German High Roller – Schlechte Zeiten für Hermann Pascha

Poker zum Zungeschnalzen bietet die neue Staffel der German High Roller, die seit Sonntag auf Sport1 gesendet wird. Ging es in der ersten Folge zwar hochklassig, aber noch recht zahm zu, wurden in der zweiten die ersten großen Pots gespielt.

Probleme mit der starken Konkurrenz hat vor allem ein Urgestein der German High Roller. In acht von neun Staffeln war Sex-Unternehmer Hermann Pascha mit von der Partie, dabei hat er seinen früh erworbenen Kultstatus nie verloren, dafür aber eine Menge Geld.

Hermann Pascha blutet

Auch die neue Staffel begann wenig verheißungsvoll für den Franken. Wo er früher unbekümmert sein Geld in schlechten Situationen unterbrachte, wirkt er nun eher übervorsichtig und fast ein wenig ängstlich.

In einer sehr aggressiven Runde mit extrem guten Spielern ist das nicht gerade ein Erfolgsrezept, und genau das bekam Pascha in der zweiten Folge der German High Roller zu spüren.

Gegen Quirin Zechs 7 2 ließ sich Pascha mit T 8 in eine größere Auseinandersetzung verwickeln und ging nach zwei Calls auf einem Board mit 6 2 7 5 auf dem River mit der T All-In.

tobias reinkemeier
Reinkemeier.
 

Leichter Call für Zech, der den Pot mit 12.800 Euro dank seines Flush einstrich und für den Sieg mit der schlechtesten Starthand bei No-Limit Hold’em zusätzlich noch 100 Euro von jedem Spieler bekam.

Direkt in der nächsten Hand kam gegen Jonas Kronwitter zu fehlendem Glück auch noch Pech dazu. Mit 8 7 erwischte Pascha einen ausgezeichneten Flop mit 4 5 2, agierte dann aber zu passiv und ging erst auf dem Turn mit der 2 All-In.

Wegen sehr guter Pot Odds callte Kronwitter mit 5 3  und gewann beim Deal it twice, das 3 und 9 brachte, den gesamten Pot.

Paschas Verlust stieg am Ende sogar noch auf 25.000 Euro, als er mit A K erneut zu passiv war, einen Reraise von Philipp Gruissem mit 3 2 nur callte  und dann auf dem Turn mit 2 5 5 6 All-In ging, als Gruissem nicht mehr folden konnte. Der River brachte die 5 und Pascha hatte seine nächste Lage verspielt.

Pius Heinz im Pech

Einen schlechten Start in die neunte Staffel der German High Roller erwischte auch der Weltmeister von 2011, Pius Heinz. Im Unterschied zu Hermann Pascha hatte er aber Pech, dass sein aggressives Vorgehen in aussichtsreichen Situationen nicht belohnt wurde.

In der bemerkenswertesten Hand der bisherigen Staffel geriet Heinz mit Quirin Zech aneinander und die beiden zeigten sich absolut auf der Höhe des Geschehens. Einen Flop mit T 3 2 raiste Heinz mit 5 2 und Zech callte mit J T.

Der Turn brachte die Q, worauf Heinz noch einmal setzte, anschließend aber von Zech All-In gesetzt wurde. Ein erstaunlicher Move von Zech, der Heinz‘ Spektrum offenbar recht genau einschätzen konnte.

Mit seinen vielen Outs callte der Weltmeister natürlich, doch beim  Deal it twice hatte er mit 7 und 4 zweimal kein Glück und der Pot mit 33.100 Euro ging an seinen Gegner.

Später verlor Heinz dann noch mit A K einen Coinflip gegen Philipp Gruissems J J und ging auf einem Board mit J T 7 8 3 leer aus.

Am Ende bedeutete dies für den Wahlwiener einen Verlust von 21.500 Euro, bei etwas mehr Glück hätte es aber genauso andersherum ausgehen können.

philipp gruissem
Gruissem.
 

Fazit und Ausblick

So gut wurde bei den German High Rollern vermutlich noch nie gespielt, auch wenn es gegen Ende der Folge eine eher unnötige Kinderei gab. Nach fünf (!) Straddles ging Tobias Reinkemeier von vorne mit 95o blind All-In und die Zuschauer bekamen genau das zu sehen, weswegen sie vermutlich nicht eingeschaltet hatten: Rumgedonke.

Hoffentlich konzentrieren sich die Spieler in den nächsten Folgen wieder auf das, was sie wirklich gut können, nämlich No-Limit Hold’em Cashgame spielen.

Für die Amateure Pascha, Becker und Heiko Arndt weht ein eisiger Wind gegen diese fünf Top-Profis, aber genau das macht die Mischung von German High Roller so reizvoll.

Freuen kann man sich deshalb schon heute auf die dritte Folge, die am kommenden Sonntag um 20.15 Uhr ausgestrahlt wird.     

Hier der Stand nach der zweiten Folge:

  • Quirin Zech + €29.300
  • Jonas Kronwitter + €22.350
  • Tobias Reinkemeier + €2.650
  • Heiko Arndt - €600
  • Philipp Gruissem - €600
  • Boris Becker - €6.600
  • Pius Heinz - €21.500
  • Hermann Pascha - €25.000

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