ISPT – Pressekonferenz in London, Fusion mit DTD

prosper masquelier
Mitorganisator Prosper Masquelier.

Von der 30 Mio. Garantie Gigantomanie zu Fusionen, wie sie jetzt in London bekanntgegeben wurden – Entwicklung und Situation der ISPT.

Seit fast anderthalb Jahren geistert ein Unterfangen durch die Pokerszene, das mit neuen Schlagzeilen immer wieder für Diskussionen sorgt. Zum ersten Mal wurde das größte Pokerturnier aller Zeiten im Oktober 2011 angekündigt, die für Mai 2012 geplante Ausrichtung im Londoner Wembley-Stadion wurde dann aber um ein Jahr verschoben.

Paten dieser gigantischen Idee sind die Groupe Tapie, die seinerzeit auch erster Kandidat für die Übernahme von Full Tilt Poker war, sowie das Familienunternehmen Partouche, das unter anderem einer der größten Onlinepoker-Anbieter Frankreichs ist.

Was seitdem geschah

An dem Veranstalterkonsortium hat sich zwar nichts geändert, die ursprüngliche Preisgeldgarantie von 30 Millionen Euro jedoch wurde mehrfach nach unten korrigiert und stattgefunden hat das Turnier bis heute nicht.

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Wie alles begann.

Komplett von der Bildfläche verschwunden ist die Idee der International Stadium Poker Tour (kurz ISPT) aber dennoch nie.

Trotz mehrerer Rückschläge hat sich die ISPT immer wieder mit neuen Ankündigungen und Rahmenbedingungen zu Wort gemeldet und die Ausrichtung eines solchen Großereignisses zu ihrer Sache erklärt.

Ein besonders glückliches Händchen hatten die Macher um Prosper Masquelier aber bislang nicht.

Der neuerliche Anlauf, das Turnier mit einem Startgeld von erst €6000 und dann €4500 Anfang Juni dieses Jahres über die Bühne bringen, stieß auf wenig Gegenliebe.

Gerade einmal 17 Spieler qualifizierten sich bei den ersten Internet-Satellites – eine lächerliche Anzahl, wenn man die ursprünglich anvisierten 30.000 Spieler zum Maßstab nimmt.

Der aktuelle Stand

Im Laufe der letzten Monate nahm die ISPT mit Michael Mizrachi, Sam Trickett, David Benyamine und Liz Lieu vier prominente Botschafter unter Vertrag, nun holte sie sich mit dem britischen Live- und Online-Casino Dusk till Dawn einen weiteren renommierten Partner ins Boot.

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Simon Trumper.

Vergangenen Freitag fand im Wembley-Stadion eine Pressekonferenz statt, in der Masquelier und DTD-Chef Robert Yong mit Simon Trumper zudem einen sehr angesehenen Turnierdirektor präsentierten.

Das Konzept ist zwar das alte, die Rahmenbedingungen haben sich aber einmal mehr geändert. Das direkte Buy-In für 50.000 Turnierchips beträgt nun noch €3000, dem eigentlichen Turnier vorgeschaltet sind die Starttage 1A bis 1F, die im Internet absolviert werden bzw. wurden.

Das Startgeld für diese beträgt €300 und es qualifizieren sich 10 Prozent aller Teilnehmer mit ihrem erspielten Stack für das eigentliche Turnier im Wembley-Stadion, das nun als Tag 2 bezeichnet wird.

Für die Starttage 1B bis 1F (im März, April, am 5. Mai, 12. Mai und 19. Mai) wiederum gibt es Internet-Satellites ab €2,20.

Eine Gesamtpreisgeldgarantie wird nicht mehr übernommen, für den Sieger stehen aber 1 Million Euro als Siegprämie fest, wobei es eine normale Ausschüttung mit 20 Prozent für den Sieger gibt. Sollte es ein Overlay geben, wird Dusk till Dawn die Differenz übernehmen.

Außerdem wurde auf der Pressekonferenz bekannt gegeben, dass 70 Prozent der Spieler, die nach Wembley kommen, ins Preisgeld kommen. Das allerdings hat es bei einem Pokerturnier so noch nie gegeben.

Zwischenfazit

So richtig rund läuft es bei der ISPT weiterhin nicht. Von den großspurig angekündigten vier Superstars erschien zur Pressekonferenz nur David Benyamine, die anderen blieben aus ungenannten Gründen fern.

David Benyamine
David Benyamine war der einzige anwesende Spieler bei der PK.

Die aktuelle Offensive dürfte der letzte Versuch zu sein, das Projekt ISPT halbwegs vernünftig über die Bühne zu bringen. So richtig zu Ende gedacht ist das Ganze aber immer noch nicht.

Noch gibt es keinen Plan, wie Cashgames ausgerichtet werden können (im Wembley nicht möglich) bzw. welche Side Events stattfinden, um ausgeschiedenen Spielern weitere Möglichkeiten zum Pokern zu bieten.

Ob die ISPT tatsächlich im Juni stattfinden oder schlicht aus Spielermangel abgesagt wird, wird sich also im Juni zeigen.

Für die Organisatoren steht einiges auf dem Spiel – an Marketinggeldern wurden ohne Frage schon hohe Summen ausgegeben, und das Wembley-Stadion dürfte in puncto Miete nicht gerade die billigste Immobilie in Europa sein.  

 

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