Hand der Woche – Bilderbuchflop mit Isildur1 und Sauce1234

viktor blom london

Die meisten Profis sind derzeit bei der WSOP in den USA und dort ist der Vergleich mit den besten Spielern der Welt nur live möglich. Ein paar Top-Spieler haben aber dem Ruf der Spielermetropole Las Vegas widerstanden und treffen sich gelegentlich zu Duellen im Netz. Ein solches haben wir heute für die Hand der Woche ausgewählt, in der sich mit Viktor Isildur1 Blom und Ben Sauce1234 Sulsky zwei der besten und aktivsten Spieler gegenüberstehen.

Ausgangslage und Action

Gespielt wird Heads-Up Pot-Limit Omaha mit Blinds von $300/$600, die effektiven Stacks betragen exakt $60.000 also 100 Big Blinds. Blom raist vom Button auf $1.800, Sulsky reraist aus dem Big Blind auf $5.400. Blom callt und es sind $10.800 im Pot. Der Flop bringt

     

Sulsky checkt, Blom setzt $6.000, Sulsky raist auf $19.000, Blom setzt seinen Gegner All-In und Sulsky callt. Sämtliche $120.000 sind im Pot und die Kontrahenten zeigen folgende Hände. Blom hat

       

und damit Middle Set plus Gutshot, während Sulsky mit

       

Open-ended Straight Draw und Nut Flush Draw zu bieten hat. Eine wirklich malerische Situation, die sich anschließend profan auflöst.

Beim „Run it twice“ kommen erst

   

und dann

   

womit Blom den gesamten Pot gewinnt.

Analyse und Bewertung

Genau solche Situationen machen den Reiz von Pot-Limit Omaha aus. Das Spiel vor dem Flop ist dabei kaum der Rede wert. Blom bringt vom Button einen Standard-Raise, wie er es mit fast allen Händen macht und Sulsky reraist mit seiner passablen double-suited Hand aus dem Big Blind. Sulsky muss zwar die gesamte Hand ohne Position spielen, hat aber eine sehr perspektivreiche Hand.

Nach dem Call von Blom kommt der Traumflop für jeden PLO-Liebhaber. Schauen wir uns die jeweiligen Hände ein wenig genauer an. Sulskys Hand hat vor allem zwei Qualitäten:

1. Chance auf den Nut Flush in Kreuz

2. Mittlere Karten in Karo für Straight-Chancen und (weniger wertvoll) niedrigen Flush

Für beide Haupt-Qualitäten ist der Flop ideal, und obwohl man bei Omaha laut Theorie keine zwei Hold’em-Hände spielen sollte, harmonieren diese hier optimal mit Open-ended Straight Draw und Nut Flush Draw. 

Das Bild bei Blom ist nicht viel anders. Seine Hand hat vor allem diese Qualitäten:

1. Paar für Set-Chance

2. Niedrige, recht gut verbundene Karten für Straights.

Tatsächlich hat der Flop Blom das Middle Set und einen Gutshot zu den Nuts gebracht, womit das weitere Geschehen aufgrund der beiden Hände vorprogrammiert ist.

Ben Sulsky
Ben Sulsky ging trotz "Run it twice" und einer sehr starken Hand leer aus.

Interessant ist allenfalls, dass Sulsky trotz Initiative checkt und dem aggressiven Blom den Vortritt lässt.

Sulsky muss hier nichts beschützen (schließlich hat er ja noch nichts), aber sein Draw ist so stark, dass der den schwedischen Aggro gern zu einer Bet einlädt, um seine Chips in die Mitte zu bekommen.

Leider hat die Hand beim anschließenden „Run it twice“ einen Makel. Absolut gerecht wäre ein Split Pot gewesen, denn die Equity ist fast identisch. Tatsächlich hatte Sulsky mit seinem Monster-Draw 51,5 Prozent Pot Equity und war damit sogar leichter Favorit. Unterm Strich kam es zwar anders, aber seine Spielweise war natürlich völlig gerechtfertigt.

Fazit

Immer wieder kommt es bei Pot-Limit Omaha, selbst im Heads-Up, zu Situationen wie dieser. Durch die vielen Situationen, in denen die Pot Equity sehr ähnlich verteilt ist, kommt es zu deutlich mehr All-Ins als bei Hold’em. Das führt natürlich auch dazu, dass die Varianz größer wird. Sulsky war hier sogar leichter Favorit und ging trotz „Run it twice“ leer aus.  

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DudelPoker 2014-06-28 07:22:17

Nun gut, er hat 37% und nicht 51.5% ... Daher Spielweise natürlich NICHT vollkommen richtig, gegen was ist er denn vorne wenn's reinwandert? Gegen nichts!