Gewinner und Verlierer

Patrik Antonius, Ilari Sahamies
Nr. 1 und 5 der erfolgreichsten Pokerprofis 2009.

Das Jahr 2009 war zweifellos eines der interessantesten, was Online High Stakes Poker betrifft. Von der durrrr-Challenge über martonas bis hin zu der Geschichte um Isildur1 war ständig jede Menge los. Dies sind die erfolgreichsten und erfolglosesten Spieler des vergangenen Jahres.

Patrik Antonius

Ehre wem Ehre gebührt. Der finnische Profi hat 2009 eindeutig die Szene beherrscht. Seine Bilanz des letzen Jahres sieht so aus:

Patrik Antonius

Antonius hat seinen ganz persönlichen Jackpot gewonnen. Der ehemalige Tennis-Profi, der auch als Model gearbeitet hat, wurde innerhalb weniger Jahr einer der weltweit geschätztesten und gefürchtetsten Pokerspieler. Im Jahr 2007 spielte er sich mit über $1,3 Mio. Gewinn erstmals unter die Top 10 der erfolgreichsten Spieler, damals noch unter dem Online-Namen FinddaGrind.

Im folgenden Jahr gewann er weitere $1,3 Mio. Inzwischen war er dem Team Full Tilt beigetreten.

Allein im letzten Januar gewann er $2 Mio., und sein Profit fiel das ganze Jahr nicht mehr unter diese Grenze. Zwar hatte er mit Swings über mehrere Millionen zu kämpfen, aber am Ende gelang es ihm immer, mit Profit abzuschließen.

Neben dem Spitzenplatz in der Geldrangliste fand sich der finnische Profi auch in den größten Pots der Online-Geschichte wieder. Trotzdem ist Antonius in der durrr-Challenge über eine Million Dollar im Rückstand und muss sich anstrengen, diesen in der zweiten Hälfte der Challenge wieder auszugleichen.

Insgesamt beendete Patrik Antonius das Jahr 2009 mit einem Profit von nicht weniger als $8,9 Mio.

Phil Ivey

Phil Ivey

Phil Ivey hat im letzten Jahr das getan, was er eigentlich jedes Jahr tut: gewinnen. 2008 war er mit $8,7 Mio. Profit der erfolgreichste Spieler, im Jahr davor lag er mit $1,9 Mio. auf Platz drei. Jetzt beendete er 2009 mit $6,3 Mio. Gewinn als zweiterfolgreichster Spieler des Jahres.

Jedes Jahr ist es dieselbe Geschichte: Ivey spielt jeden Gegner, jedes Spiel, jedes Limit. Er setzt sich an den Tisch und gewinnt (meistens). Doch sogar Ivey ist gegen Swings nicht immun. Anfang des Jahres erwischte er ein paar schlechte Sessions und brauchte bis April, um wieder in den Plusbereich zu gelangen.

Nachdem er im Mai noch einmal $800k verlor, ging es danach nur noch bergauf. Bedenkt man, dass Ivey nebenher ja auch noch zwei Bracelets gewann, den Finaltisch des WSOP Main Events erreichte und zahlreiche Pro Bets gewann, kann man mit Fug und Recht von einem verdammt guten Jahr sprechen.

Brian Hastings

Brian Hastings

Der CardRunners Profi hatte ein besonders bemerkenswertes Jahr. Es begann damit, dass er einen Versicherungsdeal abschloss, um gegen Gus Hansen die höchsten Limits zu spielen.

Obwohl Hansen monatelang verlor, hatte Hastings große Schwierigkeiten damit, überhaupt Profit zu machen. Erst im August schrieb er erstmals schwarze Zahlen.

Ende November sah es so aus, als könnte Hastings das Jahr mit einem einem netten kleinen Profit abschließen. Nichts Außergewöhnliches oder Spektakuläres, aber immerhin. Dann allerdings kam die Session gegen Isildur1. Es wurde die wahrscheinlich teuerste Session aller Zeiten.

Am Ende einer einzigen Partie gegen den wohl explosivsten Spieler dieses Planeten hatte Hastings $4,2 Mio. gewonnen und Isildur1 bis auf Weiteres von den High Stakes Tischen von Full Tilt vertrieben.

Diese Session erhielt zusätzlichen Zündstoff, als herauskam, dass Hastings seine Daten mit denen von seinen CardRunners-Kollegen Cole South und Brian Townsend zusammengelegt hatte, um das Heads-up-Spiel von Isildur1 genauer studieren zu können.

Mehr zu der daraus resultierenden Suspendierung von Townsend.

theASHMAN103

theASHMAN103

Ashton "theASHMAN103" Griffin ist erst 20 Jahre alt und begann in der Oberstufe, ernsthaft Poker zu spielen. Zwei Damokles-Schwerter hängen über seinem Haupt: Sie heißen Bankroll Management und Tilt.

Nach mehreren großen Swings ging Griffin Anfang des Jahres bankrott. Er riss sich jedoch zusammen und erwischte den richtigen Zeitpunkt im April. Damals musste er sich Geld leihen, um wieder ins Spiel zu kommen.

Er gewann eine Side Bet, bei der es darum ging, dass er auf $25/$50 über $500k Gewinn machen konnte. Er erhielt das Geld gerade rechtzeitig, um ein $25k auf PokerStars zu spielen, gewann auch dieses Turnier und damit weitere $500k.

In den zwei darauf folgenden Monaten entwickelte sich aus dem benkrotten Griffin der fünftbeste Spieler des Jahres. Mehr über die Geschichte von Ashton Griffin finden Sie in diesem Artikel.

Ilari Sahamies

Ziigmund

Einer der bekanntesten und beliebtesten Spieler der Welt ist Ilari „Ziigmund" Sahamies. Zu seinen größten Vorlieben gehört das Riskieren von geradezu absurden Geldsummen.

Sahamies hatte die Idee, aus $500/$1000 PLO eine Partie $3000/$9000 zu machen. Diese Partie lief tatsächlich einige Tage auf Full Tilt. Nicht nur wegen der Coin Flips um gewaltige Pots kann man Sahamies als den eindeutig risikofreudigsten Spieler der Szene bezeichnen.

Trotz seiner Risikobereitschaft ist Sahamies einer der erfolgreichsten Spieler überhaupt. Seine Profitkurve blieb über fast das ganze Jahr hinweg ohne größere Ausschläge.

Erst als Sahamies Isildur begegnete, kam es zu größeren seismischen Störungen. Sahamies nahm dem unbekannten Schweden mehrere Millionen ab, nur um diese dann ebenso schnell zu verlieren. Am Ende des jahres steht jedoch ein satter Gewinn von $3,2 Mio.

Isildur1

Isildur1

Am 16. September tauchte plötzlich ein High-Stakes-Spieler auf, dessen Identität bis heute nicht mit Sicherheit geklärt ist. Einen Monat lang trieb er sich auf mittleren bis oberen Limits herum, bis er den Generalangriff auf die weltbesten Spieler unternahm.

Am 7. November erregte er erstmals größere Aufmerksamkeit. Während einer satten Gewinnsträhne schlug er gestandene Spieler wie Haseeb Qureshi und UgotaBanana. Danach kannte Isildur kein Halten mehr. Er spielte jeden Gegner auf allen Limits.

Schnell machte er Tom Dwean ausfindig und sorgte innerhalb von nur dreiTagen dafür, dass vier Millionen Dollar auf sein Konto überwiesen und über das Ende von durrrs Karriere disktutiert wurde. Am 15. November wies Isildurs Bilanz $5 Mio. Gewinn auf. Am 21. hatte er alles verloren, hauptsächlich an Ivey und Antonius.

Eine weitere Woche später hatte Isildur schon wieder drei Millionen gewonnen, bevor es zunehmend abwärts ging.

Schon im Abstieg begriffen, wurde Isildur1 in die größten Pots der Online-Geschichte verwickelt. Zunächst ging es um $878k gegen Antonius, und nur wenige Tage verlor er einen siebenstelligen Pot gegen Phil Ivey.

Hauptsächlich war es jedoch die Session gegen Brian Hastings, in der er $4,2 Mio. verlor, die Isildurs Niedergang besiegelte. Am Ende standen zwei Millionen Dollar Verlust.

In letzter Zeit wurde Isildur einige Male bei mittelren Stakes gesichtet. Es sieht so aus, als sei seine Zeit bei den Spitzenspielern vorbei.

David Benyamine

David Benyamine

Im Jahr 2008 lag David Benyamine auf Platz sechs der erfolgreichsten Spieler weltweit. Am Ende hatte er drei Millionen Dollar und außerdem eine der schönsten Spielerinnen der Szene gewonnen: Erica Schoenberg.

Ende 2008 strich Full Tilt Poker Benyamine aus dem Red-Pro-Kader. Daraufhin spielte er nun unter dem Namen „MR B 2 U SON". Diesen Namen behielt er bis Juli bei, als Full Tilt Poker ihn wieder ins Team aufnahm.

Zu diesem Zeitpunkt hatte der Franzose schon $730k verloren, und es sollte noch schlimmer kommen. Ende des Jahres 2009 stand Benyamine mit $2,9 Mio. im Minus. Außerdem wurde gemunkelt, die Beziehung zu Schoenberg sei vorbei.

Das Jahr 2009 dürfte das schlimmste in Benyamines Karriere gewesen sein.

LarsLuzak

Lars Luzak

Sami „LarsLuzak" Kelopuro ist ein 22-jähriger Online-Profi aus Finnland, der im Jahr 2007 auf der High-Stakes-Szene erschien. In diesem und dem folgenden Jahr gewann er jeweil etwa eine Million Dollar. Daneben soll er auch noch einige sehr profitable Sessions bei $250/$500 NLHE auf Betfair Poker gespielt haben.

Eigentlich war er auf dem besten Weg an die Spitze der weltbesten Spieler, aber 2009 erwies sich als Katastrophe für Kelopuro.

Schon Anfang des Jahres verlor er $810k. Danach kämpfte er sich im Februar wieder heran, aber dann erwischte es ihn noch viel schlimmer.

Im ganzen Jahr sah Kelopuro schwarze Zahlen nicht ein einziges Mal. Er versuchte sich wieder und wieder auf den höchsten Stakes, bis er schließlich vier Millionen verloren hatte und verschwand. Gerüchten zufolge ist seine Bankroll endgültig implodiert.

Er kann allerdings eine lange Liste von Erfolgen bei Turnieren und Cash Games aufweisen, deshalb kann man davon ausgehen, dass Kelopuro 2010 wieder auftauchen wird.

Tom Dwan

durrrr

Tom "durrrr" Dwan ist unterhaltsam und sein Spiel für Zuschauer äußerst kurzweilig. Über keinen Spieler wurde im vergangenen Jahr soviel geredet und geschrieben wie über ihn.

Sein Jahr begann damit, dass er in den ersten beiden Monaten 4 Mio. Dollar verlor. In den folgenden vier Monaten kam er jedoch zurück und erspielte sich eine Bilanz von plus $1,4 Mio. Große Swings sind aber nur ein Teil von Dwans Geschichte 2009.

Ein wieterer ist die so genannte durrr-Challenge. Zwei Monate wurde spekuliert, bis Antonius schließlich der erste Gegner von Dwan werden sollte.

Allerdings wurde nicht lange konsequent gespielt. Stattdessen verbrachten Dwan und Antonius lieber Zeit damit, neue „Fische" zu fangen, die sich in den High-Stakes-Teich verirrt hatten.

Nach einigen Sessions wurde ein Spieler namens martonas ein solches Opfer. Danach tauchte ein neuer Spieler auf, der sich „fullflush1" nannte. Dahinter steckte Luke Schwartz, der sich als ebenso stark wie großmäulig erwies. Seine Beleidigungen richteten sich bevorzugt gegen Tom Dwan.

Schwartz gewann $700k an den Tischen, cashte aus und baute sich von dem Gewinn ein Haus.

Dwan dagegen stieß auf einen weiteren unbekannten Spieler. Leider sollte dieser ihm in wenigen Wochen $5 Mio. abnehmen, bevor er das Geld noch schneller an andere Spieler verlor.

Kurz nachdem er den größten Teil seiner Bankroll verspielt hatte, wurde er in das Team Full Tilt aufgenommen und begann den langen Weg zurück in die Plusregion. Ende 2009 stand er bei -$4,3 Mio., sein niedrigster Kontostand betrug allerdings -$6,8 Mio.

In der durrrr-Challenge liegt er dagegen über $937k vorn.

Gus Hansen

Gus Hansen

Gus Hansens Geschichte des Jahres ist schnell erzählt: Er gewann drei Millionen im ersten Monat, hauptsächlich von Dwan, und verlor den Rest des Jahres konsequent und gleichmäßig. Zwar konnte er auch ein paar positive Sessions einfahren, aber insgesamt gesehen ist die Bilanz des Dänen niederschmetternd.

Dank seiner konstant negativen Bialnz wurde Hansen zum Lieblingsgegner vieler bekannter Online-Spieler. Sie folgten ihm einfach von Tisch zu Tisch.

Letztlich ging dieses Verhalten soweit, dass es außer an den Tischen mit Hansen überhaupt keine High-Stakes-Action mehr gab. Hansen verlegte sich schließlich auf 7-Game, was seine Bilanz allerdings nicht deutlich verbesserte.

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Fishbot 2010-01-08 11:50:20

Man kann über Dwan sagen, was man will.
Wenn man sich das Diagramm anguckt, weiß man, was Swings sind!
Der hat keine Angst vor Coin Flips...