Das Irish Open Abenteuer 1 – wie man Karfreitag überlebt

Share:
4 April 2015, Von: Dirk Oetzmann
Das Irish Open Abenteuer 1 – wie man Karfreitag überlebt

Andererseits hat man kein Problem damit, ein Turnier in einem teuflischen Glücksspiel zu veranstalten, das an Karfreitag beginnt und am Ostermontag endet.

„90 Prozent der Iren halten die Regelung für Blödsinn“, sagt mir einer der Türsteher des Double Tree Hotel. „Aber die Mühlen der Bürokratie mahlen langsam, und ganz besonders langsam hier in Irland.“

Das karferitägliche Alkoholverbot ist eine ziemlich wichtige Sache, in Irland. Jedenfalls glaube ich das, denn ich habe gestern viele Leute darüber lamentieren hören. Die meisten davon standen an der Bar und beugten sich über ein Pint Guinness.

Lustigerweise trank die hölfte auch noch umsonst, denn Paddypower hatte da so eine Aktion gestartet, bei der man sich ein Pint bestellt und die Bedienung dann einen Chip in die Luft wirft. Wer den Münzwurf gewinnt, trinkt umsonst.

An dieser Stelle noch so eine irische Regelung: Man darf keine Bar öffnen, aber dann den Einheimischen ihre Drinks verwehren.

Dublin, so viel sei gesagt, ist nicht billig. Man kann hier schnell 12 bis 15 Euro ausgeben, selbst wenn man nur einen Hamburger und einen Softdrink bestellt. Zumindest außerhalb von amerikanischen Fastfood-Restaurants.

Aber eigentlich ist es auch hier einfach so, dass man wissen muss, wo man sucht. Im Untergeschoss meines Hotels, das nur zehn Gehminuten von den Irish Open entfernt liegt, gibt es z. B. einen Pub.

Er hießt The Den, was so viel heißt wie die Höhle, und dort bekommt man ein anständiges Essen plus ein Getränk nach Wahl für einen Zehner.

An der Theke steht Brandon, der immer einen Spruch draufhat und sich bestens um das Wohl und die Unterhaltung der Gäste sorgt.

Brandon arbeitet seit über 40 Jahren in der Gegend, und er erzählt Geschichten, wie es nur ein 60-jähriger irischer Barmann kann.

Es ist so: Restaurants dürfen die ein Bier verkaufen, wenn du etwas isst, aber Pubs sind ja irgendwie so ähnlich wie Restaurants, nicht wahr, und manchmal ist ein einfaches Sandwich ja auch schon ein Abendessen, nicht wahr, oder ein Tüte Chips, oder wenn man einfach nur an eine Tüte Chips denkt.

Ihr wisst schon, was ich meine. „Am Karfreitag bin ich hier von drei bis zehn“ sagt Brandon vom Den, „nur falls du ein bisschen, naja, dir die Zeit vertreiben willst. Offen ist aber nur für Hotelgäste, also ist das eine oder andere Pint schon drin für dich.“

Denn Hotelgäste sind, wie ich nun weiß, Einheimische. Jedenfalls so lange sie in dem Hotel wohnen.

Man muss Irland einfach lieben.

Share:

Bitte füllen Sie die erforderlichen Felder korrekt aus.

Es ist ein Fehler aufgetreten!

Sie müssen drei Minuten warten, bevor sie einen weiteren Kommentar abgeben können.

Noch keine Kommentare