GSOP Prag live – das Überraschungsturnier

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Vor einiger Zeit noch als Randturnier belächelt, wird aus der ersten GSOP Prag ein echter Überraschungserfolg.

Gegenüber der großen WPT Prag (565 Spieler/€3500 Buy-in) und der noch größeren EPT Prag (722 Spieler/€5300 Buy-in) wurde die vom Ongame-Netzwerk initiierte GSOP wegen ihres relativ niedrigen Buy-ins ($1650, ca. €1230) bis vor kurzem noch als „Hartz-IV-Event“ verspottet.

Am heutigen Tag 1 des auf vier Tage angelegten Main Events drängten sich aber exakt 500 Spieler auf dem Poker Floor des Corinthia Hotels. So groß war der Andrang, dass selbst der Gang am Rande des Turnierbereichs teilweise mit zusätzlichen Tischen zugestellt werden musste.

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Volles Haus.

Was mancher schon als unnötige Ballung von Turnieren auf kleinem Raum und in kürzester Zeit empfunden hat, erweist sich nun in zweierlei Hinsicht als kluger Schachzug: Zum Einen hat der GSOP-Event vor allem bei Hobbyspielern (und das ist nun mal die überwältigende Mehrheit) eine größere Attraktivität, da die Qualifikation dank der niedrigeren Kosten leichter zu durchlaufen sind, zum Anderen nutzen auch Profis gerne die Möglichkeit, gleich drei Events dieser Art nacheinander zu spielen, wie ein Blick auf die Spielerliste zeigt.

Melanie Weisner,  Jesper Hougard, Dominik Nitsche, Eddy Scharf, Joe Ebanks, Igor Kurganov, Kevib Iacofano, Morten Mortensen, David Vamplew, Manuel Blaschke, Ivo Donev, Michael Tureniec, Roger Hairabedian, Vladimir Geshkenbein und Julian Herold gehören zu den Teilnehmern.

Auch die Spielbedingungen stehen den beiden großen Brüdern in Nichts nach: 20.000 Chips und 60min Levels sind internationales Niveau. Der Preispool liegt bei ca. 700.000 Dollar.

„Unsere Zielgruppe sind Gelegenheitsspieler“, erklärt Turniermanager Leo Wagenius. „Solche, die gar nicht in der obersten Liga mitspielen wollen. Bei Ongame bieten wir ihnen die Möglichkeit, große Turniere spielen zu können, ohne dafür viel zu investieren. Unsere Qualifikanten sind schon ab einem Dollar dabei.“

Tatsächlich hat sich etwa die Hälfte des Feldes auf Bwin, Betsson, Betsafe oder Betfair qualifiziert.

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Leo Wagenius.

„Übrigens haben wir uns nicht an die anderen Turniere angehängt, sondern waren die ersten, die diesen Termin festgelegt haben. Das war bereits im Februar. EPT und WPT haben sich erst später davor gesetzt.“

Das Potenzial der Turniere mit Buy-ins im unteren Mittelfeld ist offenbar groß.

„Wir hatten in der ersten Saison drei Turnierwochen“, sagt Wagenius. „In diesem Jahr kam der Event in Griechenland dazu. Ein weiteres sowie ein Grand Final stehen ebenfalls noch an. Die Events stehen alle unter einem Thema. Da ist Griechenland quasi als Strandevent, Manchester, wo wir im Old Trafford spielen, als Sportevent, Prag als Großstadtevent. Neu dabei sind Salzburg mit dem Thema Wintersport und dann das Grand Final in der Dominikanischen Republik.“

Dabei haben die Planungen für die nächste, dritte Saison bereits begonnen. Wagenius: „Wir haben viel vor. Im Gespräch sind Events in Ägypten und Marokko, und als besondere Attraktion werden wir versuchen, ein Event auf einem Kreuzfahrtschiff zu veranstalten.“

Der GSOP Main Event läuft noch bis zum 11. Dez. im Corinthia Hotel in Prag.

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