Hand der Woche – Das bittere Ende für Phil Ivey beim WSOP Main Event

Phil Ivey wsop me

Noch immer ist Phil Ivey der große Superstar der Pokerszene und damit natürlich auch einer der großen Favoriten beim wichtigsten Turnier des Jahres. 2009 erreichte Ivey sogar den Finaltisch des Main Event der WSOP, und auch in diesem Jahr sah es lange Zeit gut für ihn aus.

Nachdem wir in der letzten Hand der Woche noch zeigten, wie Amateur Phil Mader gegen Ivey gerade noch den Kopf aus der Schlinge ziehen konnte, geht es heute Ivey an den Kragen. Schauen wir uns aus seiner Sicht an, wie es ihn beim Main Event erwischte.

Vor der Hand hat Ivey mit 424.000 den zweitgrößten Stack am Tisch, nur Max Steinberg hat mit 515.000 mehr als er. Die Blinds betragen 1.500/3.000 plus 500 Ante. Phil Ivey erhält in früher Position

   

und raist damit auf 7.500. Gerade in früher Position raist Ivey mit vielen Händen, mit dem konkreten Blatt hat er Monsterpotential – er kann ein Set floppen, kann gegen einen Spieler aber auch oft mit einer Continuation Bet auf vielen Boards einfach den Pot gewinnen.

Im konkreten Fall callen aber Ola Okelola im Hijack, Max Steinberg im Cut-Off und Tony Gregg im Big Blind. Mit vier Spielern und 36.000 im Pot geht es damit auf den Flop, der folgende Karten bringt.

      

Volltreffer für Ivey. Er hat das erhoffte Set gefloppt, und es liegen mit einem Ass, einer Zehn und einem Flush Draw Karten, die auf eine gute Auszahlung hoffen lassen. Mit 16.000 bringt er eine normale Continuation Bet, die er zum Beispiel auch mit einem Ass brächte.

Doch es geschieht Überraschendes. Amateur Ola Okelola raist direkt hinter Ivey auf 41.000 und dahinter callt Max Steinberg nach längerem Nachdenken.

Tony Gregg im Big Blind foldet seine Q 8, dadurch sind 134.000 im Pot und Ivey wieder an der Reihe.

max Steinberg
Set über Set - Steinberg schaltet Ivey aus.

Ivey muss sich nun fragen, was seine Gegner haben und wie er die Hand am besten fortsetzt.

Trotz seines Raise ist Amateur Okelola der ungefährlichere Gegner, er könnte mit einem guten Ass oder mit einem Flush Draw so spielen.

Viel besorgniserregender ist jedoch der Call von Steinberg, der im Sandwich in einer noch nicht abgeschlossenen Setzrunde sitzt.

Das Board bietet aber auch einige Draws wie den Flush Draw in Pik oder die beiden Gutshots, bzw. eine Kombination aus beidem.

Ivey hat ein Monster gefloppt, mit dem man laut Dan Harrington einen Fehler begangen hat, wenn man nicht seinen Stack verliert.

Natürlich könnte einer der beiden Gegner Zehnen und damit das bessere Set haben, aber zumindest bei Steinberg scheint das angesichts seines Calls unwahrscheinlich, da er vermutlich seine Hand gegen Flush Draws beschützt und geraist hätte.

Offensichtlich hat zumindest einer der beiden Gegner einen Draw, daher entschließt sich Ivey, mit einem All-In die Geschehnisse zu forcieren. In der Übertragung der Kollegen von ESPN sieht man, dass Ivey sich vorher hauptsächlich auf Okelola konzentriert.

Danach geht es alles ganz schnell. Okelola foldet seine A Q recht zügig, und noch viel schneller callt Max Steinberg. Der floppte mit

   

das bessere Set und bescherte Ivey mit nur noch einem Out eine hoffnungslose Situation.

Überhaupt „not amused“ nimmt Ivey das Szenario zur Kenntnis und sieht sich die beiden letzten Karten seines Main Event an.

Der Turn bringt

 

und der River vollstreckt mit der

 

das Unvermeidliche.

Keine Chance für Phil Ivey, in dieser Hand dem Schicksal zu entrinnen, und ausgezeichnet, da sehr geduldig gespielt von Max Steinberg.

Noch einmal anschauen kann man die Hand hier.

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