler sind bessere Qualität mit genug Geld.

Unter die besten Pokerspieler der Welt zähle ich Eric Seidel, Chris Furgenson und Sam Trickett.
Nur wer auf Jahre REGELMÄßIG im Plus ist, ist ein Topspieler und das sind diese drei.Jason
Mercier und Chan sind Anwärter auf Platz 4.