Hand der Woche – Nuts für den jungleman

Daniel Cates
Daniel Cates.

So langsam kommen die Highstakes-Tische im neuen Jahr ins Laufen. Viele alte Bekannte wie Isildur1, Gus Hansen, SanIker, mikki69 oder PostflopAction mischen bereits wieder kräftig mit und sorgen für die ersten großen Pots 2014. In unserer Hand der Woche wollen wir uns aber ein Duell zweier anderer Regulars anschauen – Daniel jungleman12 Cates gegen Kyle KPR16 Ray.

Ausgangslage und Action bis zum River

Daniel jungleman12 Cates und Kyle KPR16 Ray spielen Heads-Up No-Limit Hold’em mit Blinds von $100/$200. Die effektiven Stacks sind mit $36.000 (180 BB) ziemlich groß, wodurch das Spiel nach dem Flop größere Bedeutung bekommt.

Wir schauen uns die Hand aus der Sicht von Daniel jungleman12 Cates, der auf dem Button mit

   

einen Standard-Raise auf $500 bringt. Kyle KPR16 Ray reraist im Big Blind auf $2.000 und Cates callt. Der Flop bringt mit $4.000 im Pot

     

und Ray checkt. Cates setzt $2.200, worauf Ray auf $6.000 raist. Cates callt, im Pot sind $16.000. Auf dem  Turn wird die

 

aufgedeckt und Ray setzt weitere $11.200. Im Pot sind $27.200. Cates callt, worauf der River

 

und damit die Nuts für Cates bringt. Ray geht mit effektiven knapp $17.000 All-In, Cates callt natürlich und gewinnt den Pot. Ray zeigt

   

Analyse und Bewertung

Daniel jungleman12 Cates hat auf dem Button eine überdurchschnittliche Hand, mit der er lehrbuchgemäß auf 2,5 BB, sprich $500 raist.

Nach Rays Reraise bekommt er Pot Odds von 1,7 zu 1 und callt in Position. Gegen Rays Range, in der auch kleinere Paare und ungleiche Karten sind, ist dieser Call allemal korrekt.

kyle ray
Kyle Ray.

Der Flop bringt die erste Überraschung. Ray bringt keine Continuation Bet, sondern checkt erst zu Cates, um dann dessen Steal-Bet von $2.200 auf $6.000 zu raisen.

Im Pot sind $12.200 und Cates muss $3.800 callen, hat aber lediglich einen Gutshot und eine Overcard. Das sind Pot Odds von 3,4 zu 1 bei einer Pot Equity von 23 Prozent – das reicht aus, um korrekt zu callen.

Der Turn mit der 3 bringt Cates weitere 8 Outs, allerdings kommt nur noch eine Karte. Mit $16.000 im Pot setzt Ray $11.200 und vergrößert den Pot damit auf $27.200.

Nun bekommt Cates Pot Odds von 2,4 zu 1, seine Pot Equity beträgt aber nur 25 Prozent (sprich er trifft jedes vierte Mal). Ein Call ist dennoch aus mehreren Gründen korrekt.

1. Cates muss nicht davon ausgehen, dass der Gegner ein Overpair hat und seine Dame keine weiteren 3 Outs bietet. Diese eingerechnet wäre ein Call auf jeden Fall korrekt.

2. Rays Spielweise hinterlässt zwar einen sehr starken Eindruck, es ist aber nicht auszuschließen, dass er komplett blufft.

3. Cates kann die Hand auf dem River fast sicher perfekt spielen. Kommt einer seiner Draws an, kann er callen, ansonsten folden. Nur eine Dame bringt ihn in Schwierigkeiten und bietet in der konkreten Situation Reverse Implied Odds.

4. Nach einem Call betragen die effektiven Stacks fast $17.000, das heißt, es gibt einiges an Implied Odds, da Ray auf dem River außer mit einem Bluff sicher All-In gehen wird.

Der Rest ist bekannt. Auf dem River bekam Cates die Nuts und Ray ging mit seinem Overpair All-In. Unabhängig  vom Ergebnis hat aber vor allem Daniel Cates die Hand sehr gut gespielt, wie die Analyse zeigte.

Kyle Rays eigentümliche Spielweise auf dem Flop hat seine Range extrem polarisiert. Ihm ist es in der Folge nicht gelungen, Cates zu einem Fehler zu zwingen, dafür waren seine Einsatzhöhen immer etwas zu niedrig.

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