Die Expansion des Global Poker Index

alex dreyfus

Der GPI ist das größte Pokerspieler Rankingsystem im Netz. Ein Blick auf die neure Entwicklung mit CEO Alex Dreyfus.

Seit er vor zwei Jahren eingeführt wurde, hat der Global Poker Index dramatisch expandiert. Inzwischen akzeptiert ihn die Mehrheit der Spieler als bestes Bewertungssystem der Gegenwart. Nach der Übernahme des Hendonmob ist es auch bei Weitem das größte.

Das System

Anstatt mit nur einer Tabelle aufzuwarten, hat der GPI inzwischen zwei weitere Ligen eingeführt: die „Spieler des Jahres“ Wertung und den Challenger Cup.

Letzterer konzentriert sich auf Turniere mit kleineren und mittleren Buy-ins bis zu $2000. Wer sich in dieser Wertung durchsetzen kann, wird zusätzliche Unterstützung bekommen, um eine Chance in den großen Turnieren zu bekommen.

Der jeweils beste „Challenger“ aus Europa, Nordamerika und Asien wird bei den European Poker Awards ausgezeichnet und erhält ein Ticket für ein großes Main Event.

Das Konzept scheint zu funktionieren. Inzwischen ist der GPI auch auf vielen Startseiten anderer Webseiten präsent. Fast 1500 Casinos in fast 100 Ländern senden ihre Turnierergebnisse an den GPI.

„Wir wollten einen Weg finden, die tatsächlich besten Spieler der Welt aufzuzeigen“, sagt GPI CEO Alex Dreyfus. „Wir kamen zu der Überzeugung, dass wir dafür die Ergebnisse der letzten drei Jahre berücksichtigen sollten. Buy-in und Größe des Feldes waren dabei die wichtigsten Faktoren.“

Das Buy-in der überwachten Turniere beginnt theoretisch bei $1. Je höher das Buy-in, desto mehr Punkte erhält der Spieler. Die Maximalgrenze liegt jedoch bei $20.000, da ansonsten Turniere mit extrem hohen Buy-ins wie das BIG ONE mit einem Startgeld von einer Million Dollar die Ergebnisse stark verfälschen würden.

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Frühere Ranglisten bevorteilten vor allem WSOP-Sieger.

In den traditionellen Geldranglisten führten im Allgemeinen die Gewinner der WSOP Main Events, selbst wenn diese sonst nie etwas gewonnen hatten. Beim GPI versucht man, den Einfluss einzelner Ergebnisse zu begrenzen.

„Außerdem werden Ergebnisse weniger stark berücksichtigt, je weiter sie in der Vergangenheit liegen“, erklärt Dreyfus. „Alle paar Monate sinkt die Zahl der für ein Turnier gewonnenen Punkte, bis sie nach drei Jahren ganz gestrichen werden.“

Das führt dazu, dass die Spieler, die über längere Zeit gute Ergebnisse einfahren, auch die meisten Punkte erspielen, und nicht der Spieler, der das größte Turnier des Jahres gewinnt.

Eitelkeit und Erfolg

Ein Teil des Erfolgs besteht natürlich darin, dass der GPI mit einer Eigenschaft spielt, die nicht nur Casinos und Pokerspieler, sondern Menschen ganz allgemein auszeichnet: Eitelkeit. Und das ist hier gar nicht negativ gemeint.

Casinos brauchen Medienpräsenz.  Sie wollen, dass ihre Events veröffentlicht werden, also senden sie ihre Ergebnisse gerne an den GPI. So erhält das in Malta ansässige Unternehmen zahlreiche Daten ohne großen Aufwand.

Dreyfus fügt hinzu: „Wir bekommen außerdem täglich Anfragen von Pokerspielern, weil deren Ergebnisse nicht in den Ranglisten auftauchen.“

Andererseits gibt es natürlich viele Spieler, die ihre Namen am liebsten gar nicht veröffentlicht sähen, entweder weil sie Probleme mit der Finanzaufsicht befürchten oder weil sie befürchten, es könnte in ihrem Alltag zu Problemen kommen, wenn man sie als „Glücksspieler“ ansieht.

Beiden Gruppen hält Dreyfus eine sehr klare Einstellung entgegen:

Wir bekommen auch Anfragen, Ergebnisse zu löschen, aber wir tun das nie. Pokerturniere sind öffentliche Veranstaltungen. Wenn man sich in ein Pokerturnier einkauft, muss man akzeptieren, dass man in der Öffentlichkeit steht. Wer nicht erwähnt werden will, sollte auch nicht spielen.

Andererseits veröffentlichen wir andere Daten nicht, wie zum Beispiel den ROI. Wir wollen niemanden verletzen oder bloßstellen, das liegt nicht in unserem Interesse. Poker ist auch Showbusiness. Wir brauchen die Medien, und wir brauchen Geschichten.

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Ole Schemion ist derzeit der bestplatzierte deutsche Spieler im GPI.

Wenn wir auch die Mainstream-Medien aufmerksam machen wollen, brauchen wir ein einheitliches Bewertungssystem, wie es das auch im Tennis oder Golf gibt. Manche dieser Spieler reden auch nicht gerne über Geld, aber die Gewinnsummen bleiben trotzdem öffentlich, genau wie die Spielernamen.“

Mainstream-Medien

Ein Beispiel für die Geschichten, die auch Mainstream-Medien interessieren sollen, ist die Einführung der American Poker Awards. Nachdem der GPI auch die European Poker Awards erworben hat, kann das Unternehmen ähnliche Veranstaltungen selbst organisieren.

Die American Poker Awards werden erstmals im Februar 2015 in Los Angeles vergeben, und natürlich erhoffen sich die Veranstalter die Aufmerksamkeit von Zeitschriften und Fernsehsendern.

Ein weiteres Beispiel: die Global Poker Masters, eine Serie von SnG-Turnieren, an denen die besten vier Spieler der besten neun Pokernationen eines Jahren teilnehmen, um die erfolgreichste Nation des Jahres zu bestimmen. Weitere Details wurden bisher nicht veröffentlicht.

Mit der World Poker Tour, der Deepstacks Poker Tour und mehrerer kleinerer Turnierserien in Nordamerika hat der GPI bereits eine Reihe von Veranstaltern überzeugt.

Die jüngste Errungenschaft des GPI ist die Einführung von drei Ranglisten für die European Poker Tour, bezeichnet als Gold, Silber und Bronze.

Auch hier dient die Unterscheidung der Berücksichtigung verschiedener Startgeldhöhen. Sie berücksichtigen Turnierergebnisse mit bis zu €600, €600-€2000 und über €2000 Startgeld.

Die Ranglisten wurden mit Beginn der elften EPT-Saison in Barcelona erstmals erstellt und werden vorerst von Marcelo Gustavo Caceres (Bronze), Gleb Kovtunov (Silber) und Fedor Holz (Gold) angeführt.

Priorität hat nun die Kooperation mit Pokerschulen und Coaching-Webseiten wie Iveypoker. Dreyfus ist optimistisch, dass es dazu kommen wird, denn beide Seiten können dafür nur profitieren.

Die unterschiedlichen Ranglisten zeigen auch, dass man sich zunehmend den Low- und Midstakes-Spielern zuwendet. Dazu Dreyfus:

ESPN
Poker sollte nicht nur in Spartenkanälen präsentiert werden,

„Turniere mit €550 Buy-in wie der Battle of Malta und die Deepstacks Events haben meine volle Unterstützung, denn sie ermöglichen Amateurspielern den Schritt von Online- zu Live-Poker.“

Der Gewinner des Battle of Malta wird sich also auch im Challenger Cup wiederfinden.

Kritiker des GPI befürchten eine Monopolstellung, aber diese Gefahr besteht eigentlich nicht. Andere Organe wie Cardplayer und Bluff Magazine werden ihre Rankings behalten, und was Online-Poker betrifft, hat Pocketfives eine sehr treue und stabile Community, die sich von dem etablierten System nicht abwenden wird.

Es gibt also keinen Grund, warum die Systeme nicht nebeneinander bestehen können. Aber was Live-Events betrifft, wird uns der GPI in Zukunft sicher noch auf vielen weiteren Webseiten begegnen.

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