Hand der Woche – Die verkehrten Asse

German High Roller

Für alle Fans der German High Roller gibt es eine gute und eine schlechte Nachricht. Die schlechte lautet, dass die elfte Staffel seit letztem Sonntag schon wieder vorbei ist, die gute aber ist, dass die zwölfte Staffel bereits Anfang Dezember aufgezeichnet wurde und ab Ende Januar 2014 ausgestrahlt wird.

Das Ende der vergangenen Staffel der German High Roller nehmen wir zum Anlass, uns noch einmal eine interessante Hand anzuschauen. Protagonisten des Duells sind mit Philipp Gruissem und Jan-Peter Jachtmann zwei Spieler mit extrem großen Stacks.

Ausgangslage und Spiel bis zum Flop

Gespielt wird Pot-Limit Omaha, durch zwei Straddles von Tony G und Ronny Kaiser sind schon vor dem Flop €400 für einen Call fällig. Hobbyspieler Jürgen und Philipp Gruissem limpen mit mittelprächtigen Händen, dahinter nimmt Jan Jachtmann

       

auf und entschließt sich ebenfalls nur zu einem Call. Hinter diesen drei Spielern callen alle (außer Michael Keiner), doch dann raist Tony G. als letzter Spieler auf €1.000.

Jürgen und Gruissem callen, doch Jachtmann reraist nun auf €6.300. Alle Spieler folden, doch Philipp Gruissem, der die Action abschließt, callt mit

       

und produziert damit einen Pot von €15.900.

Vom Flop bis zum River

Der Flop bringt

     

und damit Gruissem das Set. Er checkt, Jachtmann checkt ebenfalls. Nach der

 

auf dem Turn spielt Gruissem dann €10.000 an, Jachtmann callt. Im Pot sind €35.900 und der River wird aufgedeckt:

 

Gruissem checkt und Jachtmann überlegt einige Zeit, ehe er ebenfalls checkt. Der Pot geht damit an Philipp Gruissem.

Analyse und Bewertung

Im ersten Moment wirkt diese Hand vielleicht eher unscheinbar (auch weil der Pot nicht gar so groß ist), doch enthält sie einige interessante Elemente, die wir im Folgenden näher betrachten wollen.

JPJ PG1
Die Situation vor dem Flop.

Interessant ist etwa, wie Jan Jachtmann seine Asse vor dem Flop behandelt.

Er limp-reraist sie und erreicht damit zwei Dinge. Zum einen gelingt es ihm, das Feld, das zuvor aus sieben Jägern bestand,  fast komplett auszudünnen, da Tony G ihm den Gefallen macht und im Straddle raist, worauf er reraisen kann.

Andererseits hat Jachtmanns Spielzug auch einen Nachteil. Zwar kann er in einem Pot mit viel Dead Money die Gegnerschaft stark reduzieren, doch gleichzeitig legt er zwei seiner Karten quasi offen auf den Tisch.

Das weiß auch Philipp Gruissem, der dadurch trotz fehlender Position als derjenige Spieler, der die Action abschließt, einen recht klaren Call hat.

Auf dem Flop bekommt Gruissem Middle Set und checkt nach ein wenig Nachdenken. Eine Bet wäre hier eine gute Alternative gewesen, da Gruissem fast immer die beste Hand hat und Jachtmann seine Asse kaum bei der ersten Bet folden wird.

Gruissem checkt aber, und auch Jachtmann checkt. Der PLO-Weltmeister von 2012 hat keinen Grund für eine Bet. Seine Hand ist oft noch die beste, aber gegen einen Raise müsste er auf jeden Fall folden.

Der Turn bringt eine totale Blank (wobei das bei Pot-Limit Omaha immer nur mit Einschränkung gilt) und Gruissem entscheidet sich zu einer Bet über €10.000. Jachtmann will weiterhin günstig zum Showdown und callt. Für eine Bet und bei derart vielen Draws kann er seine Asse noch nicht folden.

geman high roller
Die Situation auf dem River.

Der River bringt mit der Q eine interessante Karte. Für Gruissem, der weiterhin (nur) zwei Karten von Jachtmann kennt, ergibt eine Bet kaum Sinn. Seine eigene Hand hat sich seit dem Flop kontinuierlich verschlechtert, und Jachtmann kann angesichts des gefährlichen Boards kaum mit einer schlechteren Hand bezahlen.

Jachtmann bietet der River aber die Chance, seine Hand nach Gruissems Check in einen Bluff zu verwandeln. Auf diesem Board ohne Paar sind seine Asse tatsächlich nur noch selten die beste Hand, da sie nicht einmal ein Two Pair schlagen können.

Viele Two Pairs und eventuell sogar Sets bekommt Jachtmann angesichts des gefährlichen Boards aber zum Folden, da er durchaus eine Straight mit #Ax #Tx oder sogar #Tx #9x haben kann.

Am Ende entscheidet sich Jachtmann zum Check, womit die Frage unbeantwortet bleibt, wie Gruissem auf eine Bet in Potgröße (€35.900) reagiert hätte.

Unabhängig vom Ausgang wäre es eine schwierige Entscheidung gewesen.

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