Interview mit WSOP-Gewinner Martin Kläser

In Europa gab es einmal ein Sprichwort zur Dominanz der Deutschen im Fußball: "Fußball ist ein Spiel, bei dem zwei Teams mit je 11 Spielern antreten... und dann gewinnt Deutschland."

Einen ähnlichen Trend können wir bei der diesjährigen WSOP erkennen. Im Event43: $1.500 Pot-Limit Omaha Eight-or-better gelang es Martin Kläser, als dritter Deutscher ein Bracelet zu holen. Nach dem Turnier sprachen wir mit Martin.

Martin, was hast du gemacht bevor du zum Pokern gekommen bist?

Ich habe Materialwissenschaften studiert, Grundlage Chemie und Biologie und Mathematik. Eigentlich wolle ich in einem Labor arbeiten um verschiedene Dinge zu mixen (lacht)

Du bist noch ziemlich jung, bei wie vielen Events hast du bereits mitgespielt?

Dies ist meine erste World Series und insgesamt ist dies die dritte Veranstaltung bei der ich mitspiele.

Und nun bist du der dritte deutsche Champion bei dieser WSOP?

Ja und wir sind sehr stolz auf die anderen beiden deutschen Gewinner.

Wie sieht es derzeit mit der Poker-Situation in Deutschland aus?

Pokern in Deutschland wird immer beliebter, es ist fantastisch. Doch haben wir auch, genau wie in den USA, Probleme im rechtlichen Bereich. Doch im Gegensatz zu den USA haben wir leider keine Poker-Verbände wie die PPA. Trotz dessen gewinnt der Pokersport in Deutschland immer mehr an Ansehen.

Bringt es dir, als Europäer, einen Vorteil, angesichts der Tatsache das in den USA PLO8 im allgemein als ein Limit Spiel betrachtet wird?

Nein, das denke ich nicht. Vorrangig spiele ich No-Limit Holdem. Gerade mal vor sechs oder neun Monaten habe ich mit PLO8 angefangen. Der Vorteil besteht darin, dass ich ein sehr guter PLO-Spieler bin und dieses Spiel sehr oft spiele.

Wie sieht deine allgemeine Strategie aus, um im PLO8 eine gute Starthand zu finden?

Ich suche nach einer Hand mit einer guten Kombination. Gute wäre eine Kombination mit hohen Karten und zwei niedrigen Karten, Asse sind immer gut, sowie vier niedrige Karten. Erhöht ein Spieler, dann sollt man die Karten besser folden weil es keine Option auf „High" gibt und oft ist die Hand des „Low" besser als die Eigene.

Ich verlor einen hohen Pot gegen Erik Seidel. Ich hielt AQ-5-2 und er AK-3-2. Als die Blind dann stiegen, wurden auch die Spieler am Tisch weniger, deshalb war es um so wichtiger, die hohen Hände zu gewinnen.

Wie war es für dich mit Erik Seidel an einem Tisch zu sitzen?

Erik Seidel? Er war der beste Spieler am Tisch. Ich habe sehr großen Respekt vor ihm und war dann auch sehr erleichtert als er den Tisch verlassen musste. Einmal versuchte ich ihn aus dem Pot zu bluffen und dann gewann ich in einer anderen Hand einen hohen Pot durch einen Flush „King high".

Als Du Fetter auf dem dritten Platz hinausgeworfen hast, hat man Dir die Aufregung sehr angemerkt. War das nur die Emotion, weil Du wusstest, dass es jetzt ins Heads-Up um das Bracelet geht?

Nein, als ich ihn raus geworfen habe, wusste ich, dass ich gewinnen werde!

Du hast 15 von 20 Händen im Heads-Up gewonnen und hast die meiste Zeit sehr aggressiv gespielt. Wie war das Heads Up für dich?

Ich hatte ungefähr das zweieinhalb fache an Chips. Er hatte nur 20 Big Blinds und foldete fast immer den Small Blind, also 1/20 von seinem Stack.

Das lustige am Heads-Up: In den Händen die er gewann, hatte er die Nuts und Du hast gefoldet. War das ein Read?

Nein, ich hatte dann wirklich Müll in der Hand, etwas wie J-6-5-4! Wenn Du einen Jack und ein schwaches Low hälst, hast Du kein Potential. Diese beiden Hände in denen er die Nuts hielt hatte ich wirklich nichts entgegen zusetzen und wollte sie deswegen auch nicht spielen.

Vielen Dank für Deine Zeit.

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Martin Kläser gesellt sich zu Jens Voertmann und Sebastian Ruthenberg als deutsche Armband Gewinner in diesem Jahr. Alle drei gewannen ein Nicht-Hold'em Event, dies sollte ein Beweis für die Vielfalt deutscher Spieler sein.

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