Hand der Woche – Bloms böse Überraschung für Thuritz

Viktor Blom

Was würden wir nur ohne Viktor Isildur1 Blom machen? Seit dem spurlosen Verschwinden von Gus Hansen sorgt der junge Schwede quasi im Alleingang dafür, dass an den teuren Tischen die Post abgeht. An den zehn teuersten Pots des Monats Oktober war Blom immer beteiligt, und auch in unserer Hand der Woche spielt er eine tragende Rolle.

Ausgangslage und Spiel bis zum River

Wir verfolgen eine PLO-Hand zwischen Isildur1 und Mikael punting-peddler Thuritz, die in einem Mixed Game zustande kam, das die beiden im Heads-Up gegeneinander austrugen. Die Blinds betragen $300/$600, die effektiven Stacks exakt 101 BB.

Im SB/Button callt Thuritz, Blom raist im Big Blind auf $1.800, die Thuritz callt. Mit $3.600 geht es auf den Flop mit

     

Blom setzt weitere $3.000, Thuritz callt erneut. Im Pot sind $9.600 und es folgt der Turn mit der

 

Blom setzt dieses Mal $8.400, Thuritz callt wieder. Im Pot sind damit $26.400, die effektiven Stacks betragen $47.400. Nach der

 

auf dem River setzt Blom Pot, also $26.400, worauf ihn Thuritz mit insgesamt $47.400 All-In setzt.

Blom callt und zeigt

       

für ein Full House. Thuritz zeigt

       

für den Flush, womit der Pot in Höhe von $121.200 an Blom geht.

Analyse und Bewertung

Wir sehen zwei der aggressivsten Spieler der Highstakes-Szene am Werk. Mikael Thuritz callt mit seiner mäßigen Hand vom Button nur und schränkt damit sein Spektrum ziemlich ein, da er mit den meisten Händen in dieser Position raisen würde. Viktor Blom hat im Big Blind eine weit überdurchschnittliche Hand, mit der er auch ohne Position den Pot aufbauen will.

Der Flop bringt Blom Two Pair und seinem Gegner einen Flush Draw zur Zehn. Ein solcher Flop begünstigt eindeutig Bloms Spektrum, in dem sich angesichts des Preflop-Raise viele Asse befinden, während Thuritz‘ Call vor dem Flop eindeutig für niedrige Karten bzw. ein niedriges bis mittleres Paar spricht. Aus diesem Grund wäre an Thuritz‘ Stelle auch ein Semi-Bluff keine gute Idee, da er außer dem Draw kaum etwas repräsentieren könnte.

Der Turn bringt mit der   eine absolute Action-Karte, die einige Draws (Flush und Straights) vervollständigt. Blom wäre nicht Blom, wenn er bei einer solchen Karte nicht weitersetzen würde. Kommt eine Scare Card, ist er immer zur Stelle und repräsentiert diese. Thuritz hat den Flush getroffen und fällt eine interessante Entscheidung. Er könnte einen Pot-Raise bringen, nach dem Blom seinerseits entscheiden müsste, ob er seinen gesamten Stack investiert. Ganz offensichtlich will Thuritz aber mehr und bereitet den großen Hammer auf dem River vor. Außerdem müsste er befürchten, dass Blom (fast) alle schlechteren Hände foldet.

Mikael Thuritz
Auf dem River gab es für Mikael Thuritz eine böse Überraschung.

Nach der   auf dem River haben sich die Verhältnisse wieder geändert. Blom kann fast sicher sein, dass er die beste Hand hat, daher ist seine Bet in Potgröße absolut logisch. Bemerkenswert aber ist, dass Thuritz an seinem, auf dem Turn gefassten Plan festhält und Blom All-In setzt.

Dieser bekommt Pot Odds von fast 5 zu 1 und müsste damit im Grunde mit jeder schlechteren Hand außer kompletten Bluffs callen, doch stellt sich die Frage, mit welchen schlechteren, aber passablen Händen Blom so gespielt hätte.

Angesichts des gepaarten Boards und der Tatsache, dass Thuritz auch nur den Fourth Nut Flush hat, hätten viele Spieler an seiner Stelle vermutlich nur gecallt und damit im konkreten Fall $21.000 gespart.

Offensichtlich schätzte Thuritz die Anzahl der schwächeren Händen in Bloms Spektrum (mit denen er callt, also keine reinen Bluffs) höher ein als die Anzahl der stärkeren Hände wie Full Houses und besseren Flush. Unterm Strich wirkt diese Entscheidung aber fragwürdig, da es selbst für ein Heads-Up recht viele bessere Hände gibt.

Fazit

In einem Heads-Up-Duell bastelt Viktor Isildur1 Blom ein Full House und bekommt maximale Auszahlung. Sein Gegner Mikael Thuritz erkennt auf dem River das Potential für zusätzlichen Gewinn, erlebt aber eine böse Überraschung.

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