German High Roller – Jonas Kronwitter läuft heiß

Kronwitter

Nachdem Leon Tsoukernik am Ende der ersten Session zur Überraschung aller größter Gewinner war, bekam er es dieses Mal mit Jonas Kronwitter zu tun. Immer wieder zog er dabei den Kürzeren und Jonas sackte einige große Pötte ein. Zudem lassen sich bereits erste Tendenzen erkennen.

Schönes Setup für Jonas

Die Besetzung war mit Pius Heinz, Leon Tsoukernik, Scott Hanna, Jonas Kronwitter, Quirin Zech, Johannes Strassmann, Dario Wyler und Online-Qualifikant Urs Keller dieselbe wie in der ersten Folge, mit der Ausnahme, dass Stefan Huber gestern nicht am Tisch saß.

Nachdem Scotty gleich zu Beginn in einem 3-way Pot die Nuts turnte und einen schönen Pot gewinnen konnte, entwickelte sich eine äußerst interessante Hand zwischen Jonas Kronwitter und Leon Tsoukernik. Letzterer war ja in der ersten Folge mit einem Profit von CHF44.900 überraschend größter Gewinner gewesen. 

Jonas hatte Preflop mit Q T auf CHF1200 erhöht und Leon mit T 7 bezahlt, Potsize 2700.

Am Flop von 3 A 8 rauschten beide komplett vorbei und es ging Check, Check.

Der Turn 9 war eine spannende Karte, denn er brachte beiden einen Open Ended Straight Draw. Leon spielte von vorne 2000 an und Jonas callte. Pot 6700.

Der River J brachte die Actioncard schlechthin. Sowohl Jonas als auch Leon machten Runner-Runner Straight, mit dem kleinen aber feinen Unterschied, dass Kronwitter die Nuts und Tsoukernik die Second Nuts hielt.

Eine Konstellation, bei der beim No-Limit Hold’em die Chips unausweichlich in die Mitte gehen. Und so kam es auch. Leon, der nur noch 9100 hat, pushte All-In und Jonas instacallte.

Ein Setup wie es im Buche steht und welches Jonas einen CHF24.900 großen Pot bescherrte. Leon schaute ungläubig auf das Board und konnte es erst gar nicht fassen, dass er diese Hand wirklich verloren hat. Dann fing er an zu lachen und legt weitere CHF30.000 auf den Tisch.

Pius Heinz
Pius schätzte die Situation richtig ein, doch traf wohl die falsche Entscheidung.

Diese sollten in der nächsten Hand schon wieder in die Mitte wandern. Pius Heinz hatte vor dem Flop mit A 9 nur gecallt und Leon enschied sich für ein großes Raise auf 5000.

Der Weltmeister ging wohl davon aus, dass Leon nach der letzten Hand auf Tilt ist und eine schwache Hand hält und pushte daraufhin mit CHF33.900 All-In, was zugegeben nach seinem Limp sehr stark aussieht.

Doch da hatte er die Rechnung ohne den Wirt bzw. ohne Leon gemacht. Instacall! Leon hatte ihn mit A T klar dominiert. Das Board änderte nichts und Tsoukernik strich einen 65k-Pot ein.

Aus zwei Gründen ist es sehr riskant in dieser Situation zu pushen:

1.      Leon ist wie Pius richtig erkannt hat auf Tilt und wird deshalb mit vielen Händen callen.
2.      Dennoch gibt es nicht viele Hände, die Pius schlägt und er wird von A10- AK und 99-AA klar dominiert.

Fazit: 
Der Weltmeister hat die Situation richtig eingeschätzt und möglicherweise sah er sich gegen die Range von Tsoukernik sogar vorn. Zudem hat er gegen andere Gegner auch eine Menge Fold Equity, aber eben nicht gegen einen Leon auf Tilt, weshalb es hier wohl besser gewesen wäre nicht All-In zu gehen.

Der größte Pot des Tages

Beim größten Pot der Session trafen erneut Jonas und Leon aufeinander. Vor dem Flop hatte Leon geraist, Jonas gedreibettet und Leon bezahlt.

Der Flop brachte      

Leon spielte an und wurde von Jonas erneut geraist, wieder machte Tsoukernik den Call. Pot: 20.300

Am Turn kam die  

und der Flushdraw an. Dieses Mal checkte Leon und Jonas setzte mit 11k etwas mehr als halben Pot. Tsoukernik fragte daraufhin: "Wie viel spielst du?" und callte nachdem er die Auskunft erhalten hatte. Jonas der Leon gut kennt, wusste nun, dass er irgendetwas hat und wohl bereit ist, um seinen ganzen Stack zu spielen. Potsize: 42.300

Am River  

pairte sich das Board und nun war neben einem Flush auch ein Full House möglich. Nach kurzem Überlegen annoncierte Leon All-In mit 14.900 und Jonas snapcallte.

Der Showdown:

Leon:     für Top Two

Jonas:     für das Full House

Jonas Kronwitter
Jonas Kronwitter hatte gestern gut lachen.

Jonas hielt also genau die Hand, die Leon auf diesem sehr gefährlichen Board repräsentieren wollte. Der Schuss war jedoch gewaltig nach hinten losgegangen und Kronwitter gewann einen Riesenpot in Höhe von CHF72.100. Damit fiel Leon in der Gesamtwertung weit zurück und Jonas übernahm die Führung.

Erste Erkenntnisse

Nach zwei Folgen lassen sich schon einige Tendenzen erkennen. Die erste davon ist, dass Leon gelernt hat zu folden. Gerade in der zweiten Session machte er einige gute Folds auf dem River und er bezahlt seine Gegner nicht mehr blind aus.

Zweitens ist es bisher nicht die Staffel des Quirin Zech. In den letzten Staffeln zählte er jeweils zu den größten Gewinnern und konnte mit starkem Spiel überzeugen. Dieses Mal legte er einen klassischen Fehlstart hin und ist schon mit mehr als CHF50.000 im Brand.

Drittens die Online-Qualifikanten werden nicht besser. Als Zuschauer und Hobbyspieler fühlt man sich dem Qualifikanten ganz besonders verbunden und im Falle von Urs Keller leidet man so richtig mit. Zu viel Respekt und zu wenig Kreativität in seinem Spiel und so war die erste Lage schnell weg. In der zweiten Sendung sah man von ihm nur einen Move nämlich All-In und das auch noch mit relativ schwachen Händen. Natürlich muss man dabei berücksichtigen, dass er nur das, was er über seinen Startingstack von CHF20.000 hinaus gewinnt, behalten darf, aber All-Ins mit K J und 7 8 können nicht +EV sein.

Viertens die Besetzung und das Niveau werden von Staffel zu Staffeln besser. Nicht nur Co-Kommentator Jan Heitmann ließ sich gestern auf Nachfrage, was er davon hält was er da sieht, zu Lobeshymnen hinreißen: „Mir gefällt alles. Tolles Casino, tolles Poker. Ich bin froh mit dabei zu sein.“

Und damit hat er volkommen Recht. Die Sendung hat mittlerweile ein Niveau erreicht, dass wohl weltweit seines Gleichen sucht. Es macht einfach Spaß zuzuschauen und das werden wir auch das nächste Mal wieder tun.

Der Stand nach Folge 2:

  1. Jonas Kronwitter : +56.500
  2. Johannes Strassmann: +36.600
  3. Leon Tsoukernik: +19.150
  4. Scott Hanna: +11.500
  5. Dario Wyler: -16.900
  6. Urs Keller: -20.000
  7. Pius Heinz: -25.400
  8. Quirin Zech: -50.900

Die nächste Sendung wird übrigens Morgen um 19.15 Uhr ausgestrahlt und wir werden sie wie immer danach für Euch analysieren.

Bitte füllen Sie die erforderlichen Felder korrekt aus.

Es ist ein Fehler aufgetreten!

Sie müssen drei Minuten warten, bevor sie einen weiteren Kommentar abgeben können.

Noch keine Kommentare