German High Roller – Tsoukernik auf Tilt, Kronwitter als großer Nutznießer

Leon Tsoukernik
Leon Tsoukernik ohne Gnade - gegen sich selbst.

Nach vier Folgen mit hochklassigem Poker nahm die neunte Staffel der German High Roller eine neue Dynamik an. Leon Tsoukernik ersetzte den glücklosen Hermann Pascha und drückte dem Geschehen mit seiner wilden Spielweise seinen Stempel auf.

Die Runde mit Tobias Reinkemeier, Philipp Gruissem, Pius Heinz, Quirin Zech und Jonas Kronwitter sowie Jan Jachtmann und Boris Becker nahm die Geschenke des Multimillionärs dankend an und schickte diesen mit einem fetten Minus vom Tisch.

Tsoukernik nach Bad Beat auf Tilt

Ausgangspunkt des Debakels war für den Tschechen ein Bad Beat gegen Tobias Reinkemeier, nach dem bei ihm offenbar alle Dämme brachen. Mit Königen brachte er seinen Stack gegen den deutschen Turnierspezialisten und dessen Zehnen unter, doch das Board brachte Th6d9dAc3c und die 55.900 Euro gingen an Reinkemeier.

Scheinbar ungerührt nahm Tsoukernik diese unglückliche Niederlage hin, außerdem hatte er erst noch Glück. Mit 7 2 callte er das All-In von Jan Jachtmann mit A 4 und holte sich auf einem Board mit 7 6 Q 5 6 nicht nur den Pot mit 29.300 Euro, sondern auch noch 100 Euro von jedem Mitspieler für seinen Sieg mit der schlechtesten Starthand, die es bei Hold’em gibt.

Pius Heinz
Pius Heinz ohne Fortune.
 

Danach aber verteilte Tsoukernik sein Geld in rasender Geschwindigkeit unter seinen Gegnern. Erst trat er mit 6 2 zum dreihändigen All-In gegen Pius Heinz‘ A K und Jan Jachtmanns Q T an und büßte dabei weitere 25.200 Euro ein, ehe zum ersten Mal Jonas Kronwitter als Profiteur ins Spiel kam.

Der setzte mit Q 2 auf einem Board mit Q T 7 2 Tsoukernik All-In, und dieser konnte sich mit T 2 und dem schlechteren Two Pair nicht von seiner Hand trennen. Damit war der nächste Pot mit 63.200 Euro weg, doch es sollte noch schlimmer kommen.

Wieder war Tsoukernik mit Kronwitter in ein Gerangel verwickelt, als der Turn Q T 6 8 zeigte. Kronwitter hatte mit Assen in allen Setzrunden Bets gebracht, doch mit einem All-In brachte Tsoukernik ihn nun in eine schwierige Lage.

Gegen einen anderen Spieler hätte der Münchner vielleicht gefoldet, doch so entschloss er sich unwillig zum Call. Das erwies sich als richtig, denn gegen T 9 war Kronwitter 70 zu 30 Favorit und strich nach der 5 auf dem River den gesamten Pot ein.

Damit war Tsoukernik bei einem Verlust von 150.000 Euro angekommen und wurde von George Danzer ersetzt, der sein Können gleich unterstrich, als er gegen Quirin Zech mit Top Pair einen guten Fold machte.

Kronwitter mit Lauf, Pius Heinz weiter im Pech

Während Jonas Kronwitter wie beschrieben einen atemberaubenden Lauf hinlegte und seinen Gewinn in dieser Staffel auf 154.200 Euro ausbaute, will bei Weltmeister Pius Heinz weiter nichts klappen. Gegen Quirin Zech wurde er gar Opfer einer mathematischen Katastrophe, wie man sie sehr selten zu sehen bekommt.

In einem Pot mit 49.600 Euro und einem Flop mit K 2 7 hielt er K Q und callte damit das All-In von Quirin Zech mit J J. Bei zwei Outs für Zech einigten sich die Spieler auf Run it twice, wobei auch das im Normalfall nichts an Heinz‘ Gewinn des gesamten Pots hätte ändern sollen.

Jonas Kronwitter
Jonas Kronwitter ohne Sorgen.
 

Es kam aber ganz anders. Beim ersten Mal kamen Q J und bescherten Zech schon einmal die Hälfte des Pots, ehe das zweite Austeilen mit J 5 auch noch das zweite Out für Zech aufs Board brachte. Wie Heinz anschließend anmerkte, hat er das in dieser Form noch nie erlebt, und das gilt sicher auch für die meisten Zuschauer.

Fazit

Dank Leon Tsoukernik entwickelte sich aus einer hochklassigen High-Stakes-Partie ein wildes Hauen und Stechen, das sich wie üblich komplett auf die Aktionen des tschechischen Maniac konzentrierte. Kaum war dieser vom Tisch, nahm das Spiel wieder vernünftigere Bahnen an.

Moderator Michael Körner geißelte einmal Boris Beckers Spielweise gegen Philipp Gruissem, obwohl dieser (wie auch Jan Heitmann anmerkte) alles richtig machte. Nicht der erste Beleg, dass Becker weit besser spielt als mancher vermutlich annimmt.

Großer Gewinner dieser Staffel ist bislang Jonas Kronwitter, dem praktisch alles gelingt, doch auch Tobias Reinkemeier und Philipp Gruissem schlagen sich bei ihrem GHR-Debüt ausgezeichnet.

Hier der Stand nach Folge 5:

  1. Jonas Kronwitter: + €154.400
  2. Tobias Reinkemeier: + €61.500
  3. Philipp Gruissem: + €35.800
  4. Quirin Zech: + €17.200
  5. George Danzer: - €1.400
  6. Jan-Peter Jachtmann: - €4.100
  7. Boris Becker: - €8.900                           
  8. Pius Heinz: - €50.450
  9. Leon Tsoukernik: - €150.000

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