Hand der Woche – Big One für Vogelsang

Rick Salomon und Christoph Vogelsang am Final Table des Big One for One Drop

Das stets reizvolle Duell zwischen Amateur und Profi steht dieses Mal im Zentrum unserer Hand der Woche. Beim Millionenturnier Big One For One Drop prallen der reiche Erbe Rick Salomon und einer der erfolgreichsten Online-Spieler der Welt, Christoph Vogelsang, aufeinander. Es geht um riesige Preisgeldsprünge und der Amateur bekommt eine starke Hand, mit der er den Profi herausfordert. Wie das Ganze ausgeht und wie die Analyse dazu ausfällt, gibt es hier!

Ausgangslage und Spiel bis zum River

Diese Hand spielte sich am Final Table des Big One for One Drop 2014 ab. Noch sieben Spieler sind beim Big One for One Drop dabei, klarer Chipleader ist Daniel Negreanu, dahinter folgen Rick Salomon mit rund 24 Millionen Chips und Christoph Vogelsang mit etwa 17 Millionen. Die Blinds betragen 400.000/800.000 plus 100.000 Ante.

Tobias Reinkemeier limpt in erster Position, die anderen Spieler folden, aber Rick Salomon füllt im Small Blind mit

   

auf. Christoph Vogelsang checkt im Big Blind seine Option und es geht mit 3,1 Millionen Chips auf den Flop. Der bringt

     

und die Blinds checken zum Raiser. Reinkemeier lässt die C-Bet mit 800.000 folgen, Salomon raist auf 2,1 Millionen und Vogelsang callt. Reinkemeier foldet, im Pot sind 8,1 Millionen und die effektiven Stacks betragen etwa 14 Millionen. Der Turn ist die

 

Salomon setzt weitere 2,6 Millionen und erneut callt Vogelsang. Im Pot sind 13,3 Millionen und die effektiven Stacks liegen bei 11,4 Millionen. Der River bringt

  

und Salomon feuert weitere 5 Millionen ab. Vogelsang geht mit etwa 11,4 Millionen All-In und Salomon callt recht zügig. Der Deutsche zeigt

   

und gewinnt einen riesigen Pot mit über 34 Millionen Chips, während Salomon nur noch 6,1 Millionen bleiben.

Analyse und Bewertung

„Großes Pech gehabt“, wird sich Rick Salomon, der zweimalige Ex-Ehemann von Pamela Anderson, vermutlich gedacht haben, und natürlich ist es bitter, wenn man mit einer starken Hand in ein Monster rennt. Ob er wirklich nur Pech hatte, oder selbst auch einen Teil zu diesem Desaster beitrug, wollen wir uns nun etwas genauer ansehen.

Bis zum Flop gibt es nichts zu beanstanden, mit 87 den Big Blind aufzufüllen, ist definitiv kein Fehler, allerdings muss man bei einem Limper in früher Position immer vorsichtig sein. Interessant wird es auf dem Flop. Nach den beiden Checks der Blinds bringt Reinkemeier die C-Bet, mit der er ein Ass (oder zwei) repräsentiert. Oft gewinnt er damit die Hand, doch dieses Mal stößt er auf enormen Widerstand.

Rick Salomon und Christoph Vogelsang
Rick Salomon hätte in dieser Hand gegen Christoph Vogelsang deutlich weniger verlieren können.

Rick Salomon raist mit seinen Trips und macht damit einen zweischneidigen Move. Er repräsentiert die Sieben, also genau die Karte, die er hat und die ihm im Small Blind zufällig untergekommen sein konnte. Dieser Spielzug passt ziemlich gut zu Salomons loosem Stil und unter Umständen kann er gegen ein Ass weitere Chips gewinnen.

Interessant wird die Angelegenheit, als Christoph Vogelsang callt. Dieser Call eines Raise im Sandwich verkörpert extreme Stärke, denn Vogelsang muss berücksichtigen, dass hinter ihm noch Reinkemeier aktiv in der Hand ist.

In diesem Moment hätten bei Salomon die Alarmglocken schrillen müssen. In einer Art Happy Tilt bombt er aber die beiden nächsten Setzrunden erneut und muss am Ende auch noch den All-In-Raise von Vogelsang callen, weil die Pot Odds ihm keine andere Wahl lassen.

Salomon beging in dieser Hand den elementaren Fehler, sich nicht zu fragen, welche schlechtere Hand ihn denn dreimal auszahlen sollte. Am Ende geschieht das, was oft passiert, wenn man keine schlechtere Call-Hand für drei Setzrunden findet – man wird mit einem Monster konfrontiert.

In der Tat gibt es mit 76, 74, 73 und 72 durchaus mögliche schlechtere Hände, mit A7, K7, Q7, J7, T7, 97 und 75 aber wesentlich mehr bessere.

Zumindest in einer Setzrunde hätte Salomon nach dem Flop Pot-Kontrolle betreiben sollen. Checkt er etwa auf dem Turn, könnte es sein, dass Vogelsang blufft oder mit einem Monster checkt, um keine Kundschaft zu vertreiben. Check-Call wäre die Route gewesen, mit der Salomon Minimax betrieben hätte.

Fazit

In einer lehrreichen Hand zeigt Rick Salomon, dass es Unterschiede zwischen Amateuren und den besten Spielern der Welt gibt. Ein Spitzenspieler hätte in dieser Konstellation keine 17 Millionen Chips verloren. Was wie Pech aussieht (und aufgrund der Kartenverteilung zu einem gewissen Teil auch ist), ist letztlich vor allem ein Spielstärkenachteil.

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