Gus Hansen: "Wenn Du verlierst, musst Du das aushalten"

Gus Hansen 768768
Gus Hansen beim $50k Poker Players Championship

Gus Hansen ist dem Pokerzirkus seit 2014 weitgehend ferngeblieben, jetzt ist er zurück in Vegas und spielt Highstakes-Cashgames und Turniere. Laut den führenden Tracking-Sites hat Hansen zwischen 2012 und 2014 rund 17 Millionen Dollar beim Online-Poker verloren. Im Interview mit PokerListings.com spricht der Däne über das Verlieren und wie man damit umgeht.

Der "Great Dane" ist seit Ende Mai in Sin City und erzählte PokerListings.com, dass er die meiste Zeit im Bobby's Room im Bellagio verbracht hat.

Gestern machte er bei seinem ersten WSOP-Event mit, dem $50.000 Poker Player's Championship, er kam aber leider nicht in Tag 2.

Hansen saß mit Phil Hellmuth und Michael Mizrachi am Tisch und nachdem er in einer PLO-Hand ausschied, erzählte er uns von den großen Games, die in den letzten Wochen gespielt hat und was er die letzten Jahre getrieben hat.

"Hauptsächlich war $2.000/$4.000 angesagt"

PokerListings: Schön, dich hier bei der WSOP zu sehen. Es ist ja schon eine Weile her, kannst Du kurz berichten, was Du so getan hast?

Gus Hansen: Sehr wenig Poker gespielt, wirklich extrem wenig. Wenn ich mal gespielt habe, war es Cashgame. Ich war im King's Casino Rozvadov und ein bisschen in Wien. Jetzt bin ich in Vegas, dies war aber mein erstes Turnier.

PokerListings: Hast Du viel Cashgame gespielt seit Du hier bist?

Gus Hansen: Yeah, ich habe im Bobby's Room gespielt und hatte gute wie schlechte Tage. Hauptsächlich war $2.000/$4.000 angesagt.

PokerListings: Wie läuft es?

Gus Hansen: Es geht hoch und runter. Leider ging es vor diesem Turnier eher bergab. Ich brauchte mal ein bisschen Abwechslung und deswegen entschied ich, dieses Event zu spielen. Man muss aber doch ab und zu die beste Hand zeigen.

Möglicherweise habe ich hier nicht unbedingt mein A-Game ausgepackt, bin aber grundsätzlich zufrieden mit meiner Leistung. Wie gesagt, manchmal gewinnt man und manchmal verliert man eben.

Gus Hansen435454
Gus Hansen

PokerListings: Der Gus Hansen, den wir kennen, brauchte nie die beste Hand zum Gewinnen.

Gus Hansen: Nein, braucht er nicht, gerade in Limit-Games kann man aber nur begrenzten Druck ausüben. Im No-Limit und im PLO gibt es andere Möglichkeiten, leider hat es auch da nicht geklappt.

Das hier war aber ein nettes Turnier, vielleicht spiele ich noch ein paar mehr, wahrscheinlich aber nur das Main Event.

"Ich spiele andere Spiele, aber eher auf Amateurniveau"

PokerListings: Wir wissen, dass Du Competition und Action liebst. Wo holst Du dir diese Kicks, wenn Du kein Poker spielst?

Gus Hansen: Ich spiele andere Spiele, aber eher auf Amateurniveau. Ich spiele Bridge, Squash und das sehr viel. Daneben bin ich noch in kleineren geschäftlichen Aktivitäten involviert.

PokerListings: Auch Backgammon?

Gus Hansen: Sehr wenig. Nach der WSOP findet in Monaco das World Championship of Backgammon statt und da werde ich definitiv hinfahren. Ob ich spiele, ist eine andere Frage.

Man weiß nie, woher der Wind weht. Vielleicht treffe ich alte Freunde aus alten Backgammon-Zeiten.

PokerListings: Wir haben Geschichten über Highstakes-Backgammon-Partien in der Vergangenheit gehört. Machst Du sowas immer noch?

Gus Hansen: Auch sehr wenig, manchmal kann es vorkommen, es ist dann nicht geplant.

PokerListings: Wirst Du in Zukunft wieder mehr Poker spielen?

Gus Hansen: Definitiv, ich habe das Spiel immer geliebt. Hier in Vegas ist es nicht so gelaufen, wie ich mir erhofft hatte, ich werde aber weiter unterwegs und Teil der Szene sein.

"Ich kann gut austeilen und muss entsprechend einstecken"

PokerListings: Kannst Du uns Geschichten aus dem legendären Bobby's Room von diesem Sommer erzählen?

Gus Hansen: Naja, so viele Geschichten gibt es nicht, es läuft aber viel Action und das dazugehörige Gestichel natürlich. Ich mag das, jeder macht Witze über jeden. Wenn Du verlierst, musst Du das aushalten. Ich kann gut austeilen und muss auch dementsprechend einstecken.

PokerListings: Selbst in diesem Turnier mit $50.000 Buy-in hat jeder am Tisch gelacht und Witze gemacht, selbst bei deiner letzten Hand. Es ist doch überraschend, wie entspannt es trotz der hohen Beträge zugeht.

Gus Hansen: Das Geld ist natürlich ein Faktor und die Leute nehmen es ernst, für mich schafft es aber eine relaxte Atmosphäre und generell treffe ich bessere Entscheidungen, wenn ich nicht so ernst bin und jeder herumlabert.

Gus Hansen 767
Gus Hansen verlor rund 17 Millionen Dollar

Ich mag die Witze, das 'Needling' und kann sagen, dass ich einer der redseligen Spieler - auch hier bei diesem $50k - bin. Unabhängig von den Einsätzen wird an meinem Tisch wohl immer am meisten geredet.

PokerListings: Ist das dein Motto, dass man immer Spaß an dem haben soll, was man tut – selbst wenn es hart ist und es eine Menge Druck gibt?

Gus Hansen: Ja, das ist eine gute Idee. Wenn man in etwas gut sein will, muss es etwas sein, das einem Spaß macht. Es ist leicht, etwas zu lieben, wenn es Spaß macht. Wenn Du immer nur genervt bist, wirst Du nie gut werden.

Natürlich muss man eine gewisse Arbeitsethik an den Tag legen, da dieses Hobby ja eine Menge Zeit kostet. Das heißt aber nicht, dass man keinen Spaß haben darf.

Bitte füllen Sie die erforderlichen Felder korrekt aus.

Es ist ein Fehler aufgetreten!

Sie müssen drei Minuten warten, bevor sie einen weiteren Kommentar abgeben können.

Noch keine Kommentare