Hand der Woche – Der Bumerang auf dem River

Bumerang

Einmal mehr präsentieren wir in der heutigen Hand der Woche einen echten Monster-Pot. Dabei versuchten beide Spieler den anderen mit voller Heimtücke in die Falle zu locken, doch bei einem ging der Schuss mächtig nach hinten los.

Die Action bis zum River

Gespielt wurde No-Limit Hold’em mit Blinds von $200/$400, und die Duellanten sind der britische Top-Spieler Alex kanu7 Millar und der chinesische Wal MalACEsia, der zu den größten Verlierern im Internet zählt. Aus seiner Sicht wollen wir das Geschehen verfolgen.

Nach zwei Folds raist MalACEsia im Cut-Off mit

   

 auf $800 und nur Alex kanu7 Millar im Big Blind callt. Die effektiven Stacks betragen ca. $85.000, also mehr als 200 Big Blinds. Nach Millars Call sind $1.800 im Pot und der Flop bringt

     

Millar checkt und auch MalACEsia checkt. Der Turn bringt die

 

 und Millar checkt erneut. MalACEsia hat das Wheel getroffen und setzt $1.200. Millar checkraist auf $5.000 und MalACEsia callt. Der River bringt die

 

und Millar setzt $17.000 in den Pot mit $11.800. MalACEsia raist auf $44.000, Millar geht mit knapp $80.000 All-In und MalACEsia callt. Millar zeigt

   

 für die Nuts und gewinnt die Hand. 

Analyse und Bewertung

Nach harmlosem Auftakt entwickelte sich in der bisher teuersten NLHE-Hand des Monats April ein wahres Feuerwerk auf dem River. Schauen wir uns die Action noch einmal von Anfang bis Ende an.

MalACEsia
MalACEsia gilt als der Wal unter den Highrollern.

Vor dem Flop bringt MalACEsia einen Standard-Raise vom Cut-Off, A 4 ist von der Stärke sicher ausreichend. Im Big Blind bekommt Alex Millar mit einer spekulativen Hand, die gegen MalACEsias Range passabel abschneidet, sehr gute Pot Odds, außerdem ist natürlich der schwache Gegner ein Grund, öfter zu callen.

Auf dem Flop checken beide Spieler, wobei man von MalACEsia eher eine C-Bet mit Gutshot und Overcard erwartet hätte. Die 3 auf dem Turn ist genau die Karte, die man sich als Zuschauer wünscht, doch zunächst produziert sie weniger Action als vermutet.

Millar checkt und lädt seinen chinesischen Gegner zur Bet ein. Der lässt sich mit dem gerade getroffenen Wheel nicht bitten und setzt zwei Drittel der Potgröße. Da Millar bislang keinerlei Stärke gezeigt hat, kommt sein Check-Raise für MalACEsia vermutlich einigermaßen überraschend.

In der Tat gibt es viele Hände, mit denen der Brite so spielen könnte – Sets, Two Pairs und natürlich viele Semi-Bluffs bzw. Kombi-Bluffs, wie etwa mit zwei Pik und einem Gutshot. MalACEsia callt und „stellt eine Falle auf“.

Bis zum River sind somit gerade einmal $11.800 im Pot, doch schaffen es die beiden Kontrahenten anschließend, ihr restliches Geld von effektiv fast $80.000 unterzubringen. Millar bringt auf dem River mit $17.000 eine heftige Overbet, die aus drei Gründen stark ist:

1. Sie sieht sehr nach einem Bluff aus.

2. Sie zieht maximalen Value, wenn der chinesische Wal callt.

3. Sie committet seinen Gegner, wenn er raisen sollte.

Tatsächlich lässt sich MalACEsia nicht zweimal bitten und lässt aus seiner Sicht die Falle zuschnappen. Mit einem Raise auf $44.000 bietet er Millar sehr gute Pot Odds von 2,7 zu 1 für einen Call, doch der hat natürlich anderes im Sinn und geht mit knapp $80.000 All-In.

Dieser Move kann im Grunde nur eine Hand bedeuten: 64.

MalACEsia muss immerhin $36.000 nachbezahlen, das heißt, er bekommt Pot Odds von 4 zu 1. Die sind im Grunde unwiderstehlich, doch gibt es sicher Spieler, die hier noch einen Fold gefunden hätten.

Fazit

Ein fieses Match-Up führte zur Konstellation Nuts gegen Second Nuts.

Alex Millar
Alex Millar ist einer der besten Heads-Up No-Limit Hold'em Spieler, die es gibt.

Ein Weltklassespieler wie Alex Millar geht in einer solchen Situation aufs Ganze und versucht, den Gewinn durch Manipulation des Pots zu maximieren.

Seine Einsatzhöhe auf dem River war perfekt gewählt, um seinen Gegner in die tödliche Falle zu locken.

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