WSOP exklusiv: Main Event Champion Pius Heinz

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Geschafft - Heinz auf dem Pokergipfel.

Es ist vollbracht. Der Main Event der WSOP 2011 ist vorbei, und der frisch gebackene Sieger Pius Heinz ist der erste Deutsche, der den Weltmeisterthron besteigen darf.

In einem rein europäischen Heads-up setzte Heinz sich gegen Martin Staszko aus Tschechien durch und schnappte sich den begehrtesten Titel der Pokerwelt und 8,7 Mio Dollar. Im Rio Hotel und Casino Resort von Las Vegas spielten sich danach tumultartige Szenen ab.

„Ich bin unglaublich stolz darauf, der erste Deutsche zu sein, der hier gewinnt. Ich bin überwältigt, und die Unterstützung, die ich bekommen habe, war unfassbar.“

„Es war unwirklich, so viele Freunde und meine Familie dort stehen und jubeln zu sehen. Ein großartiges Gefühl!“, jubelte Heinz nach dem Sieg.

Über fünf Stunden lang hatten sich Heinz und Stazko bekriegt, bis Heinz der entscheidende Coup gelang. Er konnte verdoppeln, übernahm die deutliche Führung und setzte wenige Hände später zum Todesstoß an.

So verlief der Final Table.

Staszko open-shoved schließlich mit T 7, und Heinz bezahlte sofort mit A K. Zwar bekam Staszko auf dem Turn immerhin einen Gutshot Straight Draw zu seinen live Cards, aber nach dem River war Heinz‘ AK immer noch die bessere Hand. Der Sieg war perfekt.

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200 Mio. Chips, 8,7 Mio. Dollar, eine Flagge.

Für den zweiten Platz kassiert Martin Staszko stolze $5.433.086.

Nachdem der letzte River gefallen war, rannte Pius Heinz zu seinen Fans an die Rail und verschwand in den Umarmungen derer, die ihm während der Finaltage soviel Unterstützung hatten zukommen lassen.

„Ich bekam kaum noch Luft vor Aufregung und Freude“, erklärte der um Fassung ringende Heinz.

Pius Heinz ist der vierte junge Pokerprofi in Folge, der den WSOP Main Event Titel gewinnt, und es ist nach Jonathan Duhamel aus Kanada auch der zweite Nicht-US-Amerikaner, der den Pokal entführt.

Zu Beginn des Final Table war Pius Heinz Siebtplatzierter in Chips. Zwischenzeitlich fiel er auf den letzten Platz zurück, aber dann begann sein unaufhaltsamer Aufstieg an die Spitze. Als sich die letzten drei Spieler wieder trafen, lag er schon deutlich in Führung.

Aber im Poker geht es manchmal schnell. Martin Staszko benötigte nur zwei Hände, um Lamb praktisch handlungsunfähig zu machen und Heinz den Chiplead abzunehmen. Danach entspannte sich ein intensives, fünfstündiges Heads-up Duell, in dem der Tscheche die längste Zeit in Führung lag.

„Das Heads-up lief nicht so, wie ich es mir gewünscht hätte“, gab Heinz hernach zu. „Ich bekam praktisch keine Hände und Martin spielte ausgezeichnet. Er weiß, dass mein Spiel zu großen Stücken auf Pre-Flop-Aggression beruht, und indem er oft nur limpte, nahm er mir quasi den Wind aus den Segeln.

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Heads-up, Heinz gegen Staszko.

Ich konnte ihn für seine Limps aber auch nicht bestrafen. Wenn Staszko am Button limpt, und du hast immer wieder 5-3 off-suit, dann kannst du wenig machen.

Also musste ich versuchen, ihn post-Flop auszuspielen, aber Martin ist post-Flop ein Klassespieler.

Letztlich sagte ich mir aber, was soll’s, spiel dein Spiel, und mit ein bisschen Glück fallen die Karten irgendwann richtig.“

Pius Heinz, Martin Staszko und Ben Lamb waren die letzten drei Spieler, die sich im Penn & Teller Theatre an einen Tisch setzten, um ihren Sieger auszuspielen. Nach dem langen und harten Spieltag zuvor, als von neun auf drei Spieler heruntergespielt wurde, rechneten Spieler und Zuschauer mit allem, aber nicht damit, was gleich in den ersten beiden Händen passierte.

Lamb, inzwischen offiziell „WSOP Player of the Year“, 4-bettete all-in, und Stazko bezahlte mit Pocket Siebenen. Das Paar hielt, und Lamb war am Boden. Stazko nahm in der folgenden Hand Heinz über 30 Mio. Chips ab und fuhr zwei Hände später fort, Lamb auch von seinen restlichen Chips zu befreien.

Am letzten Spieltag wurden 301 Hände gespielt, bis Heinz als Gewinner feststand. Da Lamb aber schon nach vier Händen ausgeschieden war, war „Heads-up“ das Motto des letzten Tags.

Heinz erhielt nicht nur jede Menge Unterstützung aus dem Publikum, sondern auch Informationen über die Spielweise seines Gegners.

„Es war gut für mich zu wissen, dass Martin eigentlich immer eine starke Hand hatte, wenn er eine große Bet oder ein Raise ansetzte, denn wenn man das Gefühl bekommt, ständig geblufft und ausgespielt zu werden, dann kratzt das am Selbstvertrauen“, erläuterte Heinz.

„Wenn dir aber deine Leute an den Rails sagen, dass Martin jedesmal etwas auf der Hand hatte, kriegst du das Gefühl, alles richtig zu machen. Plötzlich freut man sich darüber, überhaupt noch dabei zu sein, weil man ihn mit seinen starken Händen nicht gecallt und ausbezahlt hat.“

Heinz zeigte über den gesamten Verlauf des Turniers die richtige Mischung aus Geduld und Aggressivität. Und da er der erste Deutsche ist, der den Titel gewinnt, könnte dies ungeahnte Möglichkeiten für den heimischen Pokermarkt bedeuten.

„Ich bin stolz auf den Sieg, und ich werde tun was ich kann, um Poker in Deutschland weiter zu helfen. Es ist so ein großartiges Spiel, und ich möchte meinen Teil beitragen“, sagte Heinz. „Das hier dürfte einiges an Aufmerksamkeit erregen.“

Pius Heinz ist das jüngste Mitglied im PokerStars Pro Team und wird bei der nächsten Staffel der German High Rollers dabei sein.

Mehr über den Verlauf des Finaltisches und die Final Table Payouts.

Von Pius Heinz werden wir in naher Zukunft also auch in den Mainstream-Medien mehr hören.

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