Hand der Woche – Phil Ivey und die Redraws

Phil Ivey2013 WSOP EuropeEV035K Mixed MaxDay2Giron8JG9955

Wie gut, dass es Phil Ivey gibt. Kaum drohten die Highstakes im Internet nach dem Abgang von Viktor Blom und Gus Hansen bei Full Tilt zu verwaisen, da setzt sich der Superstar an die Tische und sorgt für Action. Richtig heftige Duelle lieferte sich „Polarizing“ mit dem größten Gewinner des Jahres Alexander „PostFlopAction“ Kostritsyn, von denen eines in den größten Pot des bisherigen Monats mündete. Genau diese Hand, die einige spektakuläre Momente aufweist, wollen wir uns aus der Sicht von Phil „Polarizing“ Ivey etwas genauer ansehen.

Ausgangslage und Spiel bis zum River

Gespielt wird Pot-Limit Omaha mit Blinds von $200/$400, die effektiven Stacks betragen $128.000, also beachtliche 320 Big Blinds. Mit

       

raist Ivey auf $1.200, Kostritsyn reraist auf $3.600 und Ivey callt. Im Pot sind $7.200. Der Flop bringt

     

Kostritsyn spielt $5.200 an, Ivey raist auf $16.000 und Kostritsyn callt. Im Pot sind somit $39.200, die effektiven Stacks betragen knapp $108.000. Der Turn bringt die

 

Kostritsyn checkt, Ivey setzt $31.200, Kostritsyn geht mit seinen letzten $108.000 All-In und Ivey callt. Kostritsyn hält

       

und der River wird zweimal gegeben.

Nach

 

und  

gewinnt Ivey drei Viertel des Pots ($192.000) und Kostritsyn muss sich mit einem Viertel ($64.000) begnügen.

Analyse und Bewertung

Bei Pot-Limit Omaha kommt es immer wieder zu Konstellationen, aus denen es für beide Spieler kein Entrinnen gibt und die eine recht hohe Varianz aufweisen. Auch diese Hand zwischen Phil Ivey und Alexander Kostritsyn nimmt einen wechselvollen Verlauf, den wir uns noch einmal näher ansehen wollen.

Vor dem Flop raist Ivey mit seiner doppelt gleichfarbigen und ziemlich gut verbundenen Hand und wird von Kostritsyn gereraist. In Position gibt es für Ivey keinen Grund, die Geschehnisse zu forcieren, da seine Hand sehr gut den Flop treffen kann. Sein Gegner reraist zwar mit einem breiten Spektrum, doch enthält dieses auch Hände, die Ivey dominieren, daher ist der Call in Position vermutlich die bessere Variante.

Der Flop mit       ist für beide Spieler extrem aussichtsreich und hätte kaum besser kommen können.

Kostritsyn hat zwei Straight Draws zu den Nuts (alle Siebenen und Achten = 6 Outs) und zwei Straight Draws, die nicht die Nuts bringen (alle Könige und Neunen = 7 Outs). Mit seiner aussichtsreichen Hand ist eine Continuation Bet selbstverständlich.

Doch auch Ivey hat den Flop sehr gut getroffen, bei ihm kommt zu den oben genannten Draws, die er mit Kostritsyn teilt, noch der Nut Straight Draw mit einem Ass dazu. Er raist, worauf Kostritsyn etwas überraschend nur callt.

Der Turn mit der   bringt beiden Spieler die Nuts, doch wie immer bei Pot-Limit Omaha geht es auch darum, seine Redraws zu evaluieren. Während Ivey weiterhin den Draw zur Nut Straight mit einem Ass hat, würde nun Kostritsyn jedes Kreuz einen Flush und damit die bessere Hand bringen.

Alexander Kostritsyn
Trotz dem besseren Redraw und Deal it Twice musste sich Alexander Kostritsyn mit einem Viertel des Pots zufrieden geben.

Kostritsyn checkt und setzt Ivey nach dessen Bet All-In. All-In und Call mit den Nuts sind auf dem Turn selbstverständlich, allerdings ist Ivey mathematisch leichter Außenseiter.

Unterm Strich wird der Pot in 62,5 Prozent der Fälle geteilt, in 22,5 Prozent der Fälle gewinnt Kostritsyn und in 15 Prozent der Fälle gewinnt Ivey.

Im Klartext heißt das, dass Ivey 46,25 Prozent Pot Equity hat und Kostritsyn 53,75 Prozent.

Die Glücksgöttin Fortuna jedoch lässt in diesem Fall die Varianz zugunsten von Phil Ivey ausschlagen. Das   bringt ihm die erste Hälfte des Pots und nach der   im zweiten Deal wird die andere Hälfte geteilt. Kostritsyn wurde also geviertelt, während Ivey drei Viertel des Pots einstreicht.

Fazit

Bei Pot-Limit Omaha braucht man gute Nerven. Trotz der Nuts auf dem Turn und dem günstigen Redraw gewinnt Alexander Kostritsyn nur ein Viertel des Pots von über $256.000. Phil Ivey war in diesem Fall der Glücklichere, perfekt gespielt haben die Hand beide.

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