Hand der Woche – Höllentanz bei Pot-Limit Omaha

hell dance

Schon vor dem Flop geht es dieses Mal in unserer Hand der Woche hoch her, und wenig später ist unter Beteiligung des King of Swing Viktor Isildur1 Blom der bisher größte Pot des Monats entstanden. Wie und warum es dazu kam, erfahren Sie hier.

Ausgangslage

Gespielt wird Pot-Limit Omaha auf Full Tilt Poker, die Blinds betragen $300/$600.

Am Tisch sitzen vier bekannte Highroller – im Cut-Off  Viktor Isildur1 Blom, auf dem Button Alexander PostflopAction Kostritsyn, im Small Blind Patrik FinddaGrind Antonius und im Big Blind samrostan, ein anonymer Chinese, der mit Verlusten von 5 Millionen Dollar zu den größten Walen der Onlineszene zählt.

Doch nicht nur die Blinds sind hoch, auch die Stacks sind zum Teil sehr groß.

Großer Gewinner war bislang samrostan, der einen Stack von $270.657, also über 400 BB, vor sich stehen hat. Doch auch die Stacks von Isildur1 ($95.067 = 158 BB), PostflopAction ($73.777 = 123 BB)und FinddaGrind ($105.260 = 175 BB) sind überdurchschnittlich groß.

Vor dem Flop und dreihändiges All-In auf dem Flop

Im Cut-Off  raist

Viktor Isildur1 Blom mit    #10  auf $1.800,

dahinter reraist

PostflopAction mit         auf $6.300,

FinddaGrind foldet, aber

samrostan setzt mit        

und einem Rereraise auf $21.000 noch einen oben drauf.

Isildur1 und PostflopAction callen, womit $63.300 im Pot.

Der Flop bringt

     

und samrostan setzt mit $63.300 Pot. Isildur1 geht mit $74.000 All-In, PostflopAction callt mit etwas weniger und samrostan callt natürlich auch.

Ruckzuck ist so ein Pot mit über $264.000 entstanden.

Der Turn bringt

 

und nach der

 

auf dem River gewinnt samrostan mit der Straight den Pot.

Analyse und Bewertung                                 

Diese Hand zeigt einmal mehr die Dynamik und den Variantenreichtum von Pot-Limit Omaha. Im Grunde haben die Spieler alles richtig gemacht, nur eine Aktion im Spielverlauf kann nicht ganz überzeugen.

Doch schauen wir uns die wichtigsten Stationen noch einmal aus Sicht des jeweiligen Spielers an.

wal
Eigentlich gern gesehen am Pokertisch - samrostan aus China.

Isildur1s Raise mit A J 10 7 ist in einer vierhändigen Hand durchaus Standard, sein Blatt ist im Broadway-Bereich recht gut verbunden und kann den Nut Flush in Herz machen.

Eine sehr starke PLO-Hand hat PostflopAction mit 8 7 6 5, die sich vor allem in Position sehr gut spielen lässt.

Sehr vielsagend ist die Tatsache, dass diese wunderbar harmonische Hand in zwei Farben gegen die beiden anderen Hände mit 40 Prozent Pot Equity Favorit ist.

Mit seinem Rereraise mit A A 9 6 verkürzt samrostan den Weg bis zum All-In beträchtlich.

Er hat Asse und ist damit zunächst vorne, doch lässt sich seine Hand ohne Position nach dem Flop sehr schwer spielen.

Tatsächlich hat er gegen die sehr starke Hand von PostflopAction und die angenehmere Hand von Isildur1 nur bescheidene 32 Prozent Pot Equity.

Callen beide Gegner (wie geschehen), kommt er aber mit einer Bet in Potgröße quasi ins All-In, womit sich die Spielweise einigermaßen rechtfertigen lässt.

Viktor Blom
Wieder mit im Spiel - Viktor Blom.

Nicht besonders überzeugend wirkt dagegen Isildur1s Call des Rereraise, da seine Hand wie im vorliegenden Fall sehr oft dominiert wird.

Gegen samrostans Hand ist er 2 zu 1 Außenseiter, außerdem sitzt er im Sandwich, weshalb der Call ziemliche Zockerei ist.

Auf dem Flop trifft keiner der Spieler etwas Besonderes, doch reicht das „bisschen Treffer“ für alle Beteiligten aus, um korrekt All-In zu gehen. Witzigerweise ist es sogar so, dass die Chancen der drei Konkurrenten fast identisch sind.

Exakt 33,33% hat samrostan, PostflopAction ist leichter Favorit gegenüber Isildur1 mit 33,7% zu 32,97%, doch natürlich spielen diese minimalen Nuancen keine Rolle für die Entscheidung.

Gegen samrostans deklarierte Asse müssen beide Gegner mit ihren Two-Pair-Outs und Backdoor-Draws callen.

Fazit

Pot-Limit Omaha war schon immer die Pokervariante mit dem größten Humor. Das spiegelt sich in dieser Monsterhand wider, denn der Spieler mit den Assen gewinnt am Ende, indem er mit seinen beiden anderen Karten den Gutshot rivert.

Bei PLO gibt es immer mehrere Wege zum Sieg, und hier war es wieder einmal der versteckteste, der den riesigen Pot einbrachte.

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