Grundkurs Poker-Psychologie – So ticken Sie und die Gegner

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Poker Psychologie

Poker wird von Menschen gespielt, die Psychologie muss deswegen immer ein wichtiger Faktor sein. Ständig muss ich überlegen: In welcher Stimmung ist mein Gegner? Blufft er? Hat er gerade die Wahrheit gesagt, als er tönte, er hätte zwei Buben gefoldet? Was hat er auf der Hand? Wie sieht der Gegner mich?

Täuschen und getäuscht werden

Eine Frage ist dabei leicht zu beantworten. Er hat höchst wahrscheinlich nicht die Wahrheit gesagt. Hier sind wir an einem entscheidenden Punkt. Im Poker dreht sich alles um täuschen und getäuscht werden.

Falsche Information und Desinformation, also Information, die nicht unbedingt falsch sein müssen, aber dazu diesen, den anderen zu verwirren, sind an der Tagesordnung.

Es ist wie bei Geheimdiensten: Information ist alles. Die Fragen, die ich mir stellen muss, sind sehr komplex, und man wird oft an seine Grenzen stoßen. Was hat der andere? Was denkt der andere, was ich habe? Was denkt der andere, was ich denke, was er hat?

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Wie bei den Gheimdiensten...

Wenn ich beispielsweise einen Bluff auf dem Flop versuche, gehe ich davon aus, dass der Gegner eher eine schwache Hand hat. Der Gegner könnte jetzt denken, dass ich vielleicht nichts habe, weil ich oft in dieser Situation versucht habe, den Pot zu stehlen.

Er reagiert daraufhin selber mit einem Bluff, indem er einen Re-Raise macht. Da ich weiß, dass er denkt, dass ich wahrscheinlich bluffe, und ich weiß, dass er wahrscheinlich auch keine gute Hand hat, erhöhe ich  noch einmal.

Vorsicht vor Anfängern

Ein solcher Gedankengang ist nichts Ungewöhnliches.  Aber Vorsicht! Je höher der Level der Gedankengänge, desto eher können sich Fehler einschleichen.

In der oben beschriebenen Situation könnte es zum Beispiel sein, dass der Re-Raise von einer starken Hand gedeckt ist. Deshalb ist es wichtig, seinen Gegner möglichst genau zu kennen. Nur so kann ich zu einer realistischen Einschätzung kommen.

Gerade Anfänger sind oft schwer zu handhaben, da sie Überlegungen anstellen, die unüblich und abstrus für erfahrene Pokerspieler sind. So kann es sein, dass ein schlechter Spieler aus einem Aberglauben heraus zum Beispiel gerne Karo spielt oder ein völlig verdrehtes Bild von den Wahrscheinlichkeiten hat.

Bitte kein Fancy Play!

Oft kommt man nicht weiter, indem man wie Sherlock Holmes spielt. Man sollte kein sogenanntes Fancy-Play betreiben, also eine Art zu spielen, die immer einen Schritt zu weit denkt.

Gerade Anfänger werden sich meistens nicht so verhalten, wie man es gern hätte. Hier darf man nicht zu weit denken. Wenn man versucht, einen Anfänger zu bluffen, der so schlecht spielt, dass er sowieso alles mitgeht, ist das verfehlt. Es hier z. B. mit einem Post-Oak-Bluff zu versuchen, wäre völlig daneben. Man sollte es unkompliziert machen und den Gesamtüberblick behalten.

Die Grundstimmung beim Poker

In welcher Stimmung muss ich sein, um erfolgreich Poker zu spielen? Eine schwierige Frage. Jeder muss sie für sich selbst beantworten.

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Wie ist die Stimmung?

Ich bin persönlich der Ansicht, dass es die eine Pokerstimmung nicht gibt. Am Tisch sollten Sie grundsätzlich ruhig und zielstrebig sein.

Ich glaube nicht daran, dass man sich durch Meditation oder autogenes Training in eine bestimmte Stimmung bringen kann und muss, um erfolgreich Poker zu spielen.

Zwar gibt es auch bei mir eine Stimmung, in der ich am besten spiele, aber es ist einfach, wenn ich konzentriert und nicht gelangweilt oder abgelenkt bin. Der Wille zum Sieg ist ebenfalls ein wesentlicher Faktor. Wenn man denkt, man gewinnt ohnehin, ist man selbstbewusster und aktiver. Diese Stimmung kann man nicht einfach künstlich erschaffen. Entweder sie ist da oder eben nicht.

Wann man nicht spielen sollte

Daraus folgt, dass es eben auch Stimmungen gibt, in denen man am besten nicht spielt. Ich will an dieser Stelle nicht sagen, dass man grundsätzlich nicht spielen sollte, wenn man schlecht drauf ist.

Mir persönlich hat ein Pokerspiel oft geholfen, meine schlechte Laune zu vergessen. Wenn Sie aber wirklich am Boden sind und nicht einmal Asse Ihre Stimmung aufhellen, sollten Sie nicht spielen. Ein Verlust würde Sie außerdem noch tiefer in das Loch ziehen.

Entscheidend ist eher, wie man im Bezug auf Poker eingestellt ist. Man sollte nicht spielen, wenn man eigentlich keine Lust dazu hat. Eine gewisse Lustlosigkeit am Spiel ist absolut tödlich. Sie sind dann nicht mehr fokussiert, und Ihr Spiel verliert die erforderliche Schärfe.

Wenn Sie dieses Gefühl haben oder während des Spiels bekommen, stehen Sie sofort auf und gehen Sie. In einem Turnier müssen Sie hart daran arbeiten, den Willen zum Sieg zu entwickeln, weil Sie hier eben nicht einfach aufstehen können.

Machen Sie sich eines immer wieder deutlich: Wenn Sie auf der Arbeit einen schlechten Tag haben, ist das unangenehm und eben ein schlechter Tag. Beim Poker ist das nicht nur unangenehm, Sie verlieren zudem noch gutes Geld.

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