Hand der Woche – Viktor Blom auf dünnem Eis

Viktor Blom

Viktor Isildur1 Blom zeigt sich selbst in der größten Sauren-Gurken-Zeit an den Tischen und sorgt wenigstens für ein bisschen Action. Zuletzt duellierte er sich mit punting-peddler, hinter dessen Pseudonym sich angeblich Bloms schwedischer Landsmann Mikael Thuritz verbergen soll. Die beiden lieferten sich ein heißes Mixed Game, aus dessen Verlauf wir eine Pot-Limit Omaha Hand aus der Sicht von Viktor Blom präsentieren.

Ausgangslage und Spiel bis zum River

Die Blinds liegen bei $200/$400 und die effektiven Stacks betragen $59.000, also 147,5 Big Blinds. Viktor Blom ist auf dem Button mit der ziemlich dürftigen Hand

       

und raist auf $1.200. Sein Gegner punting-peddler reraist aus dem Big Blind auf $3.600 und Blom callt. Im Pot sind $7.200. Der Flop bringt

     

und punting-peddler setzt $5.200. Blom raist auf $22.800, punting-peddler geht mit $55.400 All-In und Blom callt.

Turn und River bringen beim Run it twice

   

bzw.

   

und der gesamte Pot geht an punting-peddler, der         hielt.

Analyse und Bewertung

Ein zentrales Strategem bei Pot-Limit Omaha ist wie bei allen anderen Poker-Varianten die Position. Aufgrund der Vielzahl von Möglichkeiten ist Position sogar noch höher zu bewerten als bei No-Limit Hold’em, wo sich die Pot Equity und damit die Bewertung der Hände nicht so schnell ändert.

In unserem Beispiel versucht Viktor Blom, das Maximum aus seiner Position herauszuholen. Er raist mit einer eher dürftigen Hand – seine K T 3 2 haben in der Tat wenige Vorzüge und widersprechen dem Grundsatz, dass man bei Pot-Limit Omaha keine zwei Hold’em-Hände spielen soll, zumindest keine schlechten.

Nach dem Reraise von punting-peddler callt er wieder, im Wissen, dass er nach dem Flop Position haben wird. Die Ausgangslage ist, abgesehen von der Hand, in der Tat günstig für Blom. Mit $7.200 im Pot betragen die effektiven Stacks über $55.000 und Blom sieht immer erst, was sein Gegner macht.

Auf dem Flop erwischt Blom von allem ein bisschen was. Er hat Bottom Pair, er hat einen Flush Draw und er hat einen Gutshot. Mit den zwei recht hohen Karten hat der Flop aber auch vielen Händen von punting-peddler geholfen, dessen Reraise-Spektrum aus vielen Broadway-Händen besteht.

Mikael Thuritz
Mikael "punting-peddler" Thuritz roch den Braten.

Dennoch lässt sich Blom nicht zweimal bitten, als sein Gegner die Continuation Bet bringt. Er raist Pot und committet sich damit. Das ist eine klare Ansage an den Gegner, der noch folden kann. Mit Top Two Pair allerdings nicht, daher ist der Reshove von punting-peddler auf diesem drawlastigen Board selbstverständlich.

Schaut man sich die Pot Equity der beiden Hände an, ist Blom tatsächlich nur knapper Außenseiter und sein Spielzug im konkreten Fall korrekt. Da die Flush-Outs live sind, hat Blom über 46 Prozent Pot Equity und gewinnt mathematisch fast jedes zweite Mal. Wäre sein Flush Draw aber dominiert, sähe es ziemlich übel aus und Blom hätte nur 16 Prozent.

Unterm Strich hat Blom die Hand gespielt, wie man ihn kennt – aggressiv, spekulativ, volatil und furchtlos. Raist man mit einer dürftigen Hand vom Button, kann es schnell passieren, dass man auf dem Flop nicht mehr aus der Hand herauskommt.

Fazit

Mit marginaler Hand, aber maximaler Aggressivität geht Viktor Blom im vorliegenden Fall vor. Darin liegt sein spielerisches Geheimnis, das mittlerweile aber seine Gegner durchschaut haben. Wer so wie Blom spielt, muss mit einer Menge Varianz klarkommen, da das Geld in vielen undurchsichtigen Situationen in der Mitte landet. 

Solide sieht anders aus, aber Zuschauen macht trotzdem Spaß!

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