Hand der Woche – Herber Dämpfer für Ilari Sahamies

Ilari Sahamies

Einer der erfahrensten und gleichzeitig interessantesten Spieler auf den Highstakes ist der Finne Ilari Ziigmund Sahamies, der seit vielen Jahren zur Weltspitze zählt und kaum einem Gegner aus dem Weg geht. Sahamies ist ein absoluter Spezialist in Pot-Limit Omaha und wählt in seiner Stammvariante durchaus auch mal eine ungewöhnliche Route. In unserer Hand der Woche schlägt Sahamies einen interessanten Weg ein, hat aber das Pech, dass sein Gegner AckmaJin alles im Griff hat.

Ausgangslage und Spiel bis zum River

Gespielt wird Pot-Limit Omaha mit Blinds von $100/$200, die effektiven Stacks betragen knapp $58.000, also 290 Big Blinds. AckmaJin eröffnet vom Button auf $434, Sahamies hält

       

und reraist aus dem Big Blind auf $1.422. AckmaJin callt und es wird der Flop aufgedeckt mit

     

Im Pot sind $2.844. Sahamies checkt, AckmaJin setzt Pot und Sahamies callt. Im Pot sind $8.528 und es kommt der Turn mit der

 

Wieder checkt Sahamies und wieder setzt AckmaJin Pot. Nach Sahamies‘ Call sind $25.580 im Pot und der River bringt die

 

Jetzt setzt Sahamies Pot, sein Gegner setzt ihn All-In und Sahamies callt. AckmaJin zeigt

       

für die Nuts und gewinnt den Pot mit ca. $115.000.

Bewertung und Analyse

Vor dem Flop raist AckmaJin mit einer schönen PLO-Hand aus dem Button. Der Traum mit diesen Händen ist, auf dem Flop ein Set mit Nut Flush Draw zu bekommen (wie es später auch geschieht). Sahamies hat im Big Blind eine sehr starke Hand für das Heads-up, neben dem Paar Könige hat er noch ein Ass und eine gleichfarbige Neun, durch die er den Second Nut Flush bekommen kann.

Bei derart großen Stacks wiegt der Positionsvorteil noch mehr als sonst, dennoch ist der Reraise mit dieser starken Hand nicht zu tadeln. Ab dem Flop wählt Sahamies eine interessante Route, nämlich das Rope-a-dope. Viele Spieler würden mit Overpair und Second Nut Flush Draw auf jeden Fall eine Continuation Bet folgen lassen, doch Sahamies strebt ohne Position und bei sehr großen Stacks lieber Pot-Kontrolle an.

Ilari
Ein klassisches PLO-Setup zuungunsten von Ilari "Ziigmund" Sahamies.

Für seinen Gegner AckmaJin spielt sich die Hand sehr leicht. Er floppt den oben skizzierten Traum mit seiner Hand – Set plus Nut Flush Draw – und bombt mit seinem Monster auf Flop und Turn jeweils Pot. Sahamies aber kann nicht wissen, dass er auf Flop und Turn mit Pot Equitys von 9 bzw. 5 Prozent praktisch aussichtslos geschlagen ist.

Seine Spielweise lässt Bluffs schlechterer Hände zu, außerdem drawt er auf den Second Nut Flush, der im Heads-up natürlich sehr viel wert ist.

Auf dem River ereilt Sahamies dann tatsächlich die Höchststrafe. Durch seine geschickte Pot-Kontrolle ohne Position hat er weniger als ein Drittel seines Stacks investiert, womit er nicht Pot-Committed ist. Nach einer Blank hätte er entweder die Bet in Potgröße seines Gegners gecallt oder vielleicht sogar gefoldet und damit den Verlust vergleichsweise gering halten können.

So aber kommt sein Second Nut Flush an und er bringt von vorn die Value Bet in Potgröße. Nach dem All-In von AckmaJin bekommt Sahamies Pot Odds von 5 zu 1, das bedeutet, er muss nur in einem von sechs Fällen mit den Second Nuts gewinnen. Natürlich riecht AckmaJins Spielweise nach den Nuts, aber mit diesen Pot Odds kann man kaum folden.

 

Fazit

In dieser Hand mit großen Stacks machte Ilari Sahamies im Grunde alles richtig und zeigte, dass er mitnichten nur aggressiv spielen kann. Sein Pech allerdings war, dass sein Gegner ihn ab dem Flop komplett dominierte und die vermeintlichen Outs keine waren.

Am Ende kam der Draw zur berühmt-berüchtigten zweitbesten Hand an und es wurde richtig teuer für den Finnen. Klassisches Pech!

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