Hand der Woche – Polk holt gegen Antonius den Hammer raus

hammer and ace

Poker vom Feinsten gibt es bei den Aufzeichnungen der Highstakes-Cashgame-Runde der Aussie Millions zu bewundern. Auch die letzte Folge brachte wieder eine Menge Action und eine Reihe interessanter Pots. Ein besonders interessantes Duell entwickelte sich zwischen Doug WCG Rider Polk und Patrik Finddagrind Antonius.

Wer dabei das bessere Ende für sich hatte, wollen wir uns in der Hand der Woche genauer ansehen.

Ausgangslage und Spiel bis zum River

Gespielt wird mit astronomischen Blinds von $1.000/$2.000 plus einem verbindlichen Button-Straddle von $2.000, womit jede Hand mit $5.000 im Pot beginnt. Alle Spieler folden und Doug Polk stockt im Small Blind mit $1.000 auf. Patrik Antonius checkt, womit $6.000 im Pot sind. Die effektiven Stacks betragen enorme $470.000, also 235 Big Blinds. Der Flop bringt

     

Polk checkt und Antonius setzt $6.000, also exakt Potgröße. Polk callt, damit sind $18.000 im Pot. Als nächste Karte wird die

 

aufgedeckt. Dieses Mal setzt Polk $5.000 und Antonius raist auf $23.000. Polk callt und im Pot sind $64.000. Mit effektiven Stacks von über $440.000 geht es auf den River mit der

 

Polk checkt, Antonius bringt eine heftige Overbet mit $90.000, worauf Polk nach längerem Nachdenken auf $302.000 checkraist. Antonius hadert kurz, callt dann aber mit

   

und gewinnt gegen Polks Bluff mit

   

den Pot mit $668.000.

Hier könnt ihr euch die Hand noch einmal in bewegten Bildern anschauen:

Analyse und Bewertung

Aus einer scheinbar harmlosen Konstellation in den Blinds mit 74 gegen 86 entwickelt sich ein heftiges Duell zwischen einem der langjährigen Top-Stars der Pokerszene, Patrik Antonius, und dem jungen Wilden Doug Polk, der sich selbst zum besten Cashgame-Spieler der Welt ernannt hat.

Schauen wir uns das Geschehen – und vor allem den River – noch einmal im Detail an.

Vor dem Flop Polk bekommt Pot Odds von 5 zu 1, raist mit 74o aber nicht, was später eine Rolle spielen wird. Antonius hat in Position eine ausbaufähige Hand und checkt.

Patrik Antonius
Schwer zu bluffen - Patrik Antonius.

Den Flop erwischen beide Spieler annähernd perfekt. Polk bekommt Two Pair und Antonius hat direkt die Nut Straight. Polk entschließt sich, seine Hand zunächst weiter passiv zu spielen und zu checkcallen.

Richtig interessant wird es ab dem Turn. Mit der zweiten Fünf kommt ein Paar aufs Board und Polks Hand wurde stark entwertet, da sein zweites Paar (die Vieren) nicht mehr gültig ist.

Der amerikanische Jungstar versucht aber, aus der Not eine Tugend zu machen, und übernimmt mit einer niedrigen Bet die Initiative. Antonius sieht sich mit seiner Straight immer noch vorn und raist, um mehr Geld in die Mitte zu bekommen.

Es gibt etliche schlechtere Hände, die ihn bezahlen können, aber natürlich kann er auch geschlagen sein – allerdings von deutlich weniger Kombinationen.

Auf dem River schließlich zündet Polk ein Feuerwerk. Er checkt zunächst und haut nach Antonius‘ kräftiger Overbet einen brutalen Check-Raise raus.

Diesen Move, mit dem er seinen Bluff-Catcher in einen Bluff verwandelt, hatte er auf dem Turn bereits vorbereitet.

Dort callte er und spielte damit genau so, wie man es mit einem Monster macht, um niemanden zu verscheuchen.

Faktisch bietet Polk seinem Gegner Pot Odds von 2,14 zu 1 – also ziemlich gute Pot Odds – doch in einer derart teuren Highstakes-Partie spielt auch immer das absolute Geld eine Rolle.

$212.000 muss Antonius callen, nachdem Polk sein Spektrum maximal polarisiert (unter anderem mit geplatzten Flush Draws) hat. Tatsächlich gibt es recht viele Hände, die den Finnen schlagen:


  • 55 (1 Kombination)
  • 77 (3 Kombinationen)
  • 75 (6 Kombinationen)
  • 54 (6 Kombinationen)
  • 44 (3 Kombinationen)

und sehr stark zu diskontierende, da sehr unwahrscheinliche


  • QQ (3 Kombinationen)
  • Q5 (6 Kombinationen)

Lässt man die Damen außer Acht, bleiben immerhin 19 Kombinationen, die Polk durchaus haben kann. Bei seiner Entscheidung wird Antonius aber eines berücksichtigt haben:

Doug Polk
Auch nicht von Douglas Polk.

Aufgrund des Spiels vor dem Flop kann man alle Paare im Spektrum Polks praktisch ausschließen, da er damit ziemlich sicher geraist hätte.

Bleiben also die insgesamt 12 Kombinationen von 75 und 54 übrig, die Antonius aber nicht ausreichten, um seine Hand aufzugeben.

So stark Antonius‘ Call war, muss man Polk dennoch für seinen mutigen Check-Raise Respekt zollen. Eine schwache Fünf hätte er damit bestimmt zum Folden gebracht.

Fazit

Doug Polk holt gegen einen der erfahrensten und angstfreisten Spieler der Welt auf dem River den Hammer heraus und verblufft am Ende über 300.000 Dollar.

Patrik Antonius hadert zwar kurz, trifft dann aber die richtige Entscheidung gegen den fantasievollen Move seines Gegners.

Die gesamte Folge des Aussie Millions Cash Game könnt ihr euch hier anschauen

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