Hand der Woche – Der missglückte Bluff des Tom Dwan

tom dwan

Nicht mehr ganz so oft wie früher trifft man einen der großen Heroen des Online-Cashgame an den teuren Tischen auf Full Tilt Poker an. Lässt sich Tom durrrr Dwan aber doch einmal blicken, ist immer Action angesagt.

Ein interessantes Duell lieferte sich der amerikanische Superstar am Donnerstag mit dem Deutschen SanIker, dessen wahre Identität leider nicht bekannt ist.

Aus diesem Zweikampf ging SanIker schließlich als Sieger hervor – nach knapp 850 Händen hatte er durrrr um rund 300.000 Dollar erleichtert.

Aus Sicht von Tom Dwan wollen wir uns den teuersten Pot der gemeinsamen Heads-Up-Session anschauen und anschließend einen kurzen Blick aus der Gegenperspektive darauf werfen.

Gespielt wird No-Limit Hold’em mit Blinds von $300/$600 und die effektiven Stacks betragen ca. $104.000 (173 BB, also recht deep). Tom Dwan ist im Small Blind und damit wie im Heads-Up üblich auch auf dem Button. Er hält

   

und bringt damit einen Standard-Raise auf $1.560. SanIker reraist nun auf $4.700, wie er es mit recht vielen Händen macht.

Dwan hat eine entwicklungsfähige Hand und Position, daher callt er mit Pot Odds von ca. 2 zu 1.

Der Flop bringt

     

und es sind $9.400 im Pot.

SanIker bringt mit $4.700 eine standardmäßige Continuation Bet in halber Potgröße. Dwan hat nichts getroffen, und die meisten Spieler würden an dieser Stelle folden, wogegen natürlich auch nichts einzuwenden wäre.

Dwan aber startet mit einem Raise auf  $15.600 einen Move, der durchaus typisch ist.

Er hat mit seinem Gutshot ein wenig (für den Gegner versteckte) Pot Equity, er hat Position, er hat wegen der großen Stacks eine Menge Hebelwirkung und der Flop hat seine Range gut getroffen.

An dieser Stelle hat Dwan die Hand in ihren verschiedenen Szenarien gewiss bis zum River vorausgeplant. Schauen wir uns an, wie es nach SanIkers Call weitergeht.

Der Turn bringt die

 

Iker casillas wallpaper
Heiliger Iker!

die natürlich absolut gar nichts ändert. Im Pot sind mittlerweile $40.600 und SanIker checkt erneut.

Natürlich muss sich Dwan nach dem Call des Deutschen darüber im Klaren sein, dass dieser eine gute Hand hat.

Er könnte Top Pair haben, aber auch ein Overpair oder TT, 99, 88, möglich sind aber auch schlechtere Hände.

Dwan steht an dieser Stelle vor einer binären Entscheidung: Gibt er die Hand auf oder zieht er seinen Bluff durch?

Mit seinem Raise hat er im Grunde ein Set repräsentiert, doch warum soll er damit auf diesem Board ohne größere Draws überhaupt raisen?

Ungeachtet dessen setzt Dwan seinen Plan fort und ballert weitere $23.400 in den Pot mit $40.600.

Diese Bet ist gut bemessen, denn sie lässt ihm auf dem River eine Bet mit drei Viertel des Pots übrig.

SanIker callt erneut und der River wird mit der

 

aufgedeckt. SanIker checkt und und Dwan hat weiterhin nichts als Zehn hoch.

Er bringt Plan A zu Ende und setzt SanIker mit gut $60.000 All-In. Dieser callt mit

   

sofort und gewinnt den Pot mit $208.000. Aus Sicht des Zuschauers wirkt Dwans Bluff angesichts der gegnerischen Hand fast peinlich, doch muss man sich vor Augen halten, dass SanIker selbst mit Top Set nicht mehr die Nuts hält.

Mit einer vergleichbaren Hand, 98, hätte Dwan nun selbst die Nuts und Plan B wäre aufgegangen. Im Grunde hatte sich Dwan schon vor seiner Bet auf dem Turn entschieden, die Sache so oder so durchzuziehen.

Gegen viele Hände wäre Dwan mit seinem Bluff durchgedrungen, doch in diesem Fall war die gegnerische Hand schlicht zu stark.

Aus SanIkers Sicht ergibt eine River-Bet übrigens kaum Sinn. Da er Top Set hat, ist Dwans Range für Calls noch kleiner als ohnehin schon. Meist hat Dwan nichts, daher muss SanIker ihn bluffen lassen.

 

Bitte füllen Sie die erforderlichen Felder korrekt aus.

Es ist ein Fehler aufgetreten!

Sie müssen drei Minuten warten, bevor sie einen weiteren Kommentar abgeben können.

Noch keine Kommentare