Hossein Ensan und der Traum von Las Vegas

Hossein Ensan 1

Der 50-jährige Deutsch-Iraner Hossein Ensan ist eine Überrraschung am Final Table des Main Events in Barcelona. In einer Pause erzählte er uns von seinem bevorzugten Casino, der Freundschaft mit Bracelet-Gewinner Nikolaus Teichert und warum der Main Event für ihn bisher Schwerstarbeit gewesen ist.

PL: Hossein, du hast hier in Barcelona bereits den Seniors-Event gewonnen. Ist das überhaupt deine Liga? Immerhin hast du beim Angriff auf den Final Table des Main Events eine außergewöhnlich abgeklärte Performance hingelegt.

HE: Na ja, ich bin im Mai 50 geworden. Und damit tritt man ja bezüglich Live-Poker in einen neuen Lebensabschnitt ein (lacht). Der Seniors-Event ist die Belohnung. Das konnte ich mir nicht nehmen lassen.

PL: Für deine Gegner kommst du in deinem Alter ja aus einer anderen Welt. Merkt man das beim Spielen?

HE: Nur wenn ich Angst hätte. Aber ich spiele seit zehn Jahren mehr oder weniger intensiv Live-NLHE-Turniere. Damit bin ich erfahrener als die meisten anderen.

PL: Wäre die Siegprämie life-changing?

HE: Ja. Ich habe noch einen ganz normalen Job, und den könnte ich dann aufgeben. Ich würde es mit einer Profi-Karriere probieren.

Mein erster Weg würde mich zur WSOP führen. Ich war noch nie in Las Vegas, aus dem simplen Grund, weil ich es mir nicht leisten konnte.

PL: Aber das Buy-in für einen EPT-Main Event gibt die Bankroll her?

HE: Ich habe Anfang 2013 damit angefangen mich für die großen europäischen Live-Tuirniere zu qualifizieren.

Neben den Amsterdam Master Classics hab ich unter anderem auch die EPTs in Berlin und Wien gespielt.

Aber ich hab mich immer versucht über Satellites zu qualifizieren. Wenn das nicht geklappt hat, habe ich auch nicht gespielt.

PL: Du bist reiner Live-Turnierspieler. Wo wohnst du eigentlich und welches ist dein Stamm-Casino?

HE: Ich bin vor 25 Jahren aus dem Iran nach Deutschland gekommen und wohn nun schon seit einiger Zeit in Münster. Mein Heim-Casino ist Dortmund-Hohensyburg.

PL: Dort sollst du ja auch die Freundschaft mit einem deutschen Braceletträger begründet haben …

HE: Ja, mit Nikolaus Teichert. Wir kennen uns jetzt seit sieben Jahren. Der railt mich hier auch fleißig in Barcelona. Kein Wunder, er hat ja auch Prozente an mir (lacht).

PL: Würde das weh tun, wenn du 20-30 Prozent vom Gewinn an deine Staker abgeben müsstest?

HE: Gar nicht. Ich freu mich doch genauso meine Freunde reich zu machen, wie mich selbst.

PL: Du hast jetzt hier fünf Tage stundenlang gegen die Weltelite gespielt. Du bist das ja nicht gewöhnt und auch keine 25 mehr. Fühlst du wenigstens eine leichte Erschöpfung?

HE: Ja klar. Ich versuche hier in jeder Hand das Beste zu geben. Das kostet eine Menge Kraft. Aber natürlich fließt da auch eine Menge Adrenalin durch die Adern.

Das hilft auf jeden Fall dabei, wach zu bleiben.

Bitte füllen Sie die erforderlichen Felder korrekt aus.

Es ist ein Fehler aufgetreten!

Sie müssen drei Minuten warten, bevor sie einen weiteren Kommentar abgeben können.

Noch keine Kommentare