ISPT? – Bitte nie wieder!

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8 Juni 2013, Von: Rainer Vollmar
Geposted in: PokerZeit Blog
ISPT? – Bitte nie wieder!

Eines muss man den Veranstaltern der ISPT ja lassen. Allen Widrigkeiten zum Trotz haben Sie Wort gehalten und das genauso großspurige wie überflüssige Projekt „Poker im Wembley“ zu einem anständigen Ende gebracht.

Nach vielen großkotzigen Versprechungen und entsprechenden Widerrufen, die seit Ende 2011 durch die Pokerwelt geisterten, haben es die Veranstalter tatsächlich geschafft, 761 Spieler ins legendäre Wembley-Stadion zu locken und deren Antreten fürstlich zu entlohnen.

Ohne die Einmischung von Rob Yong und seinem Mitstreiter Simon Trumper, die sich Anfang des Jahres dem ursprünglichen Organisationskomitee der Groupe Tapie und Partouche anschlossen, wäre es aber womöglich nie zu diesem Turnier gekommen.

Mit einer Garantie von 1 Million Euro für den 1.Platz, die Yong auf einer Pressekonferenz im Wembley bekannt gab, lehnte sich der Besitzer von Dusk Till Dawn weit aus dem Fenster – und löste sein Versprechen ein.

Rein rechnerisch bedeutete dies aufgrund der bescheidenen Spieleranzahl, die weit unter den ursprünglich anvisierten 30.000 Teilnehmern lag, ein Overlay von rund 600.000 Euro – ein Traum für jeden ambitionierten Turnierspieler und ein Alptraum für jeden Veranstalter.

Noch größer wird der Verdruss auf Veranstalterseite, wenn man bedenkt, dass ein nicht unbeträchtlicher Teil der Spieler gesponsert war und auch das Stadion eine horrende Summe gekostet haben dürfte.

Als wäre dies nicht schlimm genug, straften die sechs Finalisten den Veranstalter mit ihrem Deal zwar nicht zusätzlich finanziell, aber in Sachen PR. Ein Preisgeld von 436.000 Euro für den Sieger liest sich eben völlig anders als das einer Million!

Sucht man die Gründe für dieses ökonomische Desaster, fallen sicher zwei Faktoren besonders ins Gewicht. Zum einen genießt die Groupe Tapie genauso wie die Partouche Groupe in Pokerkreisen einen höchst zweifelhaften Ruf, den sie spätestens mit dem geplatzten Full-Tilt-Deal zementiert hat.

Ein windiger Manager wie Prosper Masquelier, dem es nicht gelingt, die Pokerwelt von einem Vorhaben dieses Ausmaßes zu überzeugen, tut da sein Übriges.

Wichtiger noch aber dürfte gewesen sein, dass der Grundgedanke an sich falsch ist. Gewiss, das Wembley-Stadion ist ein großartiger, traditionsreicher Ort, aber es ist und bleibt eben ein Fußballstadion, in dem man sich das Finale der Champions League oder ein Länderspiel anschauen möchte.

So wird von der ISPT, die die Pokerwelt einst revolutionieren sollte, nur sehr wenig übrig bleiben. Dass es wie geplant zu weiteren Turnieren kommt, kann man sich nur schwer bis gar nicht vorstellen, denn außer einem finanziellen Debakel und vielen langen Nasen hat den Veranstaltern das Wembley-Experiment nichts eingebracht.

Auf eines können sie sich aber verlassen – die ISPT 2013 wird auch in einigen Jahren noch für manchen Schenkelklopfer sorgen.

Anm.: Sind Sie derselben Ansicht? Für ein abolute Muss hält Lee Davy von PL.com die ISPT.

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