Hand der Woche – Warmer Regen für Gus Hansen

Gus Hansen

Er ist einer der Spieler, der seit Jahren den Takt auf den Highstakes von Full Tilt Poker vorgibt. Gus Hansen sorgt stets für volle Tische und in den letzten Jahren auch für volle Kassen bei seinen Gegnern. Im Bereich von 20 Millionen Dollar liegen Hansens Onlineverluste, aber natürlich gewinnt auch er gelegentlich eine Hand. In unserer Hand der Woche wollen wir uns ein Duell gegen Alex Alexonmoon Luneau ansehen, bei dem es einen warmen Geldregen für den Great Dane gab.

Ausgangslage und Spiel bis zum River

Gespielt wird ein Mixed Game mit vier Spielern, aktuell steht No-Limit Hold’em mit Blinds von $300/$600 auf dem Programm. Nach einem Fold von Alex Kostritsyn raist Elior Sion auf $1.500. Gus Hansen (Stack $83.000) callt mit

   

im Small Blind. Hinter ihm reraist Alex Luneau auf $6.000. Sion foldet, aber Hansen callt. Im Pot sind somit $13.500, bevor der Flop mit

     

aufgedeckt wird. Hansen checkt, Luneau macht die C-Bet mit halbem Pot ($6.750), Hansen checkraist auf $14.400 und Luneau callt. Im Pot sind $42.300 und es folgt der Turn mit dem

 

Hansen setzt halben Pot und hat noch gut $41.000 übrig. Luneau callt, womit $85.500 im Pot sind. Der River bringt

 

Hansen checkt, Luneau setzt ihn All-In und Hansen callt mit seinem Full House.

Luneau zeigt

   

und der Pot mit rund $168.000 geht an Gus Hansen.

Analyse und Bewertung

Ein schöner Pot für Gus Hansen, der hier gut traf und voll ausbezahlt wurde. Schauen wir uns die Hand aus Hansens Sicht noch einmal an, um ihre entscheidenden Momente zu untersuchen. Vor dem Flop callt Hansen mit A 3 im Small Blind erst den Raise von Elior Sion und anschließend den Reraise von Alex Luneau.

Diese Spielweise hinterlässt keinen sonderlich guten Eindruck. Zwar bekommt Hansen Pot Odds von 2 zu 1, aber er muss die Hand ohne Position weiterspielen und in Luneaus 3-Bet-Spektrum befinden sich viele AX-Hände, die Hansens Hand dominieren. Natürlich weiß Hansen, dass Luneau hier mit einem breiten Spektrum squeezt, aber seine Hand aus den Top 20% schneidet dagegen nicht sonderlich gut ab.

Der Flop ist für Hansen perfekt. Auf die C-Bet von Luneau lässt er einen Check-Raise vom Stapel, der aus zwei Gründen gut gefällt.

1. Er repräsentiert die unwahrscheinliche Drei, die ihm sein Gegner kaum glauben kann.

2. Er baut den Pot auf und bereitet damit das All-In vor.

Tatsächlich kann Luneau auf diesem Board seine A Q kaum folden, dafür hat Hansen einfach zu oft nichts. Mit dem A spitzt sich die Lage weiter zu. Für Hansen ist sie ideal, weil viele Asse in Luneaus Spektrum sind. Er setzt halben Pot und kommt nach Luneaus Call dem All-In einen Schritt näher.

Alexandre Luneau
Das Board entwickelte sich äußerst ungünstig für den französischen High Stakes Regular Alexandre Luneau.

Hansen Entscheidung auf dem River mit der Q  nur zu checken, ist allerdings schwer nachvollziehbar. Ginge er mit seinem Rest All-In, bekäme Luneau Pot Odds von 3 zu 1, die er schwer ausschlagen könnte. Schließlich gab es auf dem Flop einen Flush Draw in Karo, mit dem (und natürlich anderen Händen) Hansen bluffen könnte.

Aus Hansens Sicht scheinen sich in Luneaus Spektrum mehr Bluffs als gute Hände befunden haben, anders ist sein Check nicht zu erklären. Ohne das geriverte Two Pair hätte Luneau womöglich nicht mehr gesetzt, aber ein All-In gecallt, womit Hansen eine Menge Value eingebüßt hätte. Mit dem Call auf dem Turn hatte Luneau gezeigt, dass er etwas hatte (vermutlich ein Ass), und sich sogar pot-committet.

Fazit

Gus Hansen trifft nicht nur perfekt, sondern hat auch noch das Glück, dass sein Gegner reverse dominiert wird. Auf dem River fällt er eine fragwürdige Entscheidung, die aber nicht bestraft wird. Für Alex Luneau war in dieser Hand überhaupt nichts zu machen. Am Ende hatte er eine starke Hand, wurde aber von einem Monster besiegt. 

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