Hand der Woche – Die Schönheit von Pot-Limit Omaha

Mikael Thuritz

Eine schwungvolle erste Septemberwoche auf den Highstakes liegt hinter uns, vor allem an den Tischen mit Gus Hansen ging es in den letzten Tagen hoch her. Präsentieren wollen wir aber eine Hand, an der Alexander Kostritsyn und Mikael Thuritz beteiligt waren und die nicht nur der größte Pot der Woche war, sondern die gesamte Schönheit der Variante Pot-Limit Omaha präsentiert.

Ausgangslage und Spiel bis zum River

Wir verfolgen eine Mixed Partie mit vier Spielern, darunter neben dem Chinesen samrostan und Phil polarizing Ivey die genannten Alexander PostflopAction Kostritsyn und Mikael punting-peddler Thuritz. Aktuell wird Pot-Limit Omaha mit Blinds von $300/$600 gespielt, die effektiven Stacks der relevanten Kontrahenten betragen 146 BB.

Der Chinese foldet und Kostritsyn raist von Button auf $2.100. Im Small Blind bekommt Thuritz

       

und reraist auf $6.900. Ivey foldet und Kostritsyn callt. Im Pot sind $14.000, die effektiven Stacks betragen $81.000. Der Flop wird aufgedeckt mit

     

und es brechen alle Dämme. Thuritz setzt $10.800, Kostritsyn raist auf $46.800 und Thuritz geht mit insgesamt $88.000 All-In.

Kostritsyn callt und zeigt        

Turn und River werden verabredungsgemäß zweimal ausgeteilt und bringen

   

sowie

   

Der Pot mit insgesamt rund $187.000 wird damit geteilt, da Thuritz auf Board 1 mit einer Straight gewinnt und Kostritsyn auf Board 2 mit einem Paar Achten.

Analyse und Bewertung

Recht harmlos geht es in dieser bisher größten Hand des Monats September los, doch wie so oft bei Pot-Limit Omaha kommt es auf dem Flop zum großen Knall. Schauen wir uns das Geschehen noch einmal der Reihe nach an und bewerten die entscheidenden Situationen.

Vor dem Flop bringt Kostritsyn mit einer passablen, aber wahrlich nicht überragenden Hand einen Standard-Raise vom Button. Thuritz hat im Small Blind eine sehr schöne – gut verbundene und doppelt-gleichfarbige – Hand, die sich auf einigen Flops zu einem regelrechten Monster entwickeln kann. Eine solche Hand ist eine gute Abrundung für das 3-Bet-Spektrum aus den Blinds, das natürlich nicht nur aus Händen mit hohen Paaren bestehen darf.

Alexander Kostritsyn
Alexander Kostritsyn ist einer der besten Mixed Game Spieler der Welt und war auch am größten Pot des Monats beteiligt.

Kostritsyn bekommt nach Thuritz‘ Reraise Pot Odds von 2 zu 1, die er in Position gegen ein recht breites Spektrum nicht ausschlagen kann. Zudem sind die Implied Odds angesichts der großen Stacks gut.

Nach dem Flop mit       brechen alle Dämme. Für Thuritz kam der Flop annähernd optimal, da er einen Wrap Draw mit 13 Outs zur Straight und einen Flush Draw mit neun Outs bekommen hat.

Im Idealfall hat Thuritz damit 22 Outs und hätte gegen folgende Hände enorme Pot Equity:

-Overpair ohne Karo Draw: 78 Prozent

-Overpair plus OESD mit 75: 54 Prozent Sieg, 20 Prozent Teilung

-Top Set ohne Karo: 55 Prozent

Dies nur als Auswahl, wie gut Thuritz‘ Hand gegen starke Hände aus dem gegnerischen Spektrum abschneidet. Der Hasenfuß an seinem Blatt – und an den niedrigen, doppelt gleichfarbigen Händen generell – ist jedoch, dass sein Flush Draw dominiert werden kann. Genau das trifft auch in diesem Fall zu, womit die Waage in die andere Richtung ausschlägt.

Tatsächlich ist Kotritsyn dank seines Treffers plus Flush Draw mit 57 zu 43 recht klarer Favorit. Für ihn gibt es aber ohnehin keinen Zweifel, dass er in dieser Situation sein gesamtes Geld unterbringen muss. Gegen ein Overpair ohne besseren Flush Draw wäre er fast 2 zu 1 Favorit, nur gegen Sets oder den besseren Flush Draw sähe es nicht gut aus.

Folgerichtig landet das gesamte Geld schon auf dem Flop in der Mitte und wird beim Run it twice brüderlich geteilt. Kostritsyns Sieg auf Board 2 mit dem Paar Achten (plus den Zweien vom Board) zeigt, dass man auch bei Pot-Limit Omaha Top Pair nicht unterschätzen sollte.

Fazit

Im bisher größten Pot des Monats September floppen beide Spieler starke Draws und landen somit zwangsläufig im All-In. Wie so oft knallte es bei Pot-Limit Omaha, als zwei ganz unterschiedliche Hände den Flop fast perfekt trafen, und endete in diesem Fall mit einer (fast) gerechten Teilung.

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