Hand der Woche – Isildurs 5-Millionen-Dollar-Tag

Viktor Blom

Kinder, was waren das für Zeiten. Nach seinen enormen Erfolgen beim No-Limit Hold’em erprobte der furchtlose Schwede auch seine Qualitäten beim Pot-Limit Omaha und legte dabei an einem einzigen Tag einen Swing von 5 Millionen Dollar hin! Erst ging es am 8. November 2009 satte zwei Millionen hoch, ehe der Absturz auf ein Minus von drei Millionen folgte – ein wahrhaft historischer Tag des Online-Poker.

Einen harten Aufprall erlebte Blom bei den beiden Amerikanern Brian Townsend und Brian Hastings, die sich intensiv auf sein Spiel vorbereitet hatten und dabei auch die Grenzen der Fairness überschritten, indem sie Hand Histories austauschten. Aus dem Duell mit Hastings schauen wir uns heute eine Hand genauer an.

Ausgangslage und Spiel bis zum River

Gespielt wird Pot-Limit Omaha mit Blinds von $500/$1.000, die effektiven Stacks betragen über $341.000, also enorme 341 Big Blinds. Auf dem Button bekommt Blom

       

und raist damit auf $3.000. Hastings reraist im Big Blind auf $9.000, worauf Blom callt. Im Pot sind $18.000.

Der Flop bringt

     

Hastings setzt $13.000, Blom raist auf $48.000 und Hastings callt. Im Pot sind $114.000 und die effektiven Stacks betragen $284.000.

Nach dem Turn mit der

 

setzt Hastings Pot und Blom geht All-In. Hastings callt und dreht

       

um. Mit $683.000 im Pot wird der River umgedreht. Er bringt die

 

und der Pot geht an Brian Hastings.

Analyse und Bewertung

Heftig geht es in diesem Duell zur Sache, in dem es zwei Schlüsselsituationen gibt, die wir uns nun noch etwas näher ansehen wollen.

Vor dem Flop bringt Blom mit einer ganz ordentlichen Hand einen normalen Raise, den Hastings mit seiner schönen Folge aus niedrigen Karten reraist. Bloms vierfarbige Hand kann nie einen Flush bekommen, hat aber Qualitäten durch die hohen Karten, die auch eine Straight bilden können. Hastings kann mit seiner Hand viele Flops gut treffen und im Optimalfall einen starken Draw bzw. eine starke Hand mit Redraws bekommen. Blom callt in Position.

Auf dem Flop ist für beide etwas dabei. Hastings hat ein Paar plus einen schönen Wrap-Draw mit 17 Outs. Folgerichtig bringt er eine C-Bet mit zwei Dritteln des Pots. Blom hat Top Two Pair gefloppt und kann davon ausgehen, dass er die beste Hand hat. Faktisch ist dies zwar so, doch liegt er in puncto Pot Equity klar hinten. Auf diesem Board hat Hastings mit seinem Draw tatsächlich fast 64 Prozent – ein enormer Wert gegen Bloms Top Two.

Brian Hastings
Brian Hastings gewann an diesem unvergessenen Tag mehr als vier Millionen Dollar von Blom!

Umso erstaunlicher ist es, dass Hastings hier nur callt. Stattdessen treibt er die Dinge auf dem Turn auf die Spitze. Die T hat ihm zwar nicht geholfen, aber natürlich hat er immer noch (mindestens) 17 Outs. Mit seiner Bet in Potgröße sendet er zudem ein klares Signal an Blom – er wird nicht mehr folden, denn er ist Pot-Committed. Blom kann also nicht mehr bluffen, braucht er aber auch nicht, weil er erneut Top Two hat.

Er schätzt die Lage richtig ein und geht All-In, da er außer gegen (sehr unwahrscheinliche) Sets immer die beste Hand hat und keine Flush Draws möglich sind.

Hastings hatte sich bereits vorher entschieden und callt. Entstanden ist ein klassisches Wettrennen, bei dem Blom mit 52,5 Prozent leichter Favorit ist. Die 7 auf dem River allerdings ist eines der 19 Outs seines Gegners Brian Hastings.   

Fazit

Immer wieder tauchen bei Pot-Limit Omaha Situationen auf, aus denen es kein Entrinnen gibt und die eine hohe Varianz aufweisen. Viktor Blom lag in dieser Hand bis zum River vorn, doch wäre er bei einem All-In auf dem Flop sogar recht klarer Außenseiter gewesen. Auch das gibt es bei Pot-Limit Omaha regelmäßig – die aktuell beste Hand ist nicht immer Favorit auf den Gewinn des Pots.

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