Zimmer 1408 oder Was geschah im Hotel Arts

Hotel arts Barcelona small

Trieb eine Bertrügerbande im EPT-Hotel Barcelona ihr Unwesen? Oder waren es dunkle Machenschaften des Personals? Unter den Spielern macht sich Unbehagen breit.

Jens Kyllönen war der Spieler, der den Stein ins Rollen brachte. Nachdem sein Laptop aus seinem Hotelzimmer entwendet worden war, dann aber wie aus dem Nichts wieder auftauchte, während er einen scheinbar funktionsuntüchtigen digitalen Schlüssel an der Rezeption ersetzen ließ, wollte das Gerät nicht mehr so recht anspringen.

Verschiedene Fehlermeldungen und Hinweise auf Änderungen der Hard- oder Software ließen Kyllönen vermuten, dass er Opfer eines Hackerangriffs geworden war.

Das Sicherheitspersonal des Hotels nahm die Angelegenheit merkwürdig gelassen. Erst nachdem weitere Fälle bekannt wurden – Ignat Liviu, Lauri Pesonen und Aku Joentausta berichteten ebenfalls von nicht funktionierenden Schlüsseln und Fehlermeldungen auf ihren Monitoren – und sich die Sicherheitseinheit von PokerStars eingeschaltet hatte, kam etwas Bewegung in die Sache.

Noch beunruhigender: Während Jens Kyllönen sich mit der Sicherheitschefin des Hotels besprach, wurde sein Laptop ein zweites Mal entwendet und dann von einem Unbekannten abgegeben.

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Besorgt - Jens Kyllönen.

Danach fuhr der Laptop ohne Fehlermeldung problemlos hoch. Für Kyllönen eher eine Bestätigung seiner Vermutung.

Das Entrylog des Türschlosses verrät, dass sich jemand mit einem anderen Schlüssel Zugang zu Kyllönens Apartement verschafft hat. Kameraaufzeichnungen jedoch existieren nicht.

Mehrere Spieler berichteten auch von rätselhaften, anonymen Anrufen aus Zimmern, die es im Hotel Arts gar nicht gibt, und die möglicherweise nur dazu dienen sollten, herauszufinden, ob sich Personen in den aungrufenen Hotelzimmern befanden.

Dass es sich dabei nicht um Einbildung handelt, zeigt die Reaktion von EPT-Sponsor PokerStars.

Lee Jones, Chef-Sprecher des Onlinepoker-Anbieters, warnte ausdrücklich alle Spieler, die sich im Aotel Arts aufhielten, und hielt sie dazu an,

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Merkwürdige Fehlermeldung auf Kyllönens Computer.
  • die Laptops ein- oder mit Kabelschlössern irgendwo anzuschließen
  • das Kennwort zu ändern
  • Antivirus-Software zu benutzen
  • ggf. die Festplatte neu zu formatieren

Hört sich nach einer ernsten Sache an. Die entspannte Reaktion des Hotels irritiert nicht nur Kyllönen. Offenbar mussten die PokerStars-Mitarbeiter dem Hotelpersonal erst verdeutlichen, wie gravierend die Vorwürfe gegen unbekannt sind.

Einige Tage danach sind keine neuen Erkenntnisse zutage getreten. In der Spielergemeinschaft wächst die Sorge.

Dale Philip, Online-Grinder aus Schottland mit Wohnsitz in Thailand, erlärte: „Ein Hotelzimmer ist ein zweites Zuhause. Bei dem Gedanken, dass jemand darin herumfummelt und vielleicht deinen Computer manipuliert, dreht sich mir der Magen um.

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Kristalina Steininger, hier mit Martins Adeniya und Viktor Blom in Galway.

„Wie kann es überhaupt so einfach sein, in ein Hotelzimmer einzudringen?“, fragt sich Luca Moschitta. „Was ist, wenn man beim nächsten Mal keinen Hacker in seinem Hotelzimmer vorfindet, sondern einen bewaffneten Eindringling?“

„Außerdem reden wir hier von einem 400-Euro-Hotel. Da muss es doch Videoaufzeichnungen geben. Das Hotel hat hier eine große Verantwortung.“

Offenbar ist die Zahl der Spieler, die Opfer von Betrügereien wurden, größer als man zunächst denkt.

Hana Soljan  - Estrella-Repräsentantin bei Full Tilt - berichtete uns von mehrfach gehackten Facebook-Acounts.

Kristalina Steininger, in Vegas geborene Wahl-Dublinerin und FTP-Spielerin, erzählt von einer gestohlenen Kreditkarte in einem Hotel auf der Barcelona-Prachtstraße Las Ramblas.

Luca Moschittas Kreditkarte wurde einmal kopiert. „So etwas passiert schnell. Wer weiß schon, was der Restuarantangestellte mit deiner Kreditkarte macht, wenn er für ein paar Minuten damit verschwindet?“

Dass Hacker versuchen, die Computer ihrer Opfer mit Viren oder Trojanern zu verseuchen, ist nicht neu.

Am berühmtesten ist wohl in Europa die Geschichte um Betrüger Max Ashkar, der sich mit seinen Opfern anfreundete und dann die Geräte infizierte.

Die komplette Geschichte aus Sicht von Jens Kyllönen finden Sie hier bei 2+2.

Und wie sich Angst in einem Hotel anfühlen kann, sehen Sie in dem Trailer unten. Es gibt auf YT auch den kompletten Film, aber wir raten Ihnen, ihn besser nicht anzusehen, falls Sie noch einmal in einem Hotel übernachten möchten. Also klicken Sie hier erst gar nicht.


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