Hand der Woche – Verrücktes Match-Up zwischen Haxton und Sahamies

Ilari Sahamies

Undurchsichtig und wechselvoll geht es dieses Mal in unserer Hand der Woche zu. Verwickelt sind mit Ilari Sahamies und Ike Haxton zwei der renommiertesten Cashgame-Profis. Während Sahamies vor allem als PLO-Spezialist bekannt ist und als äußerst egozentrisch gilt, halten viele Experten Haxton für einen der besten NLHE-Spieler überhaupt. In unserem vorliegenden Duell wird Pot-Limit Omaha gespielt.

Ausgangslage und Spiel bis zum River

Wir verfolgen eine Partie Pot-Limit Omaha mit Blinds von $200/$400, die effektiven Stacks der relevanten Spieler betragen rund $52.000, also 130 Big Blinds. Nach zwei Folds raist BERRI SWEET auf dem Button auf $800. Hinter ihm reraist Ike Haxton im Small Blind mit

       

auf $2.800. Sahamies callt im Big Blind und auch BERRI SWEET callt. Im Pot sind damit $8.400. Der Flop bringt

     

Haxton checkt, Sahamies setzt $5.400 und BERRI SWEET foldet. Haxton callt. Im Pot sind $19.200, die effektiven Stacks betragen $43.000.

Der Turn bringt die

 

Haxton checkt und Sahamies setzt $9.900. Haxton callt und im Pot sind $39.000. Der River bringt die

 

Haxton geht von vorn mit effektiven $33.000 All-In und Sahamies callt. Sahamies dreht

       

um und gewinnt mit den Nuts und einem Vierling gegen Haxtons Second Nuts, einem Full House, den Pot mit $106.000.

Analyse und Bewertung

Gleichermaßen spannend und ungewöhnlich verläuft diese Hand zweier Weltklassespieler. Am Ende hat Ike Haxton mit einem vermeintlichen Out viel Pech, als er mit den Second Nuts in die Nuts rennt, doch wollen wir uns die Stationen der Hand noch einmal im Detail ansehen.

Nach dem Min-Raise von BERRI SWEET entscheidet sich Haxton im Small Blind zu einem Reraise mit seinen Assen. Sein Gegner im Button hat nur 40BB, daher kann es trotz fehlender Position kein Fehler sein, den Weg zum All-In abzukürzen. Hinter Haxton sitzt allerdings noch Ilari Sahamies, der mit einer recht gut verbundenen, einfach gleichfarbigen Hand callt. Neben seiner spekulativen Hand hat er zudem Position auf Haxton – ein enormer Vorteil in einer Konfrontation mit 130BB.

BERRI SWEETs Hand ist nicht überliefert, aber sein Call auf dem Button ist mit derartigen Pot Odds auch bei einem mäßigen Blatt selbstverständlich.

Der Flop bringt Haxton Top Set, aber auch einen Flush aufs Board. Haxtons Entscheidung zu checken und abzuwarten, ist daher naheliegend, denn schwächere Hände können kaum callen. Sahamies hinter ihm entscheidet sich dagegen zu einem Semi-Bluff. Er hat gute Chancen, BERRI SWEET  im Sandwich aus dem Pot zu drängen und anschließend mit Position auf Haxton weiterzuspielen, falls dieser überhaupt callt.

Zudem kann er noch eine siegbringende Straight bekommen, falls Haxton nicht schon einen Flush hat, allerdings blockiert er dabei mit seinen beiden Zehnen selbst zwei seiner Outs. Vor allem aber hat Sahamies die Fold Equity auf seiner Seite und mit Position die Kontrolle über die Hand.

Nach BERRI SWEETs Fold callt Haxton und der Turn wird umgedreht. Tatsächlich bringt er eine der beiden letzten Zehnen und damit die Straight für Sahamies. Haxtons Hand hat sich weiter verschlechtert, jetzt schlägt ihn neben den Flushes auch noch eine Straight.

Wieder checkt Haxton und Sahamies bringt nun eine Mischung aus Value Bet und Bluff. Im Grunde ergibt seine Bet nur Sinn, wenn Haxton mit einer schwächeren Hand callen kann oder er ihn mit einer stärkeren Hand – sprich einem schwachen Flush – zum Folden bringt. Ein Check wäre hier durchaus eine gute Möglichkeit gewesen.

Isaac Haxton
Der River war eine furchtbare Karte für Ike Haxton und nach dieser gab es kein Entkommen mehr.

Haxton bekommt mit seinem Set Pot Odds von knapp 3 zu 1, und hat aus seiner Sicht zehn Outs. Aufgrund der Implied Odds ist ein Call damit gerade noch korrekt, zumal Sahamies auch bluffen und auf dem River aufgeben könnte.

Der River bringt die Traumkarte für Sahamies schlechthin. Aus Haxtons Perspektive war das eines der zehn Outs, auf das er wartete und ihm die Second Nuts brachte. Sein All-In ist absolut zwangsläufig, da er von allen Flushes und Straight ausbezahlt werden will, die ansonsten checken würden. Alle Full Houses callen ohnehin, und der Vierling Zehnen, den Sahamies tatsächlich hat, ist sehr abwegig.

Für Sahamies ist das Ganze natürlich perfekt gelaufen, denn wann kann man schon einmal mit den Nuts ein All-In callen?

Fazit

Nach wechselndem Schlachtenglück bringt der River Ilari Sahamies die absolute Traumkarte. Sein Gegner verbessert sich entscheidend und rennt dabei in ein noch größeres Monster. Dass Poker nicht immer so perfekt läuft, weiß er aber auch.

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