High Stakes: Full Tilt suspendiert Brian Townsend

Brian Townsend
Zum zweiten Mal gesperrt - Brian Townsend.

Nachdem er des Betrugs und des Multi-Accountings beschuldigt wurde, hat Brian Townsend sich nun offiziell erklärt und wurde daraufhin zum zweiten Mal von Full Tilt Poker gesperrt.

Townsend wird vorgworfen, unerlaubt mit Brian Hastings und Cole South zusammengespielt zu haben, um Isildur1 um mehrere Millionen Dollar zu betrügen. Die Vorwürfe kamen auf, kurz nachdem Hastings dem Schweden innerhalb eines einzigen Tages 4,2 Mio. Dollar abgenommen hatte.

Öffentliche Wortmeldungen gab es erstmals, als Hastings und Townsend nach der großen Winning Session von Hastings auf ESPN interviewt wurden.

Hastings erlkäuterte, wie die drei versucht hatten, Schwächen in Isildurs Spiel zu finden und zu verstehen.

„Ehrlich gesagt gebührt Brian Townsend der größte Dank. Ich meine, Brian ist wirklich der härteste Arbeiter in der Pokerbranche, den ich kenne," sagte Hastings zu ESPN.

„Er hat eine ganze Datenbank von Heads-up-Händen analysiert und anhand dessen ein Verhaltens- und Setzmuster für Isildur in spezifischen Situationen erstellt. Wir drei haben unzählige Hände durchgesprochen und Brians Analysen diskutiert, also bin ich ihm und auch Cole sehr dankbar."

Was das Mitteilen von Informationen über Hände und gegnerische Spieler betrifft, sind die Regeln bzw. AGB von Full Tilt eindeutig:

„Ein Spieler, der sich Zugang zu Informationen und Daten über andere Spieler verschafft, die über persönliche Beobachtungen und Spielerfahrungen hinausgehen, verschafft sich gemäß der Geschäftsphilosophie von Full Tilt Poker einen unlauteren Vorteil." (aus §8 der AGB von Full Tilt)

Townsend hat die Übertretung der Regeln in vollem Umfang eingestanden und in seinem Blog dargelegt, worin diese bestanden hat.

„ich hatte etwa 20k Hände gegen Isildur zur Verfügung und habe weitere 30k gekauft," schrieb Townsend.

„Von uns dreien war ich der einzige, der gegen die AGB von Full Tilt verstoßen hat. Wir haben allerdings nie Hände besprochen, wenn diese gemuckt wurden, abgesehen von einigen wenigen, die ich auf weaktight.org veröffentlicht habe, und letztlich waren alle Informationen für jeden verfügbar, der die Partien einfach verfolgte."

Einfacher ausgedrückt, hat Townsend seine eigene Hand History mit 30.000 Händen von Hastings und South kombiniert und Isildurs Spielweise damit im Detail analysiert. So konnten Hastings, South und er ausführlich besprechen, welche Strategie anzuwenden sei, und im Anschluss kamn es zu  Hastings'erfolgreicher Session.

„Auf diesem Level muss man sich jeden kleinen Vorteil zunutze machen," erklärte Hastings gegenüber ESPN. „Er kann den entscheidenden Unterschied ausmachen. Analyse und Diskussion sind deshalb von essenzieller Bedeutung."

Full Tilt betrachtet den Verstoß gegen die AGB nicht als gravierend und gleichbedeutend mit dem, was der Großteil der Online-Spieler jeden Tag tut, nämlich mithilfe von Software oder Datenbanken Informationen über Hände zu bekommen, an denen sie persönlich nicht beteiligt waren. Diese Hgand Historys enthalten keine persönlichen Informationen und sind über verschiedene Quellen verfügbar, u. A. auch über die Rubrik MarketPulse hier auf PokerZeit.

Full tilt hat daher beschlossen, Townsend den Status Red Pro für 30 Tage zu entziehen. Es wird angenommen, dass Townsend in dieser Zeit keine Vergünstigungen für Red Pros in Anspruch nehmen kann, was einem Verlust von mehreren tausend Dollar gleichkommt.

Was den Vorwürfe wegen Kollusion und Multi-Accounting wies Townsend dagegen zurück.

„Cole, Hastings und ich leben etwa 3000 Meilen voneinander entfernt," schrieb Townsend dazu. „Ich habe niemals auf Brians oder Coles Account gespielt.

Was die Zusammenlegung der Hand Historys betrifft, erklärte Townsend, dass diese so nicht passiert sei.

„Ich habe die mur zur Verfügung stehenden Daten analysiert, und dann sprachen wir drei über die optimale Strategie gegen Isildur1. Alle Gespräche fanden statt, wenn niemand von uns gespielt hat."

Townsend war bereits 2008 von Full Tilt für sechs Monate gesperrt worden, nachdem er zugegeben hatte, unter eine zweiten Usernamen („Stellarnebulae") auf niedrigeren Limits gespielt zu haben.

Zwar spielte er nie mit zwei Accounts an einem Tisch, aber es ist gemäß der AGB von Full Tilt verboten, mehr als einen aktiven Account zu besitzen.

Nach derzeitigem Stand haben Townsend ($1,5 Mio.), South ($210K) und Hastings ($3,8 Mio.) Isildur1 insgesamt $5,6 Mio. abgenommen.

Deswegen bilanziert Isildur1 für das laufende Jahr $2,6 Mio. Verlust. Der Schwede scheint inzwischen am Ende seiner finanziellen und spielerischen Kräfte zu sein. Zuletzt war er am Sonntag an den Tischen zu sehen. Er verlor $25k auf $10/$20 PLO.

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