Hand der Woche – Goldene Zeiten mit Blom und Dwan

Viktor Blom vs. Tom Dwan

Gut fünf Jahre ist es her, da tauchte ein bis dato völlig unbekannter Spieler in der Online-Pokerszene auf und veränderte innerhalb kürzester Zeit alles. Isildur1 forderte die damals besten Spieler der Welt heraus und erklärte ihnen den Krieg. Eine der faszinierendsten Sessions absolvierte Isildur1 gegen Tom durrrr Dwan, der damals als der ungekrönte König in No-Limit Hold’em galt. Innnerhalb einiger Stunden trugen die beiden gegeneinander über 7.500 Hände aus und an deren Ende war ein neuer Star geboren. Wir präsentieren hier aus Sicht von Tom Dwan den größten Pot der Session.

Ausgangslage und Spiel bis zum River  

Die Blinds betragen horrende $500/$1.000 und bei effektiven Stacks von knapp $287.000 ist Tom Dwan auf dem Button. Er hält

   

und raist auf $3.000. Blom reraist auf $12.000 und Dwan callt. Im Pot sind $24.000, die effektiven Stacks betragen $275.000.

Der Flop bringt 

     

Blom setzt weitere $15.000 und Dwan callt. Im Pot sind $54.000, die effektiven Stacks betragen $260.000.

Der Turn bringt

 

Blom setzt weitere $36.400 und Dwan geht mit seinen $260.000 All-In. Blom callt mit

   

und gewinnt nach der

 

auf dem River den Pot mit $574.000.

Analyse und Bewertung

Aus Sicht des Betrachters könnte es so aussehen, als hätte Tom Dwan seinem Gegner und dessen Set mehr oder weniger $287.000 geschenkt, doch ganz so einfach ist die Sache nicht. Schauen wir uns die Hand genauer an.

Vor dem Flop bringt Dwan einen Standard-Raise vom Button auf 3BB. Er spielt mit fast allen Händen so, um seine Position maximal auszunutzen. Blom reraist auf 12BB, aus heutiger Sicht ein eher unüblicher, weil sehr hoher Reraise. Zwar hat er den Positionsnachteil, doch will er mit einer Monsterhand natürlich keine Kundschaft vertreiben. Mit seiner dürftigen Hand callt Dwan – er sieht bei extrem großen Stacks mit insgesamt 287BB enorme Implied Odds, da er ein verstecktes Monster treffen kann.

Auf dem Flop mit  Q 5 8 ist für jeden etwas dabei. Blom hat mit Top Set natürlich das große Los gezogen, doch auch Dwans Middle Pair plus Backdoor Flush Draw ist für ein Heads-Up eine gute Hand. Bet und Call sind daher normal.

Tom Dwan
Der Move von Tom Dwan ging ordentlich nach hinten los.

Auf dem Turn mit der 9 kommt es zur Eskalation. Blom setzt mit den Third Nuts wieder etwas mehr als zwei Drittel des Pots, worauf Dwan den Hammer auspackt. Er pusht mit seinen restlichen $260.000 in einen Pot mit $90.400 und gibt seinem Gegner damit Pot Odds von etwas mehr als 1,5 zu 1. Das ist nicht besonders toll und viele Hände hätte Dwan damit auch zum Folden bekommen, aber natürlich nicht das Top Set. 

Gewiss überlegte sich Dwan bei seinem Semi-Bluff, dass er nach einem Call auf jeden Fall noch Outs hat. Gegen Bloms konkrete Hand fallen seine gut 18 Prozent Equity allerdings sehr dürftig aus – ein Problem, dass diesem Spielzug bei nur noch einer ausstehenden Karte innewohnt.

Aus Sicht von Blom kommt ein Fold natürlich nicht in Frage. Zwar könnten ihn zwei Straights schlagen, doch erstens sind auf diesem Board enorm viele Draws und damit Semi-Bluffs möglich und zweitens ist doch sehr fraglich, ob Dwan seinen Gegner mit den Nuts unbedingt vertreiben möchte. Im Falle der Katastrophe – also einer gegnerischen Straight – hätte Blom immerhin noch knapp 23 Prozent Equity dank der Outs zum Full House.

Fazit

Viktor Blom
Das Heads-Up zwischen Dwan und Blom aus dem die Hand stammt ist absolut legendär und veränderte die Machtverhältnisse auf den High Stakes für immer.
In einem wüsten Heads-Up-Duell packt Tom Dwan auf dem Turn den Hammer aus, rennt dabei aber in das obere Ende des gegnerischen Spektrums. Insgesamt sieht sein Spiel sehr nach Bluff aus, dennoch gab es nur recht wenige Hände, mit denen Blom callen konnte.

Rennt man in ein solches Monster, sieht ein Move immer etwas blöd aus, doch ist diese Spielweise über viele Jahre das Erfolgsgeheimnis von Tom Dwan gewesen!

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