Hand der Woche – Ilari Sahamies und der böse River

Ilari Sahamies

Obwohl in Las Vegas bei der WSOP täglich Tausende von Händen gespielt werden, wollen wir auch diese Woche eine Cashgame-Hand präsentieren, die sich in den letzten Tagen im Internet ereignete. Mittendrin ist der exzentrische Finne Ilari Sahamies, der als Ziigmund über viele Jahre hinweg ein großer Gewinner auf Full Tilt Poker war. Auch wenn es in unserer konkreten Hand nicht gut läuft, Sahamies ist immer für grandioses Poker gut!

Vor dem Flop bis zum River

Gespielt wird Pot-Limit Omaha mit Blinds von $100/$200, Ilari Sahamies‘ einziger Gegner ist der PokerStars-Reg Jacob Lottenice Rasmussen. Die effektiven Stacks betragen rund $40.000, sind also mit 200 Big Blinds recht groß.

Im Small Blind raist Rasmussen auf $600 und Sahamies reraist mit

       

auf $1.800. Rasmussen callt und im Pot sind damit $3.600. Der Flop bringt

     

und Sahamies setzt mit $3.598 fast Pot. Wieder callt Rasmussen, damit sind $10.796 im Pot und die effektiven Stacks liegen bei rund $32.000. Der Turn bringt das

 

womit Sahamies die Nuts hat. Erneut setzt er mit $10.794 fast Potgröße und wieder wird er gecallt. Im Pot sind damit $32.384 und die effektiven Stacks betragen fast $21.800. Der River bringt die

 

Sahamies checkt, Rasmussen geht mit seinen knapp $21.800 All-In und Sahamies callt. Rasmussen zeigt

       

für den geriverten Flush und gewinnt den Pot mit fast $76.000.

Analyse und Bewertung

Eine typische Omaha-Hand mit einem bitteren Ende für Ilari Sahamies, der sich aber, wie wir sehen werden, nichts vorzuwerfen hat. Gehen wir noch einmal die einzelnen Setzrunden durch und schauen uns die Action an.

Vor dem Flop bringt Rasmussen mit einer sehr marginalen Hand den Raise aus dem Small Blind. Da er nach dem Flop immer Position hat, spielt er hier fast alle Hände und steigt natürlich mit einem Raise in die Hand ein.

Sahamies hat im Big Blind eine starke Hand, die aber auch Probleme birgt. Seine Hand ist komplett einfarbig, dafür aber einigermaßen verbunden. Gerade ohne Position sind solche Hände schwierig zu spielen, da sie sich nach dem Flop nur selten verbessern.

Dennoch reraist Sahamies bei ziemlich großen Stacks und übernimmt damit die Initiative in der Hand. Rasmussen callt mit seiner mäßigen Hand, da Pot Odds und Position schlagende Argumente sind.

Der Flop mit 9 8 3 ist genau das, was Sahamies‘ Hand so schwer zu spielen macht. Meist liegt er zwar noch vorn, doch das Board bietet unheimlich viele Draws und Rasmussens Range ist sehr breit und schwer auszurechnen. Dennoch bringt Sahamies eine C-Bet, vor allem, um die Initiative zu behalten. Rasmussen callt – einmal hat er einen Flush Draw, außerdem kann er den Pot vielleicht stehlen.

jacob rasmussen
Ein glücklicher River bescherrte Jacob "Lottenice" Rasmussen einen schönen Pot.

Der Turn bringt Sahamies die Traumkarte schlechthin. Mit dem A hat er die Nuts und liegt auf jeden Fall klar vorn. Kennzeichen seines Stils ist, dass er erneut Pot setzt und damit keinerlei Schlussfolgerungen auf seine Hand anhand der Einsatzhöhe zulässt.

Für Rasmussen bringt das Ass zusätzliche Outs, da er nun zum Flush Draw auch noch einen Gutshot hat. Sein Call ist mit Pot Odds von 2 zu 1 und den Implied Odds, wenn er trifft, gerade noch so zu rechtfertigen. Er ist gegen Sahamies‘ konkrete Hand 3 zu 1 Außenseiter.

Der River bringt eine der hässlichen Karten für Sahamies. Eine schlechtere Hand kann nun kaum noch callen, daher ist sein Check die richtige Entscheidung. Als Rasmussen All-In geht, bekommt Sahamies Pot Odds von fast 2,5 zu 1 und entschließt sich zum Hero-Call. Tatsächlich schlägt er nicht mehr viele Hände, aber natürlich befinden sich in Rasmussens Range auch diverse Bluffs von geplatzten Draws und vielleicht sogar schlechtere Sets.

Fazit

Ilari Sahamies hat seinem Stil getreu die Hand sehr aggressiv gespielt, auf dem River aber ging er auf die Bremse, als kaum noch schlechtere Hände callen konnten. Jacob Rasmussen war am Ende der Glücklichere, doch tanzte er auf schmalem Grat. Gerade auf dem Turn war sein Call sehr knapp, da es mit Pseudo-Outs (Pik, die ein Paar auf das Board bringen und die 2) auch derbe Reverse Implied Odds gab.

Unterm Strich das für Omaha typische wechselnde Schlachtenglück mit zwei ganz unterschiedlichen Traumkarten auf Turn und River.

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