Isildurs Steuerschulden

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Kann Viktor Blom sich den Behörden entziehen?

Seit dem Jahr 2006 geht das Skatteverket - die schwedische Finanzbehörde - gegen Online-Pokerprofis vor, die in Schweden leben, aber auf Pokerseiten spielen, die außerhalb der EU ansässig sind.

Laut mehrerer schwedischer Tageszeitungen ist Viktor „Isildur1" Blom derzeit eines der wichtigsten Ziele. Seine Steuerschulden haben sich angeblich auf $150 Mio. addiert. Grundlage der Berechnungen sind die gut dokumentierten High Stakes Sessions, die Blom auf Full Tilt absolviert hat.

Die schwedischen Kollegen von PokerListings.se sprachen nun mit Dag Hardyson, dem Verantwortlichen des Saktteverket. Im Interview wollte er nicht bestätigen, dass ein Verfahren gegen Blom eröffnet wird.

„Wir können Einzelfälle nicht kommentieren", sagte Hardyson. „Weder, ob ein Verfahren läuft, noch ob eines beabsichtigt ist."

Allerdings weiß der Beamte genau, von wem hier die Rede ist.

„Ich bin schon einmal von einem Reporter gefragt worden und antwortete, da könne er ja auch einen Sportjournalisten fragen, ob er schon einmal etwas von Zlatan gehört habe (Ibrahimovic - der berühmteste schwedische Fußballspieler). Aber vielleicht hätte ich das gar nicht sagen sollen, ich darf mich zu Einzelpersonen eigentlich gar nicht äußern."

Die Krux liegt in der schwedischen Gesetzgebung. Poker gilt dort als Lotterie, und alle Gewinne, die man bei Anbietern von außerhalb der EU erspielt, müssen mit 30% versteuert werden.  Dabei wird jeder Pot einzeln abgerechnet, d. h. jeder gewonnene Pot entspricht einem kleinen (oder großen) individuellen Lotteriegewinn.

Das Problem ist jedoch, dass man Verluste nicht abziehen kann. Lediglich ein kleiner Betrag in Höher von ca. $15 ist als „operative Kosten" absetzbar.

Die schwedische Tageszeitung Dagens Industri addierte alle Pots zusammen, die Blom allein auf Full Tilt gewonnen hat, und kam damit auf geschätzte Steuerschulden von $150 Mio.

Obwohl Full Tilt zumindest teilweise in Irland beheimatet ist, fällt das Unternehmen gemäß Hardyson dennoch unter die Steuergesetzgebung von entweder Aruba oder Alderney.

„Nach unserer Auffassung operiert Full Tilt Poker außerhalb der EU", erläutert Hardyson.

Hardyson fügte hinzu, dass das Skatteverket in der Lage ist, genaue Schätzungen anzustellen, wenn es um Gewinne von Pokerspielern geht.

„Ich kann nicht über Full Tilt im Einzelnen sprechen, aber es ist insgesamt ständig einfacher geworden, Daten über Seiten zu sammeln, die sich in Steuerparadiesen ansiedeln. Immer mehr dieser Länder geben ihre Positionen auf und versuchen, mit der EU oder den USA Abkommen zu schließen."

Blom ist offiziell nach London umgezogen, um der schwedischen Steuerbehörde zu entgehen, aber laut Hardyson dürfte ihm das nicht viel helfen.

„Die Jahre, in denen er in Schweden gelebt hat, war er trotzdem steuerpflichtig, und wir haben vor, diese zu kassieren, wenn es möglich ist. Wenn jemand z. B. nach England oder Spanien zieht, haben wir durchaus ausreichend Beziehungen, um auch dort zuzugreifen. Wie genau das funktioniert, darf ich Ihnen leider nicht sagen."

Sollte Skatteverket tatsächlich $150 Mio. eintreiben, dürfte dies der größte Coup in der Geschichte der schwedischen Behörde sein.

„Wir machen so etwas schon längere Zeit, und ich würde sagen, wir sind recht erfolgreich", lächelte Hardyson.

„Aber ich muss hinzufügen, dass viele Spieler ihr Einkommen offiziell angeben, und teilweise handelt es sich dabei um durchaus beträchtliche Summen. In der Presse wird darüber selten gesprochen, was mir gegenüber den Spielern nicht ganz fair erscheint ... Allerdings weiß ich nicht, ob sie nur den Nettogewinn angeben oder tatsächlich jeden einzelnen Pot."

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